Gegenwind für Kitesurfer

Kite

06.03.2020

Die bis 31. Januar gültige Regelung für das Kitesurfen auf der Schweizerischen Seeseite wurde überarbeitet. Dabei wurde nach Rücksprache mit Naturschutzverbänden und Gemeinden die bisher geltenden Gebiete erweitert. Der Entscheid wurde im Amtsblatt des Kanton Thurgau im Februar veröffentlicht. Dagegen haben die Schweizerische Bodenseeschifffahrt SBS beim Amtsgericht Thurgau Beschwerde erhoben.

Bisher war das Kitesurfen auf der Schweizer Seeseite am Untersee in einem Gebiet östlich von Berlingen bis zum Weisshorn auf der Gemarkung Ermatingen bis zur Seemitte erlaubt. Starten war in einem Gebiet östlich von Münsterlingen in der erweiterten Uferzone bis zum Abstand von 1000 m vom Ufer erlaubt. Die Kitesurfzone Obersee wird jahreszeitlich beschränkt vom 15. März bis 15. November für das Kitesurfen freigegeben.

Bereits 2019 hat der Verband Schweizer Kitesurfer beantragt, dass diese Bereiche auf größere Seeteile ausgedehnt werden. Das zuständige Department für Justiz und Sicherheit des Kanton Thurgaus hat daraufhin eine Vernehmlassung eingeleitet und als deren Ergebnis die erlaubten Gebiete erweitert. Mit dieser Neuregelung zeigten sich neben den betroffenen Gemeinden auch die Naturschutzorganisationen WWF, BirdLife und Pro Natura einverstanden.

Neu wären für das Kitesurfen im thurgauischen Bereich des Bodensees und Untersees folgende Wasserflächen freigegeben:  Am Untersee das Gebiet vom Parkplatz westlicher Ortsausgang Berlingen bis Westerfeld (Weisshorn) auf Gemeindegebiet Ermatingen (ausgenommen die Bucht westlich von Mannenbach) in der erweiterten Uferzone bis zur Seemitte. Als Einstiegsstellen wären erlaubt Eschlibach und Mannenbach, kurz vor der Schifflände.

Am Obersee wurde ein Gebiet vom Badeplatz Güttingen (Zollershus) bis zur Mündung Hornbach Güttingen, von der Mündung Hornbach Güttingen bis Abwasserzweckverband ARA Kesswil in einem Uferabstand von 200 m sowie vom Abwasserzweckverband ARA Kesswil bis Romanshorn, ParkHotel Inseli beim Schlossberg Romanshorn frei geben. Grenze hier ist die Ausschliesslichkeitszone der Schweiz im Bereich der drei Kilometer Linie.

Erlaubt ist das Kitesurfen in beiden Gebieten Untersee und Obersee vom 15. März bis 15. November. Die neue Genehmigung wäre entgegen der älteren unbefritstet.

Das Drachensegeln ausserhalb dieser speziell festgelegten Wasserflächen ist im thurgauischen Bereich des Bodensees und Untersees verboten.

Für das Kitesurfen gelten die Vorschriften der Bodenseeschifffahrtsordnung BSO mit einer Erweiterung aus der 54. Sitzung des ISKB vom 26./27.Juni 2001, dass Kitesurfer allen anderen Verkehrsteilnehmern Vorrang gewähren müssen.

Gegen diesen Entscheid hat die Schweizerische Bodenseeschifffahrt SBS Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau in Weinfelden erhoben. Die SBS, die in diesem Bereich sehr nahe uferparallele Kurse fahren, hat Sicherheitsbedenken. Insbesondere sei es für ihre Schiffe im Bereich der Anlegestelle Uttwil schwierig, den Kitesurfern auszuweichen. Zudem sei auch die Fährelinie Romanshorn - Friedrichshafen von der neuen Kitezone tangiert. Keine Probleme mit den Kitesurfen sieht dagegen die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein. Kritiker zeigen wenig Verständnis für die Beschwerde der SBS.

Am deutschen Bodenseeufer in Baden-Württemberg ist Kitesurfen mit Ausnahmegenehmigung erlaubt. Am bayerischen Seeufer ist es verboten.

In Österreich sind zwei Uferzonen - Rohrspitz und die Uferzone in der Bregenzer Bucht - unter Auflagen zum Kitesurfen frei gegeben.

Für den Kanton St. Gallen sind keine Kitegebiete ausgewiesen.

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