ORACLE TEAM USA nimmt Auszeit

Auszeit

San Francisco, 12.09.2013 von IBN

Der Herausforderer Emirates Team New Zealand hat am Dienstag das fünfte Rennen des 34. America’s Cup überzeugend gewonnen. Daraufhin nahm Titelverteidiger ORACLE TEAM USA seine einmalige Option ein Rennen zu verschieben in Anspruch, um den Siegeszug der Neuseeländer zu unterbrechen.

Das Emirates Team New Zealand hat seine Führung im Finale nach dem  Erfolg mit 1:05 Minuten Vorsprung nun auf 4:0-Punkte ausgebaut. Um den 34. America’s Cup zu gewinnen, sind neun Punkte nötig. Die Neuseeländer benötigen dazu nur noch fünf weitere Siege, während das ORACLE TEAM USA wegen einer von der Internationalen Jury ausgesprochenen Strafe (zwei Punkte Abzug) noch zehn Wettfahrten gewinnen muss.
 
Beide Teams haben im Verlauf der Serie je ein Mal das Recht, das zweite Rennen des Tages ohne Angabe von Gründen abzusagen. Dass das ORACLE TEAM USA heute die Option wählte, das sechste Rennen auf Donnerstag zu verschieben, war laut Skipper Jimmy Spithill die gemeinsam Entscheidung der Crew an Bord.
 
„Wir müssen jetzt einen Schritt zurück machen und uns neu sortieren. Im Moment sind die Neuseeländer besser, besonders auf der Kreuz“, sagte Spithill. „An dieser Stelle haben wir Arbeit vor uns. Deshalb haben wir die Option gezogen und hoffen darauf, im nächsten Rennen Fortschritte zu machen.”
 
Diese strategische Entscheidung folgte auf ein Rennen, in dem das Emirates Team New Zealand vor dem Wind am ORACLE TEAM USA vorbeigezogen war. Der Titelverteidiger hatte den Start gewonnen und an den ersten beiden Bahnmarken in Führung gelegen.
 
Doch auf der drei Seemeilen langen Kreuz benötigte das Emirates Team New Zealand lediglich zwei Weden und drei Minuten um zu überholen. Einmal in Führung hatten die Neuseeländer, die höher und schneller segeln konnten, alles im Griff und bewältigten die Amwind-Strecke 85 Sekunden schneller als das US-Team.
 
„Schuld war aber nicht nur die Amwind-Performance. Wir haben auch Fehler gemacht, es waren schlechte Wenden dabei. Das müssen wir thematisieren“, meinte Spithill. „Wir müssen unsere Leistung wirklich verbessern. Wir machen uns da nichts vor, sondern wir werden uns jetzt zurückziehen und die nötigen Schritte unternehmen, um im nächsten Rennen voll da zu sein.“
 
Einmal mehr verlor das ORACLE TEAM USA also ein Rennen trotz anfänglicher Führung. Spithill und sein Team starteten in Luv und gingen an den Neuseeländern vorbei. An der ersten Tonne waren sie vier Sekunden früher angelangt, bis zum Lee-Tor verdoppelte sich der Vorsprung auf acht Sekunden. Doch dann machten die „Kiwis“ Druck.
 
„Das war ein schöner Sieg“, sagte Dean Barker, Skipper des Emirates Team New Zealand. „Es ist nicht so einfach, weil unserer Gegner prima startet und oft an der ersten Tonne führt. Sie geben auf der ersten Vorwindbahn also den Takt vor. Wir werden daran arbeiten, uns in der Anfangsphase zu verbessern, damit wir an der ersten Wendemarke auch mal wieder vorne liegen. Allerdings ist unser Boot auf der Kreuz sehr gut unterwegs. Meine Crew macht das ganz hervorragend: Wir machen einigen Boden bei Wenden und in Manövern gut. Wir können nicht immer in Führung liegen – aber wenn wir das nicht tun, dann müssen wir sicherstellen, dass wir dicht genug dranbleiben, um zurückschlagen zu können.”
 
Der America’s Cup wird am Donnerstag mit den Rennen 6 und 7 (13:15 und 14:15 Uhr Ortszeit/22:15 und 23:15 Uhr. MESZ) fortgesetzt.