Tipps zum Gebrauchtbootkauf

Gebrauchtkauf - etwas für Schnäppchenjäger?

01.01.2010 von IBN

Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Diese Grundregel, die für viele Produkte des täglichen Lebens gilt, verschont auch den Geldbeutel des Bootsbesitzers nicht, der sein Boot auf dem Gebrauchtbootmarkt an den Mann bringen will: Als Anbieter sieht er sich derzeit mit einem Überangebot konfrontiert und weil viele Gebrauchte auf dem Markt sind, purzeln die Preise. Zu einem riesigen Angebot gesellen sich weitere Nachteile wie preisliche Talfahrt bei Neubooten oder der Preisverfall beim Zubehör – vor allem bei elektronischen Geräten. Die immer umfangreichere Standardausrüstung durch die Werften wirkt sich ebenfalls preismindernd auf Gebrauchte aus.

Ein Gebrauchtboot zu einem guten Preis zu verkaufen, gestaltet sich folglich schwierig. Und Verkaufsprobleme gibt es nicht nur bei exotischen, älteren oder größeren Yachten, deren Preis weit jenseits der Mittelklasse liegt und sich in den Hunderttausenden bewegt. Nein, es gibt sie auch bei den vielen kleinen und mittleren Familienyachten um die 20 Fuß und größer, die zu Hunderten die Gebrauchtbootseiten der Wassersportpresse füllen. In der Masse geht das einzelne Angebot fast unter und für manches Boot ist es schwierig, einen Käufer zu finden – zumindest wenn es nicht nur schnell, sondern auch zu einem guten Preis verkauft werden soll. Die Preisspirale nach unten in den letzten Jahren (vor allem im Segelbootbereich um die 30 Fuß) drückt den Wiederverkaufswert gerade älterer Modelle, die im Extremfall vielleicht sogar einmal teurer waren wie ein vergleichbares Neuboot heute.

Trotz oder gerade wegen der genannten Schwierigkeiten für den Verkäufer boomt der Gebrauchtbootmarkt, der vor einigen Jahren noch eher ein Schattendasein fristete. Der Umsatz mit Secondhandbooten hat nach Aussagen des Bundesverbandes Wasserwirtschaft inzwischen fast den Umsatz bei Neubooten erreicht. Des einen Freud, des anderen Leid. Jede Medaille hat bekanntlich eine Kehrseite und hier liegt ein Grund für diesen Boom. Denn was für den Anbieter nachteilig ist, gereicht dem Kaufwilligen nur zum Vorteil, für den es noch nie so preisgünstig war, an ein gebrauchtes Boot zu kommen. Und so profitiert vom harten Preiswettbewerb am Ende auch der, der sein altes Secondhandboot verkauft hat, um ein anderes zu erwerben. Er muss billiger verkaufen, kann aber eventuell auch günstiger zu seinem gebrauchten oder gar neuen Traumboot kommen, denn als Käufer hat er wieder alle Trümpfe in der Hand.

Der Massenmarkt der Mittelklasse

Mancher Bootsverkäufer kann angesichts des Wettbewerbsdrucks längst nicht den Preis erzielen, den er sich eigentlich vorgestellt hatte. Denn fast immer ist der erzielte Betrag die Basis für seine Neuanschaffung, so dass der Preis zunächst sehr hoch angesetzt wurde, weil man möglichst wenig für das „Neue" drauflegen will. Diese Verkaufstaktik kennt jeder aus seinem eigenen Erfahrungsschatz. Doch hier spielt ein psychologisches Moment dem Verkäufer einen Streich: Denn wer sich einmal innerlich von seinem früher so heiß geliebten Boot verabschiedet hat, der möchte es auch so schnell wie möglich loswerden. Der investiert nichts mehr und ist, je länger es dauert, bereit, einige Mark nachzulassen. Der eigentliche Bremsklotz für ihn ist das alte Boot, das erst verkauft werden muss, bevor man sich ein neues anschaffen kann. Je länger das dauert, desto weiter wird der Eigner im Preis heruntergehen. Gut beraten ist also ein Käufer, der Geduld hat und warten kann.

