160-Tonnen-Kran hebt Havaristen aus dem Hafen

gesunken

Konstanz, 20.02.2012 von IBN

Eine aufwändige Bootsbergung beschäftigte am Schmotzigen Dunschtig Feuerwehr, Wasserschutzpolizei (Wapo) und Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rund neun Stunden lang. Eine 12 Meter lange Motoryacht war im Schiffshafen an ihrem Liegeplatz gesunken.

Als wahrscheinliche Ursache gilt ein Frostschaden. „In den neun Jahren meines Amtes als Hafenbeauftragter kann ich mich nicht an ein gesunkenes Boot erinnern“, erklärte Jürgen Faden vom Deutsch-schweizerischer Motorboot Club (DSMC).
Gegen 9.45 Uhr war der Wapo das gesunkene Boot mitgeteilt worden. Eine Erkundung zusammen mit der kurz darauf verständigten Feuerwehr ergab, dass Wasser in die Yacht eingedrungen und daraufhin nach Backbord gekippt war. Da das Wasser an den Liegeplätzen nicht sehr tief ist, hatte sich der Kiel in den Grund gebohrt, sodass das Boot nicht vollständig sank, sondern aus dem Wasser herausragte und auch betreten werden konnte. Die Halteleinen verhinderten zudem ein weiteres Umkippen.

Ein Anheben der Yacht mit Hilfe von aufblasbaren Luftkissen erschien den Einsatzkräften – sie hatten zusätzlich Fachleute der schweizerischen Seepolizei hinzugezogen – als nicht sinnvoll. Aufgrund der geringen Tiefe und da das Boot im Schlick steckte, hätten diese nicht so angebracht werden können, dass sie ihre Wirkung entfalten.

Hubert Trenkle, Chef der Konstanzer Wasserschutzpolizei, erkundete als Taucher unter Wasser den Rumpf nach Schäden. Allerdings konnte er nichts entdecken, was auf eine Ursache hinwies. Dies bestärkte die Fachleute darin, dass durch Eisbildung Risse in einem der ins Wasser führenden Rohre entstanden sind, wo nach dem Auftauen Wasser eintrat. Die genaue Ursache wird ein Sachverständiger klären, kündigte Trenkle an. Der Stahlrumpf weist keine Schäden auf, wie sich nach der Bergung herausstellte.

Nachdem die Feuerwehr sechs Pumpen mit einer gesamten Wasserförderleistung von 1200 Litern pro Minute einsetzte, nahm im Bootsinnern der Wasserspiegel sichtbar ab. Schließlich löste sich der eingesunkene Rumpf aus dem Schlick und die Yacht schwamm wieder. Die Einsatzkräfte schleppten Mobiliar und Ausrüstungsgegenstände von Bord, um die Yacht leichter zu machen. Die Entsorgung der unbrauchbaren Gegenstände wurde an einen Fachbetrieb übertragen. Nachdem das Boot weitgehend leergepumpt war, schleppte es das Schlauchboot der Feuerwehr an die gegenüberliegende Hafenmauer. Dort war zuvor das Motorschiff Reichenau gelegen, die deswegen ihren Liegeplatz verlassen musste.

Ein 160-Tonnen-Kran nahm den Havaristen an den Haken und hievte ihn auf einen Bootsanhänger. 17 Tonnen zeigte die Gewichtsanzeige des Kranes, erklärte Thomas Scherzinger, Juniorchef eines Bergungsunternehmens aus Hüfingen im Landkreis Villingen-Schwenningen. Bootstransporteur Roland Wurst schleppte anschließend das verladene Boot zum Vereinsheim des DSMC, wo es die nächsten Tage stehen bleiben soll.

Die Feuerwehr hatte gleich zu Einsatzbeginn eine Ölsperre um das Boot gelegt, um eventuell austretende Betriebsstoffe an einer Ausbreitung zu hindern. Nach dem Abschleppen zeugten jedoch nur ein paar wenige Ölschlieren am Liegeplatz des Havaristen von dem Ereignis.

Für Verwunderung hatte die Weigerung des Bootseigentümers gesorgt, aus Frauenfeld herzufahren, gibt die Feuerwehr an.