19 Lacustre bei einer entspannten Far Niente

Lindau, 08.08.2011 von IBN

Die schönste Art, auf dem Bodensee Urlaub zu machen, haben eine Woche lang (7.-13. August) 57 Lacustre-Segler auf 19 Booten erlebt.

Die Far Niente – ein Gondeln von Hafen zu Hafen - führte in diesem Jahr in die Bregenzer Bucht. „Ich wollte ein paar Ecken in Vorarlberg zeigen, die viele Segler am See noch nicht kennen“, erklärt Far Niente-Organisator Josef Bitsche das Programm. „Angefangen haben wir in Lochau, ein idyllisch gelegener, kaum besuchter Hafen mit der alten Fähre ‚Meersburg‘, von da ging es erst Mal weiter nach Fußach“.

Vor der Einfahrt in den Fußacher Hafen wurde in der Bucht gebadet, abgeschottet von jeglichem Betrieb. Geschützt von Kiesdämmen und Inselchen. „Ich wusste gar nicht, dass der See solche idyllische Buchten hat“, meinte Mitsegler Willi Beck aus Immenstaad, der seit Jahrzehnten auf dem See unterwegs ist. Der nächste Tag brachte eine nicht ganz ernst genommene Überführungsregatta nach Hard. Auch hier wurde wieder von den im Päckchen liegenden Schiffen aus gebadet, diesmal im Binnenbecken. Und jeder holte aus seiner Bilge lang gehortete Spezialitäten: Gekühlte weiße Bordeaux-Weine, Käse, Salami und Brot, Obst – und handgemachtes Marzipan. Am Abend folgte ein gemeinsames Grillen, dafür fiel die Überführungsregatta am nächsten Tag wegen Sturmwarnung aus. Ein anderthalb Stunden dauerndes Fenster zwischen den Regenschauern reichte aus, um die 19 Lacustre und zwei Begleitboote trocken nach Lindau zum Lindauer Segler-Club zu bringen. „Hier haben wir uns die beeindruckende Picasso-Ausstellung angesehen“, lobte Bitsche das Lindauer Kulturprogramm.

Am nächsten Tag schien wieder die Sonne, es folgte die Überführungsregatta nach Bregenz, die wegen abflauender Winde abgebrochen werden musste. „Erst im zweiten Anlauf habe ich dann noch einen Bananenkurs vor Bregenz auslegen können“, erklärt Lacustre-Wettfahrtleiter Andreas Giger.

Dann der Höhepunkt der Far Niente: Der Galaabend in der perfekt restaurierten Villa Raczynski - 1877 vom polnischen Grafen Raczynski für seine Frau als Sommersitz erbaut. „Wir haben in diesem Jahr das Motto ‚wir sind Kaiser‘ gewählt“, so Bitsche. „Die Segler haben die passenden Kostüme besorgt. Vom Kaiser Franz-Joseph bis zurück zu Nero – das war eine war eine tolle, etwas andere Party. Mit königlichen und kaiserlichen Hoheiten, wer nicht kostümiert war, diente als bürgerlicher Untertan“.

Am Abschlusstag war der Enthusiasmus für eine weitere Regatta verhalten, die meisten Lacustre-Segler bevorzugten einen Hafenaufenthalt, bevor es zur Oper auf die Seebühne ging. Nachdem fast die gesamte Far Niente entgegen dem Wetterbericht trocken über die Bühne gegangen war, fiel die Vorstellung auf dem See aber wegen Regens aus.
„Bei der Far Niente gibt es zwar Überführungsregatten, damit der Ehrgeiz aber nicht überhand nimmt, lassen wir die Listen unmittelbar nach der Siegerehrung sofort verlorengehen“, beschreibt Lacustre-Bodensee-Präsident Ernst Zollinger das Wesen der Wettfahrt. „Und zusätzlich muss der Erste am nächsten Tag einen dicken Fender hinter sich herziehen, das bremst zusätzlich“. Im nächsten Jahr will die Lacustre-Vereinigung Bodensee die Far Niente 2012 organisieren, es wird die 50. sein.