Preisstabile Boote sind rar Die Zahl der Boote dagegen, wo das Angebot knapp ist und die Werften vielleicht nach Gebrauchtbooten suchen, weil sie bereits Käufer auf einer Warteliste haben, sind ausgesprochen rar. Beispiele sind bei uns am See z. B. einige skandinavische Werftklassen oder bestimmte Klassenboote wie preisgünstige, ältere H-Boote (denn der Regattasegler will ein neues Boot). Solche Boote können manchmal bereits kurz nach Erscheinen einer Gebrauchtbootanzeige weg sein und die Preise sind seit Jahren relativ konstant. Preisstabil ist auch das ein oder andere Erfolgsmodell, bei dem potentielle Käufer meist umsonst hoffen, vom Wertverlust eines drei oder vier Jahre alten Bootes profitieren zu können. In diese Kategorie gehören einige der neuen Dehler-Yachten oder z. B. die X-99. Am teuersten als Gebrauchte sind jedoch Serienbauten aus anerkannt guten, noch existierenden Qualitätswerften wie z. B. Hallberg-Rassy, Najad oder Swan. Hier kann man sich manchmal selbst für ein älteres Boot annähernd am damaligen Neupreis orientieren – zum Leidwesen derer, die so ein Boot günstig erwerben möchten. Wer aber als Käufer den Markt sondiert und nicht auf einen bestimmten Typ festgelegt ist, findet immer irgendwo ein Schnäppchen.

Teure Einzelbauten können Schnäppchen sein

Nehmen wir z. B. irgendeine teurere Yacht – vielleicht so um die 300 000 Mark und aufwärts. Wer ein Boot in dieser Preisklasse kaufen will, hat meist auch genug Geld, noch ein paar Mark draufzulegen und sich auf der Werft genau seine Vorstellung vom eigenen Neuboot verwirklichen zu lassen. Andererseits gilt, je größer ein Einzelbau, um so weniger wird man von einem allgemein gültigen Verkehrswert ausgehen können. Eine Yacht, die vor 10 Jahren eine halbe Million Mark oder Franken gekostet hat, kann heute für einen Preis von 300 000 Mark oder auch nur für 100 000 Mark seinen Besitzer wechseln. Und wenn eine Yacht einen guten Namen hat, weil sie vielleicht erfolgreich auf der Regattabahn war oder von einem renommierten Designer und einer bekannten Werft stammt, kann man bei früher einmal teuren Einzelbauten manchmal echte Schnäppchen machen. So wechselte vor wenigen Wochen eine nur acht Jahre alte Holzyacht für rund 70 000 Mark von der Ostsee an den Bodensee. Das Boot, das von einem renommierten Yachtkonstrukteur stammte, war speziell nach den Wünschen des Eigners in Holzleistenbauweise gebaut worden. Eine gute und dauerhafte Bauweise. Doch für das ranke Boot, das zudem einen hydraulischen Liftkiel und keine Stehhöhe hatte, fand sich an der Ostsee kein Käufer. Ideal war das Boot aber für einen sportlichen Segler am Bodensee. Der musste lediglich noch für rund 10 000 Mark die Maschine tauschen, weil die eingebaute nicht die BSO-Abgasstufe II erfüllte. Für rund 76 000 Mark – der gebrauchte Motor wurde gesondert verkauft – hatte er ein Boot erworben, das einmal rund 250 000 Mark gekostet hat. Ein echtes Schnäppchen, denn ein Holzboot mit nur acht Jahren auf dem Buckel ist so gut wie neu.

