Gelebte Inklusion auf der Regattabahn

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Hamburg, 26.01.2021 von IBN

Der Norddeutsche Regatta Verein (NRV), die Segelabteilung des FC St. Pauli und der Hamburger Gehörlosen Sport Verein realisieren in einem Pilotprojekt echte gelebte Inklusion auf der Regattabahn: in jeweils einem Team gehen zwei Menschen mit schwerer Sehbehinderung mit zwei Sehenden sowie vier Gehörlose mit der J/70 bei der Kieler Woche im Juni 2021 an den Start.

Das Vorzeigeprojekt sei gelebte Inklusion und in dieser Form bisher völlig einmalig im Regattasport, vor allem weil weder die Boote auf etwaige spezielle Bedürfnisse zugeschnitten würden, noch besondere Bewertungsfaktoren die Teams als ‚gehandicapt‘ berücksichtigten. Ganz im Gegenteil: Erstens wird darauauf hingewiesen, dass es sich bei den  J70 um eine besonders sportliche Einheitsklasse handle. Zweiten würden die Teams genauso wie allen anderen Booten gewertet. Noch dazu liege die Regattabahn außerhalb der Innenförde und sei daher auch sehr anspruchsvoll zu segeln.

Entsprechend wichtig sei die Vorbereitung. Ab Ende März 2021 bereiten sich die Crews intensiv auf die Kieler Woche vor, heißt es in der Mitteilung des NRV. In 15 Trainingseinheiten werde zunächst mitten in Hamburg auf der Alster trainiert. Drei Tage vor der Kieler Woche werden die Teams dann auf der Kieler Förde unter ‚real-live‘-Bedingungen finale Trainings absolvieren, bevor es schlussendlich ‚ernst‘ wird und die Teams in die Kieler Woche starten. 

Das Projekt sei nicht aufs Segeln allein konzentriert: Die Crews verbringen viel Zeit in der Vorbereitung, die gesamte Zeit der Regatta zusammen, leben vor Ort in einer gemeinsamen Unterkunft und sammeln Erfahrungen an Land, beim Auf- und Abbau des Bootes, beim Zusammenleben. Sven Jürgensen, Initiator dieses Projektes und mitverantwortlich für die inklusiven Segelprojekte im NRV betont die Vorreiterrolle, die das gemeinsame Projekt für Inklusion im Segelsport spielen kann: »Dieses J/70-Projekt ist eines der ganz besonderen inklusiven Segelprojekte im Regattasport. Es erfolgt keine besondere Wertung, keine Trennung innerhalb des Regattafeldes. Was aber die Menschen in dem Projekt voneinander lernen, ist mehr als jede Wertung jemals spiegeln kann, es ist ein Gewinn von Anfang an und für alle. Und wenn wir damit andere zum Nachmachen anregen, haben wir wirklich was erreicht.« 

Unterstützt wird das Projekt maßgeblich von der Stadt Hamburg und einer Stiftung. Auch die Klassenvereinigung der J70s bezuschusst die Teilnahme der neuen Crews an der Kieler Woche. »Active City sind wir nur dann, wenn wir alle Menschen mitnehmen und gemeinsam Hürden überwinden. Der NRV ist hier eine treibende Kraft und zeigt mit der Anmeldung zweier inklusiver Segel-Crews zur Kieler Woche, wie durch Sport Barrieren fallen und Gemeinschaft entsteht. Das ist „Sport für alle“, wie wir ihn mit unserer Active-City-Strategie fördern wollen. So kommen wir dem Ziel, die inklusivste Stadt Deutschlands zu werden, wieder ein Stück näher.«, betont Sportsenator Andy Grote. 

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