Flexibel wie der Bodensee: Jugendkadertraining auf heimischen Gewässern

29er BYC

25.05.2020

Die Vorarlberger Segeljugend startet seit jeher traditionell mit dem Ostertrainingslager im slowenischen Izola und Portoroz in die neue Segelsaison. Hunderte Segler aller Jugendklassen beginnen da mit einer intensiven Trainingswoche die neue Regattasaison und seit jeher stellt die Vorarlberger Segelequipe bei diesem Trainingslager die traditionell größte Gruppe.

Doch in Zeiten von Corona braucht es nicht nur viel Geduld, sondern allen voran auch viel Einfallsreichtum und Flexibilität. So auch dieses Jahr, denn sämtliche Regatten, Trainingslager und am Ende leider auch die Trainingswoche in den Osterferien mussten abgesagt werden.

Gerade im Breitensport trifft das nicht nur viele motivierte Segler, sondern auch die Eltern und Betreuer sowie die Fachverbände mit den zuständigen Trainer- und Betreuerpools. Denn es galt von heute auf Morgen ordentlich umdenken und umzudisponieren. Der Österreichische Segelverband konnte in intensiven und nicht immer ganz einfachen Gesprächen mit dem zuständigen Bundesministerium für öffentlichen Dienst und Sport erreichen, dass zumindest einige Segelklassen – darunter fallen vor allem die olympischen Klassen und deren bereits für die olympischen Spiele in Tokio 2021 qualifizierte Mannschaften – wieder trainieren dürfen. Auch einige Jugendklassen, wie zum Beispiel die neue aufstrebende Klasse des 29er, bekamen eine Sondergenehmigung für ein Trainingslager, welches am Bodensee Quartier aufschlug.

Trainingsstätte Bodensee

Innerhalb weniger Tage konnte für den Jugendkader der 29er-Segler ein Trainingslager am Bodensee auf die Beine gestellt werden. Der Vorarlberger Landessegelverband mit Präsident Markus Sagmeister koordinierte in wenigen Tagen mit den zuständigen Behörden nicht nur die zuständigen Corona-Tests für alle Segler, sondern fand mit dem Segelzentrum im Yacht Club Bregenz auch die geeignete Infrastruktur vor. Fünf der Segler wohnten zusammen mit dem brasilianischen Trainer Richard Hilbert in einem eigenen Appartement, welches nur für absolut notwendige Besorgungen verlassen wurde. Der einzige Weg führte die Teams zum Yacht Club Bregenz für das Segeltraining am Wasser sowie zum obligatorischen Morgensport. Ansonsten wurde das Appartement nicht verlassen, um das Risiko einer Infektion so gering wie möglich zu halten.

Die fünf Jugendkadersegler des Österreichischen Segelverbands Maximilian Heidkamp, Paul Ebenbichler, Roman Egger, Paul Kropfitsch und die Brüder Daniel und Emmanuel Hiebeler fanden am Bodensee perfekte Bedingungen vor. Morgendlicher Südwind, die typische Westbrise ab Mittag und auch einige harte Trainingseinheiten bei kaltem Nordwind brachten die vielseitigen Trainingsmöglichkeiten des Bodensees perfekt zur Geltung. Gerade die 29er Klasse ist eine wichtige Einsteigerklasse in den Skiff-Bereich und ermöglicht es den Jugendseglern nach dem Optimisten in eine neue und modernere Klasse umzusteigen. Der große Bruder des 29er ist der 49er, in der die beiden Vorarlberger Segler Benjamin Bildstein und David Hussl bereits fix für die Olympischen Spiele 2021 qualifiziert sind und derzeit die führenden der Weltrangliste sind. Genug Motivation für die Jugendsegler, denn auch die beiden Segel-Cracks befinden sich derzeit beim Training im Heimrevier und freuen sich sehr über den motivierten Nachwuchs.