Echte Notverkäufe und Zwangsversteigerung

Todesfälle, plötzliche Geldnöte oder familiäre Veränderungen (Kinder, Ultimatum der Ehefrau oder schon die Scheidung) sind neben dem Überangebot ebenfalls günstige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Bootsankauf. Denn so bedauerlich das in manchen Fällen ist, gilt auch hier: des einen Leid ist des anderen Freud. Oft haben Erben mit einer Yacht nichts am Hut, weil sie z. B. weit weg vom Standort des Bootes leben und es daher gar nicht nutzen können. Sie wollen nur schnellstens Bares sehen, da die Kosten ja weiterlaufen. Die Yachten aus solchen Gelegenheiten befinden sich zudem noch in dem guten Zustand, wie es sich der Eigner vorgestellt hatte. Und ein Liegeplatz ist manchmal auch dabei, da kein Neukauf angestrebt wird. Günstig werden Yachten oft auch auf Zwangsversteigerungen angeboten, da die Gerichtsvollzieher wissen, dass Yachten schwerer schnell zu verwerten sind, als andere Dinge. Zum einen braucht der Käufer einen Liegeplatz, zum anderen ist der Interessentenkreis klein und beschränkt sich meist auf wenige Personen, so dass nur in ganz seltenen Fällen der Marktwert erzielt werden kann. Zwangsversteigerungen kommen allerdings nicht sehr häufig vor, nach unserer Beobachtung sind es nicht mehr als zehn, vielleicht maximal bis zu 20 Booten pro Jahr, die rund um den See unter den Hammer kommen (ganz anders verhält es sich mit Notverkäufen, die regelmäßig in den Anzeigenrubriken vorkommen). Häufig sind Boote aus Versteigerungen leider in schlechtem Zustand, weil sich der Geldmangel des Eigentümers auch in ihrer (schlechten) Pflege niederschlägt. Die Boote stehen monatelang bis z. B. die Werft die Zwangsversteigerung betreibt, weil der Eigner sein Winterlager oder Reparaturen nicht mehr bezahlt hat.

Günstiges aus dem Chartermarkt

Die ständig wachsenden Charterflotten sorgen ebenfalls für manch preisgünstiges Angebot. Die aus Altersgründen ausrangierten Yachten können durchaus tüchtige Gebrauchtboote sein. Man kann ohne weiteres Zutrauen zu solchen Booten haben, denn wenn das Boot Hunderte von sorglosen Charterkunden ausgehalten hat, kann es einem Privatmann auch noch viele Jahre gute Dienste leisten. Vielleicht hat man sogar besonderes Zutrauen zu einem Charterboot, weil es kaum rauere Betriebsbedingungen für eine Yacht geben kann. Es ist also eine Frage des Standpunktes, wie man ein Charterboot als Gebrauchtes betrachtet. Bei seriösen Charterfirmen werden die Yachten fortlaufend gewartet und nur deshalb verkauft und außer Dienst gestellt, weil sie wegen des Alters für die Urlaubssegler, die am liebsten immer das aktuellste Modell einer Werft anmieten, nicht mehr attraktiv sind. Im Übrigen sind die Boote für den Vercharterer dann abgeschrieben.

