Extrem niederer Sommerwasserstand

Konstanz, 15.06.2011 von IBN

Der Bodensee hat am Montag, 13. Juni einen für die Jahreszeit historischen Tiefstand erreicht, berichtet die Hochwasservorhersagezentrale der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz HVZ.

 Der Wasserstand betrug an den Pegeln Konstanz und Bregenz 326 cm, am Pegel Romanshorn 395,47 m ü.M. Das sind zwei Zentimeter weniger als der niedrigste Wasserstand, der in den vergangenen 160 Jahren (d.h. seit 1850) an einem 13. Juni gemessen wurde.

Als natürlicher, ungesteuerter See mit alpinem Einzugsgebiet zeigt der Seespiegel einen ausgeprägten Jahresgang mit einem durchschnittlichen Anstieg von Anfang März bis Mitte Juni um rund 1,4 Meter. Ursache hierfür ist die Schneeschmelze in den Alpen und das jahreszeitlich bedingte Ansteigen der Schneefallgrenze, so dass die im gebirgigen Teil des Einzugsgebiets fallenden Niederschläge wieder abflusswirksam werden.

In diesem Jahr war jedoch aufgrund der relativ geringen Schneemengen des vergangenen Winters und des ungewöhnlich trockenen Witterungsverlaufs in den letzten drei Monaten lediglich ein Anstieg um etwa einen halben Meter zu verzeichnen, so dass der Seewasserstand derzeit rund 90 Zentimeter unter dem langjährigen jahreszeitlichen Mittelwert liegt.

Vom absolut tiefsten Wert der letzten 100 Jahre am Pegel Konstanz/Bodensee von 229 cm (gemessen am 13. Februar 2006) ist der Seespiegel jedoch weit entfernt. Solche extrem niedrigen Werte treten nur in den Wintermonaten auf, wenn die Niederschläge in den alpinen Bereichen des Einzugsgebiets als Schnee gespeichert werden und der Seezufluss daher entsprechend gering ist.

Den aktuellen Wettervorhersagen zufolge sind für die kommenden Tage bereichsweise Niederschläge vorhergesagt, die den Seespiegel voraussichtlich aber nur um wenige Zentimeter ansteigen lassen werden. Um den Wasserstand wieder auf den jahreszeitlichen Normalwert zu bringen, sind großflächige, langanhaltende und überdurchschnittliche Regenmengen in den kommenden Wochen und Monaten nötig.