H-Jollen-Klasse feiert vom 31. Juli – 02. August des Jahres ihren 90. Geburtstag

H jolle

Plön, 28.07.2015 von IBN

Bei Seglern gibt es immer dann etwas zu feiern, wenn runde Geburtstage ihrer Segelklasse anstehen. Die H-Jollen-Klasse kann auf Grund ihrer Geschichte sogar gleich dreimal den selben Geburtstag feiern. In diesem Jahr also zum dritten Mal ihren neunzigsten. Der Grund ist folgender:

1921 – der Deutsche Segler-Bund (D.S.B.) beschließt am 16. Juli 1921 die Schaffung einer 15-m²-Wanderjolle (Segelzeichen H).

1923 – Die Baubestimmungen des D.S.B. werden veröffentlicht.

1925 – Der Deutsche Segler Verband (D.S.Vb.) beschließt die Schaffung einer15-m²-Binnenfahrtjolle (Segelzeichen F).

Die Geschichte der H-Jolle

Bis 1933 gibt es mit dem Deutschen Seglerverband (D.S.Vb.) und dem Deutschen Segler-Bund (D.S.B.) zwei große Wassersport-Organisationen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wird der D.S.B. dann aber zur Liquidation gezwungen und der Segler-Verband aufgelöst. Im neuen Deutschen Seglerverband (D.S.V.) werden die registrierten H- und F-Jollen zunächst gezählt. Da es mehr H-Jollen im Bund als F-Jollen im Verband gibt, müssen die F-Jollen-Segler ihre Boote neu vermessen und registrieren lassen und auch ein H ins Segel nähen. Zusätzlich werden die Baubestimmungen angepasst.

Die 15-m²-Wanderjolleist gleichermaßen als Wander- und Regattajolle geeignet und für eine lange Lebensdauer mit einem soliden Baubesteck ausgestattet. So sind heute noch viele der in Vollholz gebauten klassischen H-Jollen – teils gaffelgetakelt, ausgerüstet mit hölzerner Vorstagspiere und dem typischen Langlattensegel – erhaltenen. Als Konstruktionsklasse konnte sich die Jolle im Laufe der Jahrzehnte immer dem neusten Stand bootsbauerischer Entwicklungen anpassen. Viele Grenzmaße sind noch heute gültig: Höchstlänge 6,20 m, Mindestbreite 1,70 m, vermessene Segelfläche 15 m².

Neue Baustoffe machen dann aber auch vor der H-Jolle nicht Halt. Anfang der 1970er Jahre entstehen die Rümpfe in GFK, bald aber auch breitere, formverleimte Sperrholzrümpfe. So präsentiert sich die inzwischen 2,15 m breite und 190 kg schwere Gleitjolle heute mit Doppelboden, modernem Alu- oder Carbonrigg, Trapez (seit 1979) sowie Spi (der wurde auch schon vor dem Krieg gesegelt) und allem, was heute im modernen Jollensport "in" ist.

Die großen Jubiläumstreffen der Klassenvereinigung fanden alle im Norden statt. Zum 60. 1985 in Bosau, 2000 aus Anlass des 75jährigen Bestehens der Klasse in Plön. Nun steht das 90jährige Bestehen der Klasse an und der Plöner Segler-Verein ist erneut Gastgeber. Erwartet werden wieder Gäste auch aus der Schweiz und erstmalig aus Polen. Dort existiert mit der Omega-Klasse nämlich eine Schwester der H-Jolle.

Ausrichter der diesjährigen Jubiläumsregatta ist wieder der Plöner Segler-Verein. Geplant sind sechs Regatten: Dreicksregatten, Regatten auf dem historischen "Traditionskurs" des Clubs, der publikumswirksam direkt vor den Steganlagen des PSV gestartet wird und dort auch endet, und eine Streckenregatta rund um den Plöner See auf dem sogenannten "Käpt'n-Ferck-Kurs", benannt nach dem ersten Vereinsvorsitzenden des 1908 gegründeten Clubs.

Unter dem Motto "Vergangenheit trifft auf Gegenwart" wird erneut eine Rekord-trächtige Anzahl von neuen und vor allem auch alten, in Vollholz gebauten H-Jollen erwartet. Die Einladung ist außerdem wieder an ehemalige H-Jollen-Segler und Freunde der Klasse gerichtet, von denen die ältesten noch lebenden schon in den 1950er- und 1960er-Jahren H-Jollen gesegelt sind. An allen Tagen wird es für diese Gäste Regatta-Begleitfahrten geben, geplant sind außerdem die Besichtigung des komplett renovierten Plöner Schlosses, ein Museumsbesuch und Dampferfahrten über den Plöner See.

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