Überwintern

Mit Sicherheit ins Winterlager

22.10.2010 von IBN

Diebstahl und Brand, aber auch andere Schadensfälle kommen im Winterlager, sei es im Wasser, im Freien oder in der Halle, immer wieder vor. Was kann man tun, um sich vor derartigen Schäden zu schützen? Und welche Unterstützung gibt es von den Versicherung, wenn doch einmal der Ernstfall eintritt?

Diebstahl und Brand, aber auch andere Schadensfälle kommen im Winterlager, sei es im Wasser, im Freien oder in der Halle, immer wieder vor. Was kann man tun, um sich vor derartigen Schäden zu schützen? Und welche Unterstützung gibt es von den Versicherung? Eigentlich komisch: Im Sommer sind wir alle peinlich genau darauf bedacht, unser Boot pfleglich zu behandeln, jeder Kratzer in der Außenhaut wird so gut es geht wegpoliert, das Teakdeck regelmäßig geschrubbt und wer sich dem teuren Stück auf dem Wasser auch nur kollisionsverdächtig nähert, wird sogar häufig mit ein paar wüsten Beschimpfungen bedacht. Schließlich will ein jeder viele Jahre Freude an seinem Boot haben. So ist das im Sommer. Wie aber sieht es im Winter aus? Da sind die „teuren Stücke“ oftmals Stiefkinder, fristen ein trostloses Dasein in einer dunklen Bootshalle, auf einem Trailer oder gar im Wasser jedem Winterwetter – und vor allem jeder Gefahr – ausgesetzt. Denn auch im Winterquartier gibt es Gefahren – insbesondere durch Diebstahl, Brand oder Vandalismus. Wer als Eigner sein Boot jetzt ins Winterlager bringt, sollte daher einige Dinge beachten.

Wer sein Boot nicht im Wasser überwintern lassen will, muss zwangsläufig an den Kran. Problem hier: die Beschaffenheit der Gurte. Wohl selbstverständlich ist es, sich nach der Bruchlast der Gurte zu erkundigen und zu kontrollieren, ob diese in gutem Zustand sind. Schäden können aber auch zu kurze Gurte anrichten. Ein langer Gurt schnürt das Boot wesentlich weniger ein als ein kurzer. Dies ist besonders dann von Bedeutung, wenn das Boot vorspringende Scheuerleisten oder eine Fußreling hat. Sind die Gurte zu kurz, empfiehlt sich eine Traverse. Wer seine Yacht zum ersten Mal krant, wird zudem über die richtige Position der Gurte nachdenken müssen. Hier können oftmals die Hersteller oder aber Eigner gleicher Boote weiterhelfen und die Frage nach der optimalen Position beantworten. Tipp fürs nächste Kranen: Machen Sie ein Bild von der Yacht, wie sie in den Gurten hängt, und zum Saisonbeginn müssen Sie nicht lange überlegen. Darüber hinaus kann es hilfreich sein, die Gurtpositionen mit ein paar Klebestreifen zu kennzeichnen. In jedem Fall sollte man Geber vor dem Kranen herausnehmen und durch Blindpfropfen ersetzen. Für gewöhnlich liegt eine aufgebockte Yacht an fünf Punkten auf: An den vier Pratzen des Bocks und auf dem Kiel. Ist jedoch der Druck auf die Pratzen zu groß, kann es zu Beulen im Rumpf kommen.

Probleme gibt es aber auch, wenn die Yacht zu sehr auf dem Kiel steht und dieser langsam den Rumpf einbeult. Solche Schäden lassen sich vermeiden, wenn man von Zeit zu Zeit kontrolliert, ob die Linien im Kielbereich oder im Bereich des Rumpfes noch fluchten. Beim Überwintern im Wasser kommt es zunächst natürlich auf die richtige Befestigung des Bootes an. Hier sollte nicht am Tauwerk gespart werden. Es sollte geschlagenes Tau- werk sein und dicker als gewöhnlich (etwa 14 Millimeter Durchmesser bei einer Yacht bis 8 Meter). Weiterhin eignen sich gerade als Schutz gegen heftige Winterstürme Feder- oder Gummiruckdämpfer. In jedem Fall ist es oberste Skipperpflicht, dem Boot gelegentlich einen Besuch abzustatten und nachzusehen, ob die Leinen alle noch fest sind und ob die Persenning noch gut sitzt. So ist man auch vor bösen Überraschungen sicher. Im vergangenen Winter sanken am Genfer See einige Yachten, weil sie derart mit Schnee- und Eismassen beladen waren. Auch kann man durch regelmäßige Besuche vorbeugen, dass an der Yacht bei möglichem Zufrieren des Sees Schäden entstehen. „Ist das Boot im Eis eingeforen, geht die Versicherung zunächst von grober Fahrlässigkeit des Besitzers aus. Nur in Ausnahmefällen besteht hier Versicherungsschutz“, so Erich Buck von der Württembergischen Versicherung.

