Junges Lehrteam definiert Ausbildungskonzept im Wettsegeln neu

ausbildung

20.02.2013

Zwei Wochenendseminare für Schiedsrichter, ein Wochenende für Wettfahrtleiter. Vier eintägige Regelkundeseminare und ein Fortbildungswochenende des DSV.

Dies ist, kurz zusammengefasst, das Programm des Lehrteams Wettsegeln des Landes-Segler-Verbandes Baden-Württemberg für  Winter und das kommende Frühjahr. Und nicht nur die eigentlichen Tage der Seminare sind es, die dem Team um den „Beisitzer für Wettsegeln“ Jürgen Graf jede Menge Arbeit verschafft.

Vor allem die zweitägigen Ausbildungen im Wettfahrtleiter- und Schiedsrichterbereich verlangen intensive Vorbereitungen. Und das bereits Monate im Voraus: Wer übernimmt welchen Bereich? Wer erarbeitet welche Präsentation? Wer hat welche Ideen für
Schwerpunkte? Welche Fälle sind während der Saison auf den Regattabahnen passiert und sollten diskutiert
werden? Es ist dabei nicht immer einfach, alles unter einen Hut zu bringen und am Ende den Teilnehmern ein
vernünftiges Gesamtkonzept zu präsentieren. Umso glücklicher ist Graf, dass er auf ein kompetentes und recht
junges Team zurückgreifen kann.

Mit Mathias Rebholz (nationaler Schiedsrichter), Sophie Geiger (nationale Wettfahrtleiterin), Hermann Herburger (nationaler Schiedsrichter und Wettfahrtleiter), Christoph Zeiser (internationaler Schiedsrichter), Volker Schaal (nationaler Schiedsrichter und Wettfahrtleiter) sowie Fabian Bach (internationaler Wettfahrtleiter und nationaler Schiedsrichter) sind fünf von sieben Referenten jünger als dreißig Jahre und dazu alle aktive Regattasegler. Schaut man über Baden-Württemberg hinaus in die Lehrteams anderer Bundesländer, findet man diese Konstellation kein zweites Mal.

Trotzdem oder gerade deshalb ist die Ausbildung in Baden-Württemberg gut aufgestellt, weiß Graf: „Junge Leute bringen neue, frische Ideen und Konzepte mit und wehren sich auch gegen eingefahrene Haltungen in Didaktik, Methodik oder Inhalte der
Ausbildung“. Denn trotz des jungen Alters der meisten Referenten ist die Erfahrung und Kompetenz recht hoch:
Kieler Woche, Travemünder Woche, Welt- und Europameisterschaften sowie ISAF Sailing World-Cups sind nur
einige wenige der Regatten auf denen das Team auch internationale Einsätze als Schiedsrichter oder
Wettfahrtleiter absolviert hat. So sind Bach und Zeiser erst aktuell von der ISAF zum „Internationale Race
Officer“ bzw. „Internationale Judge“ berufen worden.

Doch auch im Land selber, bei der Landesjugendmeisterschaft oder diversen Ranglisten werden Aufgaben als Schiedsrichter oder Wettfahrtleiter wahrgenommen. So ist es dem Lehrteam möglich, einen breiten Querschnitt in der Ausbildung, regional und auch national, abdecken zu können. Dies spüren auch die Teilnehmer bei den diesjährigen Lehrgängen. Das
gesamte Ausbildungskonzept wurde vom Lehrteam im Herbst 2012 überarbeitet und auf die zeitgemäßen
Anforderungen angepasst.

Tagesseminare gibt es nun nur noch im Regelkundebereich. Alle anderen Ausbildungsseminare erstrecken sich über ein gesamtes Wochenende. Dies ermöglicht es, tiefer in die Themengebiete einzusteigen und auch mehr durch die Teilnehmer, beispielsweise in Gruppen, erarbeiten zu lassen. Der Lerneffekt ist dabei ungleich größer. „Viel mehr Zeit haben wir nun auch für Praxis, speziell im Schiedsrichterbereich“, so Graf.

„Bisher stand der Frontalunterricht im Vordergrund, nun können wir echt Protestverhandlungen mit den Teilnehmern in unterschiedlicher Zusammensetzung nachstellen und üben, da hat uns bisher einfach die Zeit gefehlt“. Und auch bei den Wettfahrtleitern kann nun auch stärker nicht nur auf das Thema Ausschreibung und Segelanweisung eingegangen werden. Dort besteht laut Fabian Bach noch erheblicher Ausbildungsbedarf: „Wir haben uns in den letzten Monaten auf diversen Webseiten Ausschreibungen und Segelanweisungen angesehen und daraufhin erarbeitet, wo wir Schwerpunkte in diesem Bereich setzen müssen.

Aber auch durch das aktive Regattasegeln oder durch andere Regattasegler bekommen wir ganz gut mit, was wir
in unserer Ausbildung weiterhin verbessern müssen, damit Wettfahrtleiter und Schiedsrichter einen optimalen
Service auf dem Wasser für die Seglerinnen und Segler bieten können.“ So findet in diesem Jahr auch im
Rahmen der Landesjugendmeisterschaft wieder ein Praxisseminar für Schiedsrichter statt. Obmann des
Schiedsgerichts und Ausbilder wird dabei Hermann Herburger sein, der weitreichende Erfahrung als Mitglied
internationaler Schiedsgerichte nicht nur in Kiel und Travemünde gesammelt hat. Das neue Ausbildungskonzept
des Bereiches Wettsegeln setzt damit Maßstäbe auch für die Ausbildung in anderen Landesverbänden. Und auch
die Rückmeldung durch die Teilnehmer ist durchgehend positiv ist doch auch nun mehr Zeit und Möglichkeit
gegeben, auf individuelle Probleme und Fragen in den Seminaren einzugehen und gemeinsame Lösungsansätze
zu erarbeiten.

Informationen und Anmeldung zu den Seminaren unter www.seglerverband-bw.de