Vorsicht bei Exoten und Bastelyachten

Preisgünstig sind meist auch „exotische" Yachten. So haben z. B. Selbst- und Eigenausbauten meist einen sehr niedrigen Verkaufswert, es sei denn, es findet sich ein (einfältiger) Liebhaber für eine solche Yacht. Gleiches gilt für manche „Erfinder- und Bastleryacht", an der der stolze Vorbesitzer alle seine epochalen Ideen zur Verbesserung des Handlings, der Segeleigenschaften oder des Antriebssystems verwirklicht hat. So z. B. ein Dschunkenrigg auf einem Folkeboot, eine Jolle mit untergebolztem Flügelkiel, ein zum Motorsegler umgerüstetes Motorboot, ein mit Spoiler verlängertes Segelboot oder ein Motorboot mit nachträglich angebauter Badeplattform. Es gibt unendlich viele Beispiele dafür, was für erstaunliche Bastler es unter den Wassersportlern gibt – gute wie saumäßig schlechte. Die Freude, die der Eigner beim Basteln hatte, wird der Käufer allerdings kaum bezahlen wollen und nur in den seltensten Fällen schätzen. Ein Rigg auf einem Motorboot, das nie zum Segeln taugt, dafür aber sehr preisgünstig erstanden wurde, ist jedoch schnell wieder abgebaut und ein Dschunkenrigg bei einer Delanta ebenso schnell und preiswert wieder durch ein herkömmliches ersetzt. Die Anschaffung kann also durchaus rentabel sein. Bei allen „Erfinder- und Bastlerbooten" empfiehlt sich trotzdem, besondere Vorsicht walten zu lassen und im Zweifelsfall lieber von einem Kauf Abstand zu nehmen. Denn die „Bastler" haben meistens nicht nur ungeheure Preisvorstellungen, sie wissen auch genau, wo der Haken liegt, der sie veranlasst hat, ihr Boot loszuwerden. Kaum jemand wird versteckte Mängel so geschickt umgehen können, wie der, der sie genau kennt. Die Finger weg lassen sollte man grundsätzlich von Booten, die konstruktiv verändert wurden, egal wie günstig sie angeboten wurden. Da gibt's die tollsten Dinge: So sind mir „Umbauten" bekannt, bei denen die Eigner ihr Boot in der Mitte auseinander sägten, um die vermeintlich zu kurze Wasserlinie um ein gutes Stück zu verlängern. Für Interessenten gilt: Finger weg. So ein Boot taugt bestenfalls für den Shredder.

Ausrüstung verliert schnell an Wert

Es gibt aber auch andere Dinge, die ein Gebrauchtboot zu einem Schnäppchen werden lassen können. Viele Eigner haben ihre Boote im Laufe der Jahre gehegt und gepflegt, sie haben immer neue Ausrüstung angeschafft und das Boot genau nach ihren Vorstellungen eingerichtet. Beim Verkauf meinen sie natürlich, das müsste ihnen der Verkäufer „rückvergüten". Denn das was der Skipper an Kapital in das Boot fließen ließ, soll ja für ihn nicht verloren sein. Diese vielleicht vor ein paar Jahren noch realistische Anschauung ist heute bei weitem nicht mehr „gängig". Denn die Werften liefern die Neuboote heute meist so perfekt ausgerüstet ab, dass der potentielle Käufer angesichts nachträglich eingebauter Technik wie Log, Lot, GPS, Charger oder gar Inverter nur milde lächeln kann. Denn generell lässt sich heute kaum jemand durch eine Fülle von Zubehör blenden. Elektronischer Schnickschnack gehört heute dazu und ist nach ein paar Jahren ohnehin nichts mehr wert. Für manchen Käufer wird es ein altes Echolot aber tun, weil er nicht immer das neueste Zubehör braucht. Ein reichlich ausgerüstetes Boot kann dann für ihn, wenn er alles Zubehör, angefangen vom Trailer über das Beiboot bis hin zum Fernglas zusammenrechnet durchaus ein echtes Schnäppchen sein.

Ein paar Grundregeln für den Kauf - Einige Grundregeln für den Bootskauf:

