Fast eine Kenterung

Kenter

San Francisco, 15.09.2013 von IBN

An die 50.000 Zuschauer wollten am Samstag die Rennen um den 34. America’s Cup sehen und wurden Zeugen eines dramatischen Zwischenfalls im Duell zwischen dem Titelverteidiger ORACLE TEAM USA und dem Herausforderer Emirates Team New Zealand
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Es konnte nur die achte Wettfahrt beendet werden. Nach einem Sieg des Titelverteidigers mit 52 Sekunden Vorsprung haben die ORACLE-Fans wieder Hoffnung auf ein Comeback. Alle Anhänger des Herausforderers indes sind heilfroh, dass der neuseeländische AC72 noch aufrecht steht und in einem Stück ins Dock zurück kam, nachdem das Team auf der Kreuz nur Millimeter von einer Kenterung entfernt war.
 
„Man kann einer Kenterung nicht näher kommen, als wir das heute getan haben“, sagte Emirates Team New Zealands Skipper Dean Barker, der an den Rand des Leerumpfs gepresst war und den mehr als 42 Meter breiten Katamaran über sich aufragen sah. „Doch wir nehmen wir aus diesem Tag viel Positives mit. Wir sind nach wie vor sehr zufrieden mit der Performance unseres Bootes, andererseits gibt es immer noch Dinge, die wir besser machen können. Wir werden morgen mit aller Macht mit um die nächsten Punkte kämpfen.“
 
Das Emirates Team New Zealand führt unverändert mit 6:0 Punkten, nach Siegen steht es nun aber 6:2. Um den 34. America’s Cup zu gewinnen, sind neun Punkte nötig. Die Neuseeländer benötigen dazu nur noch drei weitere Siege, während das ORACLE TEAM USA noch neun Wettfahrten gewinnen muss. Nun hat ORACLE TEEAM USA aber die von der Internationalen Jury ausgesprochene Strafe (zwei Punkte Abzug) ausgeglichen und kann ab sofort Zähler sammeln.
 
„Das haben wir gebraucht. Ich kann es nicht in Worte fassen, wie hart das Shore-Team arbeitet“, sagte Jimmy Spithill, Skipper des ORACLE TEAM USA. „Intern sagen wir uns immer wieder, dass wir Rennen gewinnen können. Der Zwischenstand interessiert uns nicht. Der Punkt kommt, an dem sich die Sache dreht. Heute haben wir in der Performance einen merklichen Schritt nach vorne gemacht. Es war ein großer Schritt und ein Schlüsselmoment in dieser Regatta.“
 
Das ORACLE TEAM USA hat den gestrigen Ruhetag dazu genutzt, um einige kleinere Modifikationen an der Yacht vorzunehmen, die mehr Geschwindigkeit herauspressen sollen. Diese Veränderungen schienen sich auszuzahlen, als der Titelverteidiger das Emirates Team New Zealand auf der Kreuz unter Druck setzte – und damit das Bild der ersten vier Renntage auf den Kopf stellte. Spithill wollte bis auf eine Verkürzung des Bugspriets zur Gewichtsreduzierung keine Angaben zu den Modifikationen machen.
 
Das ORACLE TEAM USA gewann die achte Wettfahrt nachdem es vom Start bis zur zweiten Tonne zurückgelegen hatte. Dann profitierte das US-Team von einer Beinahe-Kenterung des Emirates Team New Zealand auf der drei Seemeilen langen Amwind-Strecke.
 
Die beiden Crews lieferten sich ein Kreuzduell, und hatten bereits je vier Wenden gesegelt, als die Neuseeländer in Lee zur nächsten Wende auf Backbordbug ansetzten. Plötzlich trat ein Problem mit der Hydraulik auf, und das Tragflächensegel machte die Wende nicht mit.
 
Durch die falsche Segelstellung hob sich der Steuerbordrumpf immer weiter aus dem Wasser, bis zu dem Punkt, an dem der Kat eigentlich kippen musste. Die Grinder gaben alles, um die Hydraulik in Gang zu bekommen – und dann bewegte sich der Flügel, so dass der Steuerbordrumpf sich in die andere Richtung neigte und schließlich auf dem Wasser aufschlug. Wäre die Yacht gekentert, der gewaltige Schaden hätte wohl alle Träume vom America’s-Cup-Sieg zerschmettert.
 
„Wir hatten einen guten Fight mit den Oracle-Jungs als wir uns dem letzten Viertel der Kreuz näherten“, sagte Barker. „Wir wollten knapp vor ihnen in Lee wenden. Es war ein wenig hektisch, und plötzlich war die Hydraulik weg. Wenn man die nicht hat und wendet, saugt der Wind die Yacht zur Seite. Das war verdammt knapp.“
 
Nach einer dreißigminütigen Pause wurde die neunte Wettfahrt gestartet, und erneut hatte Barker die Nase vorne. Die „Kiwis“ hatten an den ersten beiden Tonnen bereits vier bzw. sieben Sekunden Vorsprung. Auf der Kreuz musste die Wettfahrtleitung das Rennen allerdings abbrechen, weil das Windlimit von 22,6 Knoten überschritten war

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