Sponsoren verlangen Außenwirkung

Holz

03.01.2011 von Michael Häßler

Der Lindauer SC hat auf die heftige Kritik der Teilnehmer an der Rund Um mit verschiedenen Maßnahmen reagiert. Michael Häßler sprach mit Christine Holz, der Vorsitzenden des LSC.

Frau Holz, das Teilnehmerfeld bei der Rund Um liegt vom Geschwindigkeitspotential her immer weiter auseinander. Nach den Liberas sind jetzt die Katamarane noch einmal deutlich schneller. Wie kann sich der LSC dieser Entwicklung stellen?

Wir sehen auch, dass sich die Segeltechnik sehr rasch und unaufhaltsam weiterentwickelt. Aber soll der LSC diese Entwicklung nicht mitgehen? Andere, vergleichbare Regatten, gehen den selben Weg und wir müssen uns auf immer schnellere Segelboote einstellen. Wo die Gefahrenpotentiale unüberschaubar werden, wird es ein Nachdenken geben müssen. Ansonsten kann ich nur aus eigener Erfahrung sagen: Schon in meiner Jugend segelten wir „auf normalen Yachten (Bayern)“ nur aus Freude an der Teilnahme mit. Ein Sieg des Blauen Bandes wurde schon damals meist innerhalb einer kleinen Gruppe von moderneren Rennyachten ausgesegelt (75er Schärenkreuzer). Dennoch habe ich mir die große Freude an der herausfordernden Nachtregatta innerhalb eines riesigen Starterfeldes nicht nehmen lassen. Wer an der Startlinie das Knistern beim Ausrollen der Vorsegel in der letzten Minute und die Anspannung um gute Starpositionen einmal live miterlebt hat, der wird sich lange daran erinnern. Auch die nächtlichen Stunden bei Wind oder Flaute auf dem Bodensee (der dabei Revierkenntnisse fordert) sind jedes Jahr anders und immer wieder erlebnisreich. Ich jedenfalls gehöre zu der Gruppe der begeisterten Rund Um Segler, auch wenn mir das Blaue Band nie gehören wird.

Das Zeitlimit soll um 90 Minuten verlängert werden. Was versprechen sie sich von dieser Maßnahme?

Klassenvereinigungen haben uns gebeten, für ein Ergebnis bei der Rund Um zu sorgen. Die Wettfahrt ist in ihrem Jahreskalender mit Punkten bewertet und so kommt zum Frust des „Nicht Ankommens“ auch noch eine fehlende Punktewertung in der Rangliste. Wir haben mehrere Dinge zur Erreichung dieses Zieles beschlossen. Dazu gehört auch die Zeitverlängerung. Wir denken, dass gerade die kleineren Boote, die manchmal auch bei gutem Wind nicht ins Ziel kamen, dadurch eine größere Chance bekommen. 

Die Entscheidung zu einer Bahnabkürzung soll künftig nach Gruppen getrennt erfolgen. Wie signalisieren sie den Seglern, auf welche Gruppe sich die angekündigte Bahnabkürzung bezieht?

Die Möglichkeit einer Bahnabkürzung hatten wir schon 2010 vorgesehen, diese aber nicht rechtzeitig umgesetzt.   Die Bahnabkürzung kann an der Boje Romanshorn und am Eichhorn für die drei unterschiedlichen Startgruppen einzeln angezeigt werden: Erstens durch Zeigen der Flagge R über Zahlenwimpel, zweitens durch  wiederholte Schallsignale und drittens durch verschieden farbige Lichter an den Bojen.

Sie wollen die Möglichkeit prüfen, das Ziel kurzfristig nach Westen zu verlegen. Wie werden sie diese Entscheidung den Seglern mitteilen, bevor diese sich auf dem letzten Bahnschenkel befinden?

Diese braucht eine vollständige Zieleingangsvorrichtung samt Mannschaft auf einem Boot. Daran arbeiten wir noch sehr fleißig.

Langstreckenregatta und Yardstickwertung schließen sich gegenseitig aus. Wäre es vom sportlichen Aspekt her nicht sinnvoller, nur eine Einlaufliste und gegebenenfalls die klasseninterne Wertung zu erstellen? 

Klassenmeldungen sind uns sehr willkommen. Sie ermöglichen eine faire Wertung. Leider hat sich das aber im Laufe der Jahre sehr verändert und viele Boote sind nicht mehr wirklich vergleichbar. Für die Teilnehmer der Yardstickklasse zählt meist weniger der Platz in der Yardstickergebnisliste, als viel mehr der direkte Vergleich zum „Hafennachbarn“ oder Clubkameraden. Hier geht es nicht um den Sieg sondern um die Freude an einer fairen Segelregatta. Den Gedanken einer reinen Einlaufliste gebe ich gerne an mein Team weiter.

Die Kritik an der Rund Um entzündete sich auch an der Außendarstellung. Vom Veranstalter „aufs Podest“ gehobene, ehrgeizige und finanzstarke Eigner mit bezahlten Profis an Bord werden bei einer Breitensportveranstaltung eher als „unsportlich“ denn als positive Bereicherung empfunden. Mancher Freizeitsegler fühlte sich dadurch zur „zahlenden Kulisse“ (Originalzitat 2010) degradiert. Wie wollen sie diese Segler zu einer erneuten Teilnahme motivieren?

Eine Regatta in dieser Größenordnung braucht Unterstützung durch Sponsoren. Diese verlangen eine starke Außenwirkung. Um die Kosten mit all den steigenden Gebühren für Genehmigungen, Sicherungsaufgebote, Spritkosten und vieles mehr zu decken, brauchen wir ein Budget das weit über den Meldegebühren liegt. 

Noch arbeiten LSC Mitglieder und befreundete Clubs ehrenamtlich, aber die Kosten dürfen unseren Clubetat nicht mit einem Minus versehen. Die Frage, wie wir die vielen Segler vom See mehr in Szene setzen können, werden wir gerne noch einmal überlegen. Wir schätzen diesen Teilnehmerkreis sehr als aktive Sportler und verantwortungsvolle Kapitäne. Es ist für uns nicht die zahlende Kulisse und wir bedauern sehr, dass dies doch von einigen Teilnehmern so gesehen wird.

Der als gering empfundene Gegenwert für das Meldegeld wird oft moniert, zumal die Erinnerungspreise von Sponsoren kommen. Die Regatta wird auf der Insel offensiv vermarktet und am Freitagnachmittag ist fast kein freier Restaurantplatz mehr zu finden. Wäre es nicht möglich, die finanziellen Nutznießer der Rund Um mehr an den Kosten zu beteiligen?

Hier muss ich mich wiederholen. Die Meldegelder sind vergleichsweise nicht hoch. Unsere Ausgaben sind sehr umfangreich, auch die Preise, die wir auf einem gehobenen Niveau halten, werden immer teurer und müssen ebenfalls aus dem Etat der Meldegelder besorgt werden. Sicher haben wir im Vorjahr durch die wenigen „Sieger“ Restbestände und dadurch Einsparungen erzielt. Lassen Sie sich überraschen, was sich der LSC als Ausgleich dafür für 2011 ausgedacht hat. 

langfristiges Konzept!

Der LSC sollte endlich mal ein gesamt Konzept erarbeiten!!

Scheidende Präsidentinnen versuchen zwanghaft irgendwelche kurzfristige Änderungen umzusetzen anstatt langfristig mit (neuen??) Sponsoren zu Planen und die Rund Um zu einer modernen Regatta zu verändert.
Jürgen am 10.01.2011 14:01:12
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