  1. Die in den Kleinanzeigen der Wassersportpresse genannten Preise sind meist „Traumpreise" der Bootsbesitzer, die bewusst zu hoch angesetzt sind, um Verhandlungsspielraum zu haben. Nur in ganz seltenen Fällen sind diese Preise realistisch und werden auch bezahlt. Während sich der Preis eines Gebrauchtwagens relativ genau festmachen lässt, kann man bei einem Boot nur schwer einen marktgängigen Preis ermitteln. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Yachten nur in kleinen Serien gebaut worden sind, so dass es trotz des zahlenmäßig unübersichtlichen Yachtmarkts nur schwer Vergleichsmöglichkeiten gibt. Wer will, kann es beim Gebrauchtbootkauf vorsichtig mit einer Preisliste, ähnlich der bei Autohändlern so beliebten „Schwacke-Liste" probieren. Aber auch hier gilt: Fehlende Vergleichsmöglichkeiten setzen ein dickes Fragezeichen hinter die Schwacke-Preise. Am ehesten zu vernünftigen Einschätzungen gelangt man, wenn man regelmäßig die Gebrauchtbootseiten studiert und Preise vergleicht und notiert. Mit der Zeit bekommt man dann ein Gefühl dafür, was preiswert ist und was nicht.
  2. Sätzen wie: „Es fällt mir schwer, mich von meiner Yacht zu trennen, sie ist uns so ans Herz gewachsen, dass wir sie nur in gute Hände abgeben!", sollte kein Käufer glauben. Übersetzt heißt das nämlich nichts anderes als: „Das Boot hat unsere Bedürfnisse erfüllt, lief gut und wurde von uns auch ordentlich gepflegt, doch jetzt soll es schnellstens für möglichst viel Geld an den Mann gebracht werden." Gefühlsduselei ist beim Bootskauf der Vernunft nur im Wege. Denn kein Mensch verschenkt etwas und der Verkäufer möchte nur eins, Bares.
  3. Gut beraten ist daher der Kaufinteressent, der im richtigen Moment mit Barem winken kann.
  4. Der Kauf einer Gebrauchtyacht ist manchmal einfacher als der einer neuen Yacht. Denn Gebrauchte haben eine Vergangenheit und es ist durchaus zuverlässig aus dieser auf die Qualität und Tauglichkeit einer Secondhandyacht zu schließen. Eine Yacht, die viele Seemeilen auf dem Buckel hat, hat eben bewiesen, dass sie dazu in der Lage ist. Dass eine Yacht dadurch in ihrer Substanz gelitten hat, ist bei modernen GFK-Yachten nur in Extremfällen anzunehmen.

Ein paar Tipps für die Besichtigung

Schon in vergangenen Holzbootzeiten galt, die Visitenkarte einer Yacht ist immer die Bilge. Das gilt auch heute noch bei GFK-Yachten. Denn selbst wenn sie unmittelbar zuvor peinlichst gereinigt wurde, bleiben Spuren ihres ursprünglichen Zustandes, aus denen man mit detektivischem Spürsinn einiges schließen kann. Wenn bei einem Blick in die Bilge z. B. festgestellt wird, dass sich darin noch der Holzstaub der Werft befindet und sie praktisch unbenutzt ist, dann sollte man diese Yacht sofort kaufen, wenn sie günstig ist! Hat der Eigner dagegen im letzten Moment einen Neuanstrich gemacht und ist die Farbe noch nicht ganz trocken, dann sollte man vorsichtiger sein. Das krasse Gegenteil ist eine Bilge, in der eine stinkige dunkle Brühe steht. Vor allem bei Holzbooten hört man dann immer wieder den Kommentar: In einem Holzboot steht eben immer eine Handbreit Wasser. Das ist nur bedingt wahr und sollte sofort Anlass gründlicher Prüfung sein. Denn der Kaufinteressent kann sicher sein, dass der Eigner das Boot leer pumpte, kurz bevor sein Kunde an Bord kam.

