Rund Um: 238 Boote auf drei Kursen

Erotica, Skinfit und Wild Lady sind first ships home

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Lindau, 20.06.2022 von Klaus Lohmüller

Es war vor dem Start am Freitagabend (17.07.) spürbar, dass auch schon mehr Boote in der Bregenzer Bucht auf den Startschuss zur Rund Um gewartet hatten. Dennoch waren die Organisatoren des Lindauer Segler-Clubs (LSC) um Wettfahrtleiter Achim Holz zufrieden, dass über 250 Boote gemeldet und 238 schließlich gestartet waren. Neben der Bahnverkürzung am Eichhorn für das Blaue Band, wurde zusätzlich ein Kurs für das „kleine Blaue Band“ zur ersten Bahnmarke vor Romanshorn und zurück festgelegt.

Wegen der schlechten Windverhältnisse brauchten auch sie dafür zwischen zehneinhalb und 21,5 Stunden. Fast zeitgleich mit Wolfgang Palm auf der "Wild Lady", der die verkürzte Bahn des "Blauen Bandes" bis zum Konstanzer Eichhorn zu absolvieren hatte, segelte Martin Schneider vom YC Wetterwinkel nach zehneinhalb Stunden über die Ziellinie.

Wenig Wind, viel Strömung

Meterologe Frank Bantle errechnete fortlaufend die Wetterprognosen und informierte vorab die Crews und während der Regatta die Zuschauer im Zelt beim Seglerhafen. Ein nicht zu unterschätzender Parameter sei in diesem Jahr -bei Schwachwindverhältnissen- die Strömung, die sich in der Friedrichshafener und Rorschacher Bucht mit zwei und am Eichhorn mit bis zu drei Knoten bemerkbar mache. Wie zu erwarten war, setzte mit dem Sonnenuntergang eine Thermik ein, endlich wurden auch im Hauptfeld erste Spinnaker und Gennaker gegogen. Das Gros hielt sich jedoch auch noch zwei Stunden nach dem Start hinter der  Linie Rheindamm-Pulverturm auf. Erst um 22.30 Uhr hatte das letzte Drittel den Rheindamm Backbord querab.

Die Aufholjagd der Skinfit

Zu diesem Zeitpunkt rundeten mit dem Team Sonnenkönig um Skipper Armin Schmid und Sammy Smits mit der Green Horny   die ersten Katamarane die erste Bahnmarke vor Romanshorn. Das Hauptfeld erreichte diese zwischen halb zwei und halb drei Uhr.

 Die Skinfit unter der Führung von Fritz Trippolt, die schließlich in der Wertung des Blauen Bandes als erstes Boot über die Ziellinie ging, lag an der zweiten Bahnmarke am Eichhorn noch knapp zwei Stunden zurück. Fast zeitgleich mit der Wild Lady  rundete sie um 2.50 Uhr die Boje und nahm die Verfolgung in den Überlinger See auf, während  Palm und seine Crew auf der verkürzetn Bahn den Rückweg nach Lindau in Angriff nahmen.

 Die dritte Bahnmarke ließ das Team Trippolt um 4.30 Uhr, eineinhalb Stunden nach dem Team Sonenkönig hinter sich, die meisten Boote hatten da erst Güttingen querab. Die berüchtigte Flaute im Überlinger See verhalf Trippolt zwar etwas beim Aufholen, den entscheidenden Vorteil brachte aber die Taktik auf den letzten Meilen. 

Während die Wild Lady als erstes ship home um sechs Uhr  in Lindau über die Ziellinie ging, wechselte um halb sieben die Führung unter den Katamaranen. Vorjahressieger Ralph Schatz setzte sich auf der Orange Utan weiter draußen auf dem Obersee  an die Spitze der Klasse. In der Friedrichshafener Bucht verdichtete sich das Feld der Katamarane zunehmend, der Abstand zu Schatz, der schließlich auch sein Glück unter Land versuchte, schwand. Vor Langenargen fanden sich die Segler um acht Uhr  schließlich gemeinsam in der Flaute wieder. 

Während die Green Horny für die letzten Meilen einen Kurs über die Seemitte nahm, lieferten sich Schatz und Trippolt mit der Orange Utan und der Skinfit in der Wasserburger Bucht, dicht unter Land, einen Zweikampf, bei dem um 9.20 Uhr Fritz Trippolt die Führung des Feldes übernahm und kurz darauf, um 9.30 Uhr als First ship home in der Wertung der Langen Bahn („Blaues Band“) über die Ziellinie lief. Nach berechneter Zeit ging der Sieg in der Klasse der Mehrrumpfboote über 7,5 Meter Länge an Sammy Smits, der  gut zweienhalb Minuten später, aber mit zwei Yardstickpunkten mehr, als Dritter unter den Katamaranen  das Ziel erreichte. 

Alle Ergebnisse unter: www.lsc.de

Weitere Informationen und Bilder werden in der Juli-Printausgabe der IBN veröffentlicht.