Seenotfälle halten die Einsatzkräfte in Atem

Lindau, 06.06.2011 von IBN

Eine Serie von acht Seenotfällen wurde am Donnerstag am frühen Nachmittag von einem ca. 6,5 m langen Segelboot eröffnet, das vor Nonnenhorn kentert.


Das mit drei Erwachsenen besetzte Boot wurde vom Wasserwachtboot aus Nonnenhorn aufgerichtet und in die Bodan-Werft geschleppt. Das Segelboot hatte bei der Kenterung so viel Wasser übernommen, dass  es durch das Wasserwachtboot gelenzt werden musste. Am Boot entstand erheblicher Sachschaden in noch unbekannter Höhe.
 
Im weiteren Verlauf wurde vor Wasserburg ein gekenterter Optimist gemeldet, der sich trotz Starkwindwarnung auf den See begeben hatte. Das kleine Segelboot war mit einem Erwachsenen besetzt. Zwei Bekannte wollten dem Segler mit einem kleinen Schlauchboot ohne Motor zu Hilfe eilen und gerieten selbst in Seenot. Die drei Personen wurden vom Polizeiboot Hecht aus Lindau gerettet und die beiden Boote geborgen.
 
Als nächstes wurde vor dem Lindenhofbad ein Surfer in Seenot gemeldet. Der Surfer aus Kressbronn wurde vom Wasserwachtboot Seewolf aus Lindau gerettet und das Surfbrett geborgen. Der Surfer  wurde in Ufernähe im Bereich der hinteren Insel wieder abgesetzt.
 
Auf dem Weg zum Surfer in Seenot wurde vom Polizeiboot Hecht vor Wasserburg ein mit zwei Erwachsenen besetzter Katamaran festgestellt. Die Besatzung konnte den Katamaran aufrichten, der dann die Fahrt aus eigener Kraft fortsetzen konnte.
 
Der nächste Seenotfall ereignete sich im österreichischen Vollzugsbereich. Von einem Mitglied der Wasserwacht Lindau wurde vor dem Kaiserstrand in Loch ein Surfer beobachtet, der anscheinend total erschöpft war. Da die Seepolizei Hard anderweitig gebunden war, fuhr das Wasserwachtboot Seewolf aus Lindau und das in der Zwischenzeit alarmierte Einsatzboot der Österreichischen Wasserrettung an. Vor Lochau wurden mehre Surfer festgestellt, die eine Zeitlang durch die Einsatzboote begleitet wurden, bis sie in sicherer Ufernähe waren. Ein Surfer wurde von einem privaten Motorboot aufgenommen und dem Wasserwachtboot Seewolf übergeben. Der Surfer wurde mit seinem Surfbrett im Hafen Zech an Land gebracht.
 
Auf dem Weg zum Kaiserstrand wurde vom Polizeiboot Hecht vor Zech ebenfalls ein erschöpfter Surfer festgestellt. Der Surfer wurde mit seinem Surfbrett an Bord genommen und in Ufernähe wieder abgesetzt.
 
Am frühen Abend wurde der Seepolizei Hard im Bereich des Wetterwinkels ein kieloben treibendes Segelboot gemeldet. Die Seepolizei bat auch hier um Unterstützung, da sich das Wasserwachtboot aus Nonnenhorn in der Nähe befand. Das Segelboot wurde ohne gesetzte Segel im Bereich des Wetterwinkels durch das Wasserboot aufgefunden. Der 58-jährige österreichische Schiffsführer war nicht an Bord. Die Ermittlungen ergaben, dass der 58-jährige alleine von der Schweiz zurück nach Fußach segeln wollte. Es wurde internationaler Seenotalarm ausgelöst. Unter Leitung des Bootes der Österreichischen Wasserrettung wurde eine Suchkette gebildet, an der sich insgesamt 13 Einsatzboote  und 1 Hubschrauber beteiligten. Die Suche nach dem Vermissten musste in der Nacht eingestellt werden und wird fortgesetzt.
 
Der letzte bekannte Seenotfall ereignete sich vor Nonnenhorn. Hier war ein Katamaran gekentert. Die Besatzung konnte den Katamaran selbst aufrichten und laut Mitteilerin in Richtung Schweiz davon segeln.
 
Bereits am frühen Nachmittag wurde im Segelhafen eine gemeinsame Einsatzleitung aus Kräften der Wasserwacht und der Wasserschutzpolizei gebildet. Die gemeinsame Einsatzleitung hat sich wie bereits in früheren Einsätzen bewährt, so dass die Einsatzkräfte gezielt eingesetzt werden konnten. Nach Auslösung des internationalen Seenotalarms waren auch Kräfte der Feuerwehr und des THW Lindau vor Ort.