Ist die dunkle Brühe in der Bilge auch noch mit Fett oder Öl vermischt, dann muß unbedingt die Herkunft festgestellt werden. Ein paar Tropfen aus der Stopfbuchse wären verzeihlich, ist es mehr, ist der Motor oder das Auspuffsystem vielleicht nicht mehr in Ordnung. Der nächste Blick gilt dem Motorenraum: Der äußere Zustand der Maschine sagt meist nicht so viel aus wie die Ölwanne unter der Maschine. Ist hier viel Wasser und die Ursache, neben den paar Tropfen aus der Stopfbuchse, nicht klar, dann ist Ärger vorprogrammiert. Einen guten Aufschluss gibt auch der Betriebsstundenzähler der Maschine: Volvo geht bei seinen Einbaumotoren z. B. bei guter Pflege und günstigen Fahr- und Revierbedingungen ohne weiteres von einer Standzeit von 6000 bis 20 000 Betriebsstunden und mehr aus. Kleinere Außenborder haben eine Standzeit von rund 800 und mehr Stunden, das sind rund 10 bis 15 Jahre, dann haben sie ihr Rentenalter erreicht. Steht der Betriebsstundenzähler eines Diesels also bei rund 2000 oder 3000 Stunden, sollte der Motor ohne Probleme noch für das Doppelte gut sein, wenn er immer ordentlich eingewintert, gepflegt und gewartet wurde.
Die Frage nach dem letzten Ölwechsel, Ölfilterwechsel und dem verwendeten Öl sollte der Eigner daher spontan beantworten oder noch besser nachweisen können. Denn das gibt Auskunft über die Wartung und Pflege. Hat der Verkäufer die Maschine warm laufen lassen, dann stellt sich die Frage wieso? Weil sie schlecht anspringt oder weil die

Batterien schwach auf der Brust sind?

Jeder ordentliche Motor springt sofort oder nach kurzem Vorglühen (Diesel) an. Dann sollte man auf den Lauf und die Abgase achten. Nageln auf einem oder allen Zylindern beim Diesel, schwarzer oder blauer Rauch und schlechte Leistung bei Vollgas deuten auf Defekte hin. Beim Benziner ist vor allem blauer Rauch ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Kein GFK-Boot sollte gekauft werden, bevor das Unterwasserschiff auf Blasen abgesucht wurde. Nicht jedes gefundene Bläschen ist ein Indiz für Osmose, aber Blasen sind ein Grund beim Kauf vorsichtig zu sein. Im Zweifelsfall muss ein Experte zu Rate gezogen werden, denn Osmosesanierungen sind richtig teuer. Ein ausführlicher
Vertrag

Kaufvertrag

Den Kaufvertrag kann man am Schluss per Handschlag besiegeln. Sicherer ist jedoch, wenn man einen ausführlichen Vertrag aufsetzt, der viel beweiskräftiger bei eventuellen Meinungsverschiedenheiten ist. In den Vertrag kommt lieber zu viel als zu wenig. Insbesondere sollte im Kaufvertrag auch das Zubehör bis zur letzten Tasse verzeichnet sein. Wenn sich der Verkäufer zu Nachbesserungen (z. B. eine Osmosesanierung) oder Nachlieferung von Zubehör (z. B. ein in Reparatur befindliches Log) verpflichtet hat, sollte man den Rückbehalt eines Restkaufpreises vereinbaren. Denn mit der Übergabe der Yacht ist bei den meisten Vorbesitzern das Boot aus dem Sinn und nur die Aussicht auf einen Restbetrag hält seine Motivation wach, auch die letzten Bestandteile des Kaufvertrages zu erfüllen. Zum Abschluss lässt man sich vom Verkäufer möglichst alle Papiere übergeben, angefangen von Messbriefen bis hin zu Bedienungsanleitungen, denn solche Dinge sind für den Käufer eine große Hilfe. 

http://www.schepenkring.de

Hallo zusammen,
vielen lieben Dank für den spannenden und hilfreichen Artikel. Ich finde es super, dass ihr so viele Tipps zum Kauf eines gebrauchten Bootes aufführt. Ich habe gelernt, dass man als ersten auf die Bilge achten muss. Diese ist das Aushängeschild für den Zustand des Bootes. Auf der folgenden Webseite habe ich weitere Informationen zum Thema gefunden.
Viktoria Maisner am 24.02.2017 09:27:38
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