Packende Rennen in der Bucht von San Francisco

San Francisco, 09.09.2013 von IBN

Zehntausende Segelfans strömten auch am Sonntag wieder an die Küste der San Francisco Bay – und sie waren nicht umsonst gekommen.

Dargeboten wurden zwei Wettfahrten, die zu den mitreißendsten Rennen in der 162-jährigen Geschichte des America’s Cup gezählt werden müssen.
 
Im America’s Cup Park an den Piers 27/29 und im America’s Cup Village in der Marina Green wurden rund 45.000 Besucher gezählt. Dazu kamen noch Tausende rund um die Bucht. Sie alle bekamen packendes Racing mit AC72-Katamaranen zu sehen. Diese faszinierenden Rennmaschinen gleiten auf ihren Schwertern mit bis zu 90 km/h übers Wasser.
 
Titelverteidiger ORACLE TEAM USA und Herausforderer Emirates Team New Zealand gewannen je ein Rennen. Im ersten Match Race setzten sich die Neuseeländer mit 28 Sekunden Vorsprung durch, nachdem sie sogar eine Strafe kassiert hatten, den Gegner nach einem Wendeduell aber überholen konnten. Das ORACLE TEAM USA schlug in der zweiten Wettfahrt zurück, die es acht Sekunden vor den „Kiwis“ beendete.
 
Insgesamt steht es damit 3:0 für die Neuseeländer, doch immerhin gelang es dem ORACLE TEAM USA, den Siegeszug seines Gegners zu unterbrechen. Der Titelverteidiger wird daher mit einem guten Gefühl in den Ruhetag am Montag gehen.
 
Skipper Jimmy Spithill hatte nach den beiden Rennen am Samstag keinen Hehl aus seinem Frust darüber gemacht, dass sein Gegenüber Dean Barker beide Male an der ersten Tonne geführt hatte. Gemeinsam mit Coach Philippe Presti feilte der Australier bis Sonntag an einer Lösung.
 
„Das war unglaublich wichtig“, sagte Spithill über den Sieg im vierten Rennen. „Es ist sehr gut, wie das Team unter Druck reagiert hat. Besonders nach dem erste Match Race heute, als wir geführt hatten und es doch aus der Hand gaben. Ein weniger starkes Team hätte daran im vierten Rennen durchaus zerbrechen können. Es fühlt sich gut an, das Momentum auf seine Seite gebracht zu haben.“
 
 
Auch Barker betonte die Schlüsselstellung der ersten Bahnmarke: „Wir müssen sicherstellen, dass wir an dieser Tonne gut positioniert sind. Dann hat man eine viel bessere Kontrolle über sein Schicksal. Wir verlieren nicht gerne. Aber auf der anderen Seite haben wir daraus ein paar wichtige Dinge gelernt, die uns am Dienstag stärker machen werden.“
 
Was den Neuseeländern Rückenwind geben dürfte, was der eindrucksvolle Überholvorgang auf der drei Seemeilen langen Kreuz im dritten Rennen. Noch am Lee-Tor hatte ihr Rückstand 17 Sekunden betragen.
 
Das ORACLE TEAM USA deckte zwar ab, doch das Emirates Team New Zealand gelangte auf die linke Kursseite. Nach einem physisch enorm anstrengenden Kreuzduell hatten die Neuseeländer, von der linken Kursbegrenzung kommend, Wegerecht. Das ORACLE TEAM USA musste nach Lee wenden. Die so gewonnen Kontrolle über das Rennen gaben die „Kiwis“ nicht mehr aus der Hand.
 
Barker sagte: „Nach der Vorwindstrecke hatten wir einen Rückstand aufzuholen. Allerdings hat sich unser Boot auf der Kreuz sehr gut angefühlt und wir waren der Meinung, immer noch gut im Rennen zu liegen. Wir haben dann unsere Möglichkeiten genutzt und waren plötzlich vorne. Die Kursbegrenzung kann dir manchmal helfen und manchmal schaden. Heute hat sie uns definitiv geholfen.“
 
Die vierte Wettfahrt indes kontrollierte Spithill vom Start bis ins Ziel. Erneut hatte sich das ORACLE TEAM USA am Start für die Position in Lee entschieden und an der erste Tonne bereits sechs Sekunden Vorsprung herausgesegelt. Im Vorstart hatten sich die beiden Yachten nicht duelliert und sich stattdessen auf einen perfekten Start konzentriert.
 
Spithill lobte seine Crew dafür, dass sie den kleinen Vorteil am Start in den ersten Sieg der Finalserie ummünzen konnte – und betonte dabei die enormen physischen Anstrengungen, die dazu nötig waren. Im zweiten Rennen am Sonntag war der Wind wesentlich stärker als tags zuvor. „Es gibt keinen Zweifel: Diese Bootsklasse ist die körperlich anspruchsvollste, mit der wir es je zu tun hatten“, sagte er. „Für die Jungs an Bord, die die Arbeit haben – und das sind alle außer dem Steuermann – heißt das ununterbrochene Höchstleistung. Die Crews haben sehr großen Einfluss auf den Ausgang der Rennen.“
 
 
 
Der America’s Cup wird am Dienstag mit den Rennen 5 und 6 (13:15 und 14:15 Uhr Ortszeit/22:15 und 23:15 Uhr. MESZ) fortgesetzt.