Von besonderer Bedeutung ist natürlich die Sicherheit des Lagerplatzes oder der Bootshalle. Ein Winterdepot unter freiem Himmel sollte so eingezäunt sein, dass Unbefugte nicht leicht eindringen können. Darüber hinaus bieten eine Außenbeleuchtung am Zaun oder der Halle und eine nächtliche Bewachung zusätzlichen Schutz. Von Vorteil ist es zudem, wenn das Winterlager belebt ist. Darüber hinaus wird Dieben die Arbeit erschwert, wenn Trailer, auf denen Motorboote oder Segelyachten „überwintern“, ohne Räder aufgebockt werden. Unabhängig davon sollte man, lässt es sich nicht vermeiden, das Boot auf dem Trailer überwintern zu lassen, die Räder auf etwa 3 bis 3,5 bar aufpumpen, um einen sogenannten „Standplatten“ zu vermeiden. Keine Sorge, die Reifen werden bei diesem hohen Druck nicht platzen, allerdings sollten Sie beachten, im Frühjahr wieder den richtigen Luftdruck einzustellen. Wertgegenstände wie z. B. nautische Geräte, die nicht fest mit dem Boot verbunden sind, verwahrt man sicherer zu Hause.

Hierfür garantiert übrigens die Yachtversicherung Pantaenius ebenfalls Versicherungsschutz. „Übrigens besteht auch Versicherungsschutz, wenn Ausrüstungsgegenstände während des Winterlagers anderweitig, z. B. im Keller oder in einer verschlossenen Garage eingelagert werden“, heißt es in dem eigens für das Winterlager herausgegebenen Info-Blatt. Dasselbe garantiert übrigens auch die Württembergische Versicherung. Über die Frage, ob es besser ist, die Kajüte zu verschließen oder nicht (damit Diebe nicht noch zusätzlich durch gewaltsames Aufbrechen Schäden verursachen), wird viel diskutiert. Dabei kommt es natürlich auch darauf an, wie sich die Versicherung im Schadensfall verhält. Hierzu Erich Buck von der Württembergischen Versicherung: „Die Kajüte muss abgeschlossen sein, sonst zahlt unsere Versicherung nicht.“

Beinahe jedes Jahr ist von irgendwoher zu melden, dass es im Winterlager gebrannt hat. Auch am Bodensee erwischte es im vergangenen Winter einige Boote in Markelfingen. Um das Brandrisiko – insbesondere bei Wartungsarbeiten während der Winterpause – so gering wie möglich zu halten, rät Holger Flindt, Schiffsingenieur und Schadensexperte der Württembergischen und Badischen Versicherung, folgende Schutzmaßnahmen einzuhalten: Rauchen im Winterlager – auch an Bord – ist strengstens verboten. Benzinkanister und Gasflaschen sollten vor dem Einlagern des Bootes entfernt und sicher gelagert werden. Batterien sind abzuklemmen. Laden ist nur unter Aufsicht zulässig. Das Abbrennen von Farbe, schleifen, schneiden, brennen und andere Feuerarbeiten in der Halle sind nur mit Zustimmung der Hallenaufsicht und unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen erlaubt. Anstricharbeiten sind feuergefährlich. Öle, Lacke, Kraftstoffe, Farben, Pinsel etc. sollten nicht in der Halle aufbewahrt und bei Bedarf nur in dichtschließenden Metallbehältern mitgenommen werden. Ordnung verringert Unfallgefahren und erleichtert die Brandbekämpfung. Feuerwehrzufahrten müssen stets frei passierbar sein.

Der Probelauf eines Motors darf nur mit Zustimmung der Hallenaufsicht durchgeführt werden. Die Halle ist gut durchzulüften, die externe Seewasserkühlung sicherzustellen. Elektrische Anlagen sowie Werkzeuge und Geräte müssen den Sicherheitsvorschriften entsprechen (VDE / GS-Zeichen). Die Verwendung von Fehlerstrom-Schutzschaltern erhöht die Sicherheit. Nach der Arbeit ist der Netzstecker wieder aus der Steckdose herauszuziehen. Feuerlöscher und andere Löschmittel müssen gebrauchsfähig sein. Alle Hallennutzer sollten mit der Handhabung der Löschgeräte vertraut sein. Bei einem Brand ist schnelles Handeln wichtig. Feuerlöscher müssen im Abstand von zwei Jahren von Sachverständigen überprüft werden. Brandmeldeanlagen alarmieren rund um die Uhr schon in der Entstehungsphase eines Brandes. Die Installation einer wirkungsvollen Meldeanlage liegt im Interesse aller Bootseigner und des Hallenvermieters. Heiko Zimmermann von Pantaenius rät außerdem: „Wenn das Boot mit einer Plane oder Persenning eingedeckt wird, sollte unbedingt auf schwer entflammbares Material zurückgegriffen werden. Oftmals sind es genau diese Planen, weswegen sich ein Brand schnell ausbreiten kann.“

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