Jaguar-Legenden und expressionistische Kunst am Bodensee

MAC

Singen, 01.12.2016 von IBN

Kurvenreiche, schnurrende Schönheiten der Marke Jaguar aus der Zeit von 1929 bis 2000 zeigt aktuell das MAC Museum Art & Cars in Singen.

Die neun Automobile stammen allesamt von privaten Sammlern. Zu den Oldtimern gesellen sich Gemälde des Dix-Weggefährten Hermann Wiehl. Der Maler der klassischen Moderne setzt sein Hauptmotiv, den Schwarzwald, mit expressionistischer Farbgebung in Szene. Die Ausstellung mit dem Titel „Farbe | Form | Geschwindigkeit“ ist noch bis zum 28. Mai 2017 im Museumsbau am Fuße des Hohentwiels zu sehen.

Die Geschichte des Jaguars – Jaguare mit Geschichten
Die Geschichte des Hauses Jaguar geht auf die bescheidenen Anfänge der Swallow Sidecar Company in Blackpool, England, zurück. Hier wurde der legendäre Austin Swallow Sport Saloon gebaut, den sein Besitzer zärtlich Lilly taufte. Er verliebte sich in das Automobil (Baujahr 1931) in seinen schlechtesten Tagen, es hatte Rost angesetzt. Nach aufwändiger und liebevoller Restaurierung steht es wieder da wie eine Eins. Lilly gewann für ihren Besitzer den 1. Preis Pebble Beach 2003, den 1. Preis Villa d´Este 2005, holte 2006 den Best of Show Award am Schloss Dyck und den 1. Preis Concours d´Elegance in Schwetzingen. Im MAC Museum Art & Cars erfahren Besucher nicht nur mehr über Lillys Vergangenheit, sondern auch über ihre inneren Werte. So hält das Handschuhfach beispielsweise eine integrierte Puderdose bereit.

Schnittige Rennwagen vor moderner Schwarzwaldmalerei
Neben rüstigen Damen wie Lilly zeigt das MAC Museum Art & Cars auch echte Legenden wie eine Recreation des Jaguar D-Type, Baujahr 1956. Mit seinem Sechszylinder-Motor erreichte das zweisitzige Rennfahrzeug ca. 250 km/h. Gleich dreimal holten Jaguar D-Typen den Gesamtsieg des legendären 24-Stunden-Rennens von Le Mans. Ein wunderschöner Jaguar E-Type Serie 1 bringt den Markentraum „Jaguar“ auf den Punkt – und wurde zum Plakatmotiv der Ausstellung. Künstlerisches Leitmotiv ist das blaue Selbstbildnis des 1900 geborenen Künstlers Hermann Wiehl. Starr der Blick, die große Krempe eines schwarzen Hutes ragt über die knallroten Ohren am blauen Kopf. Es ist eines der interessantesten expressionistischen Portraits seiner Zeit.

Anekdoten und restaurierte Schätze 
Der Schwarzwaldmaler war der einzige Schüler von Otto Dix. Die enge Zusammenarbeit von Dix und Wiehl zeigt sich nicht nur im Stil, sondern auch in sprichwörtlichen Randnotizen. Die Rückseite eines der Wiehl-Bilder nutzte Dix kurzerhand als Notizzettel: „Sollst deine Frau anrufen zwischen 6 und 8“. Diese und andere Anekdoten erfahren die Museumsbesucher vor allem bei Führungen. Eine weitere außergewöhnliche Geschichte erzählt der Lister Jaguar, der ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist. Einst von der Renngröße Brian Lister selbst gebaut und mit einem Jaguar-Motor bestückt, wurde die Rennlegende nach ihrer großen Zeit vergessen – und fristete ihre Tage im Obstgarten einer Farm in Oklahoma. Ein Schüler entdeckte das Auto dort und versetzte sein Motorrad, um es zu kaufen. Acht Jahre später, mit abgeschlossener Ausbildung und etwas Geld in der Tasche, nahm der junge Mann die Wiederherstellung seines Schatzes in Angriff. Das Ergebnis der Restaurierung gilt als Meisterleistung: Bis auf ganz wenige Ausnahmen an der Karosserie sind die Komponenten des Fahrzeugs original geblieben. Der Lister Jaguar sieht aus wie in seinem Geburtsjahr 1958.

Autos und Kunst im Dialog
Im MAC Museum Art & Cars treten Fahrzeuge und Kunstwerke immer in einen Dialog. Die Marke Jaguar steht für ikonisches Design, für Spritzigkeit mit Rundungen und die Lust an der Perfektion. Die neun Automobile aus Privatsammlungen korrespondieren mit den Gemälden von Hermann Wiehl, mit denen sie gemeinsam ausgestellt sind. Seine Schwarzwaldgemälde zeichnen sich aus durch ein außergewöhnliches kompositorisches Farbgefühl. Tiefdunkle, ins Schwarz gehende Farben bestimmen die Bilder und geben ihnen eine schwerblütig-erdhafte Ausstrahlung. Eine ruhige, tiefe Schönheit entfaltet sich. Farblich entsteht eine Harmonie zwischen Kunst und Jaguaren. Die Landschaftsbilder laden die Besucher ein zu einer gedanklichen Ausfahrt mit den gezeigten automobilen Schätzen. 

Hauptsach Kultur und Kunscht

...des isch Kunscht und i bin de Kurator...

Toller Bau, das Museum, schade ist nur die diletantische
verzweifelte Kombination aus AUTO und KUNSCHT.
Das ist mal was für die Banausen.
Da kann man wie Samstags AUTO gucken gehen,
und sich den Dünkel des Kunstinteressierten hingeben.

Es ist eine traurige Kombination. Mercedes erhebt den
"Warhol" (War-HOHL) zum Hibe und das MAC bläst ins selbe Horn.
Kunst verkommt zu Nebensache ,
es geht um Autos.
Geld und Bildung sind zweierlei und eindruckvoll zeigt das MAC die Bedürfnisse der Besucher.
Auto gucken und behaupten, man war in Sachen Kunst unterwegs.
Kunsttechnisch ist im MAC das vertreten was keine Galerie mehr zeigen will.
Es ist dunkel und eng . Für die Austellung die sich ohnehin für einen Schnelldurchlauf eignet, sind die Räume schlecht.

Die AUTOS, VIEL wichtiger als der Aufhänger Kunst,
finden im MAC die ideale Bühne. Stehen sie zumal da, wo eigentlich der Kunstbetrachter stehen sollte.

Daneben ist eben vorbei!! Thema verfehlt, das MAC feiert sich als toller Millionenbau , aber nicht als Ort der Musse
und Künste.
Lässt man den Fauxpas Auto weg, kann man aus dem MAC eine Galerie machen. Dann nicht "resteverwertend" grosse Namen im Kuddelmuddel ausstellen,
sondern Künstlern ein Forum bieten wäre was gutes gewesen.
kim mahl am 05.12.2016 08:21:27
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