Zusätzliches Sperrgebiet durch Seepumpwerk

Bodensee Wasserversorgung will erweitern

Sipplingen, 17.07.2020 von IBN

Unter dem Begriff „Zukunftsquelle“ plant die Bodensee Wasserversorgung (BWV) eine Erweiterung und eine Modernisierung der bisherigen Anlagen.

Dabei soll ein neues Wasserschutzgebiet mit Saugstation vor dem „Pfaffental“ zwischen Ludwigshafen und Sipplingen ausgewiesen werden. Dieses soll, ebenso wie das bereits bestehende Gebiet zwischen Sipplingen und Überlingen, für die Schifffahrt als Sperrgebiet ausgewiesen werden.

Inwieweit die erweiterte Förderkapazität den Pegelstand beeinflußt, kann derzeit nicht gesagt werden. Die BWV verweist auf eine bisher existierende Obergrenze bei der wasserrechtlichen Genehmigung. Dass diese nach der Erweiterung noch Bestand haben wird, erscheint eher unrealistisch, weil die BWV nach eigenen Angaben bereits an der Obergrenze fördert. 

Als Grund für die Maßnahmen wird die fortschreitende Urbanisierung, der Klimawandel und die Quaggamuschel genannt.

Heute, 17. Juli von 16 bis 19 Uhr, sowie morgen, 18. Juli von 10.00 bis 13 Uhr informiert die Bodenseewasserversorgung die Öffentlichkeit mit einer Ausstellung auf dem Gelände in Süßenmühle.

Geht zum Brunnen, bis er bricht...

Erneut soll dem Bodensee zusätzliche (Un-)Mengen von Wasser entnommen werden ohne Rücksicht auf die bestehenden Erkenntnisse bezüglich Pegelstand. 2020 war der Seepegel noch nie 4.00 Meter. Dass solche Entnahmestellen in Deutschland zusätzlich immer mit einer Sperrzone verbunden sein muss, ist ebenso unverständlich. Bereits heute besteht eine Sperrzone zwischen Überlingen und Sipplingen, ohne dass ein Sinn bzw. eine Begründung für eine solche besteht. Bei entsprechenden Entnahmestellen in Uttwil (Schweiz) geht es auch OHNE! Hier wäre mal eine strukturelle Bereinigung bzw. eine länderübergreifende Regulation notwendig, sonst findet der Wassersport am Bodensee bald auf dem Trockenen statt.
Werner Hollenstein am 18.07.2020 11:57:46

Antwort auf Geht zum Brunnen, bis er bricht...

Lieber Herr Hollenstein,
am Bodensee sind die Verdunstungsverluste höher als die für Trinkwasser entnommene Mengen. Der Wasserstand vom See wird davon also kaum beeinflusst. Wenn Sie sich mal die Jahresgänge der letzten zehn Jahre anschauen, sehen sie, dass es für Niedrigwasser im Sommer keine eindeutige Tendenz gibt.
Das zweite, geplante Sperrgebiet hat ungefähr die gleiche Größe wie das vorhandene Gebiet. Wenn ich im Überlinger See unterwegs war, habe ich mich davon nie behindert gefühlt und auch wegen dem zweiten Sperrgebiet wird der Wassersport auf dem Bodensee nicht „auf dem Trockenen“ stattfinden.
Segeln sie auch mal wochentags? Sie werden erstaunt sein, wie wenig auf dem Wasser los ist. Platz hat es auf dem See genug, es sei denn, man will am Wochenende nach Konstanz, Meersburg . . .
Der Bodensee versorgt über vier Millionen Menschen mit Trinkwasser von bester Qualität, da kann es auf diese kleine Sperrfläche nicht ankommen.
Hermann Stahl am 24.07.2020 12:11:23

Antwort auf Antwort auf Geht zum Brunnen, bis er bricht...

Lieber Herr Stahl,
Ihre Ansicht bzgl. der Sperrfläche ist leider falsch. Wenn Sie es schon bemerkt haben ist jetzt schon von Überlingen bis Sipplingen-Ost fast durchgehend alles gesperrt. Die zweite Fläche wird mit Sicherheit eine Sperrung vom Westhafen bis Ludwigshafen bedeuten. Im Klartext, dann wird fast der gesamte Uferbereich von Überlingen bis Ludwigshafen gesperrt ist. Dies ist wohl eine sehr starke Einschränkung für den Wassersport in diesem Bereich. Dieser Bereich besitzt eine Flachwasserzone, die für das Ankern sehr wichtig ist. Die Ankerbereiche an der Marienschlucht zeigen kurze und dann steil abfallende Wasserzonen auf und sind deshalb nicht gut nutzbar. Klar ist der See groß genug, aber die Ankerplätze am See werden seit Jahren Stück für Stück verkleinert und reduziert.
Tim Stockburger am 04.08.2020 20:01:20
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