WYC-Jugend fokussiert sich in den Pfingstferien auf Kiel

49er FX

Friedrichshafen, 02.06.2020 von IBN

Zu fast zweieinhalb Monaten Stillstand waren die jungen Segler aus der WYC-Jugend gezwungen. Inzwischen sind fast alle wieder auf dem Wasser unterwegs, wenngleich mit einem überwiegend noch eingeschränkten Trainingsumfang.

29er-Jolle aus Spanien geholt

Erste Trainingsstunden konnte Lukas Goyarzu (14) mit seinem Steuermann Frederik Steuerer im 29er am Ammersee absolvieren. Ihr eigenes Boot war im März in Barcelona zurückgeblieben. Vater Wolfgang Steuerer hatte es in der Woche vor den Ferien an der spanisch-französischen Grenze abgeholt, wohin es ein maritimer Service-Dienst gebracht hatte. Seit Pfingsten sind Lukas und Frederik nun in Kiel.

Regenfront macht Bodensee zum tollen Segelrevier

Mit dem 49erFX, einer olympischen Damenklasse, durften Pia Speckle und Emi Hesse Ende Mai im Jollengelände des WYC in Seemoos wieder aufs Wasser. „Für uns war es einerseits toll, nach so langer Zeit endlich wieder segeln zu können. Andererseits war es auch ein stückweit befremdlich, allen mit Abstand zu begegnen“, so Pia Speckle über den ersten Kontakt mit dem Sport nach der Pause. Zunächst war natürlich Bodenseeflaute – ehe der Wetterumschwung kam: „Mit einer kräftigen Regenfront wurde der See aus seiner entspannten Lage zu einem tollen Segelrevier“, so die Steuerfrau weiter. „Obwohl wir von unseren Trainern gründlich mit Theorie und Athletik-Plänen sowie einer riesen Menge an organisatorischen Dingen versorgt wurden, ist Segeln einfach das, was wir am liebsten machen“, betont sie. An Pfingsten wechselten sie das Revier: Der Deutsche Segler-Verband (DSV) hat weitere Teams zum Trainingslager nach Kiel eingeladen.

49er hoffen auf die „neue“ Kieler Woche

Seit heute (Pfingstdienstag) ist auch Rickmer Lenk wieder im Training. Der 49er, auf dem er segelt, war schon Ende Februar nach dem letzten Trainingsblock in Mallorca mit nach Deutschland genommen worden – statt an den Comer See zur geplanten WM. „Das hat sich im Nachhinein als praktisch erwiesen“, ist Rickmer Lenk froh, dass er so mit dem Startschuss des DSV gleich an die Ostsee konnte. „In den Pfingstferien werden wir durchgehend in Kiel trainieren“, ist sein Plan. Die erste Regatta für die 49er könnte die Kieler Woche sein, mit dem auf Anfang September verschobenen Termin.

Optimisten orientieren sich völlig neu

Leon Jost (13) ist zwar aufgrund seines dritten Platzes in der deutschen Rangliste der Jüngstensegler im Optimist-Dinghy für die Weltmeisterschaft am Gardasee nominiert worden, doch die ist vorerst abgesagt. Im Herbst wollte Leon dann vom Optimist in die Zweimannjolle 420er umsteigen und mit seinem Bruder Luca (16) in dieser Klasse segeln. Da keine Optimisten-Regatten in Sicht sind, haben die beiden das nun vorgezogen. Seit Mitte Mai verbrachten die Brüder ein paar Trainingstage am Chiemsee, in den Pfingstferien sind in Kiel zwei Trainingsblöcke mit je fünf Tagen vorgesehen. Eine erste 420er-Regatta könnte die Bayerische Jugendmeisterschaft Ende August in Starnberg sein. 

Auch für Finn Meichle ist Corona zum Wendepunkt geworden. Der 13-Jährige hätte dieses Jahr im Optimisten voll angreifen wollen. Doch einerseits sind eben keine Regatten in Sicht, weder regional (auch der WYC hat seine Optimisten-Regatta, geplant für Ende Juni, abgesagt) noch international, und andererseits ist die Zeit in der Jolle für die Jüngsten begrenzt. „Finn ist 1.68 Meter groß und 52 Kilo schwer, damit ist das Opti-Leben vorbei“, kommentiert Mutter Sonja Meichle. Das letzte Training im Optimisten (2,3 Meter kurz, 3,5 Quadratmeter Segelfläche) absolvierte er vor den Ferien. Nächstes Wochenende wird er am Umsteigertraining im 29er (4,45 Meter lang, 12,5 Quadratmeter Segelfläche!) teilnehmen. Ein Klassenwechsel jetzt war eigentlich noch nicht geplant – und so muss sich Finn Meichle erst noch orientieren, wohin die Reise gehen wird.

Vorsichtige Terminplanung im 470er

Für das 470er-Team Simon Diesch und Philipp Autenrieth, das noch gute Chancen auf eine Olympiateilnahme hat, sind ab Mitte Mai schon wieder kleinste Trainingswettfahrten mit den Kader-Teams auf der Ostsee vor Kiel möglich gewesen. An ihrer Terminsituation hat sich noch nichts geändert. EM und WM sollen, falls möglich, Mitte September und Anfang Oktober nachgeholt werden.