Mit mehr als 35 Knoten übers Wasser

Tri

Kiel, 28.05.2015 von IBN

Skipper Sidney Gavignet hat den exzellenten Steuermann neben Weltumsegler Boris Herrmann aus Hamburg als Navigator und Omans bestem Hochseesegler Mohsin Al Busaidi in die Crew geholt.

Zusammen wollen sie den eigenen Streckenrekord unterbieten, den das Flaggschiff aus dem Sultanat erst voriges Jahr aufgestellt hat. Die Trauben hängen hoch: Nur 107 Minuten und 22 Sekunden brauchte der 21 Meter lange und fast 17 Meter breite Hightech-Racer voriges Jahr für die 27,5 Seemeilen lange Strecke aus der Kieler Innenförde nach Eckernförde. Dabei erreichte er Spitzengeschwindigkeiten von 35 Knoten, knapp 70 km/h. „Das ist schon eine fabelhafte Zeit, die nur unter idealen Windbedingungen zu verbessern sein dürfte“, meint Sidney Gavignet, der 2014 selbst nicht an Bord war, sondern vom damaligen Co-Skipper Damian Foxall aus Irland vertreten wurde. „Unsere Crew ist damals auch sehr smart gesegelt“, weiß der Franzose, „aber wir lieben die Herausforderungen und wollen zunächst vor allem wieder Erster im Ziel sein.“

 Boris Herrmann ist auch ein Rekordhalter beim Welcome Race, denn er navigierte die 30,5 Meter lange „Esimit Europa 2“ mit Skipper Jochen Schümann vor zwei Jahren zur schnellsten Zeit, die jemals ein Einrumpfboot von Kiel nach Eckernförde erzielt hat. Auf der „Esimit“, die für den Yacht-Club von Monaco startet, knüpfte der geborene Oldenburger auch Kontakt zu Pierre Casiraghi. Zusammen gewannen sie den Giraglia Rolex Cup 2014. Gemeinsam planen sie internationale Zweihand-Starts. „Pierre ist natürlich ein Stück weit prominent, aber für mich in erster Linie ein wirklich guter Segler und Freund“, so Herrmann.

 Drei Streckenrekorde als Empfehlung

Er selbst wird mit der Empfehlung von drei frischen Streckenrekorden zurück nach Kiel kommen, wo er eine ganze Zeit lang wohnte. Am 31. Mai wird er mit der getunten VO70 „Maserati“ von Giovanni Soldini 26 Tage nach dem Start von San Francisco aus nach 7.315 Seemeilen in Shanghai erwartet. Mit dem 103 Fuß langen Maxi-Trimaran „Landing Club“ unter US-Skipper Ryan Breymaier, mit dem er das Barcelona World Race 2010/11 als Fünfter beendet hatte, schaffte Herrmann zuvor neue Bestzeiten von Newport/USA nach Bermuda sowie beim Sprint von Cowes über den Englischen Kanal nach Dinard/Frankreich.

 

Das vergleichbar lange Welcome Race der Kieler Woche fordert jedoch durch die starke Kursänderung in die Eckernförder Bucht hinein besonders. „Bei kaum einer Windrichtung verläuft das Rennen ohne mehrere Wenden oder Halsen“, so der geborene Oldenburger, der am heutigen Donnerstag (28. Mai) seinen 34. Geburtstag auf dem Pazifik feiert, „da kommt es nicht nur auf die Geschwindigkeit, sondern vor allem auch auf die richtige Richtung an.“