Ein Doppel-Sieger und ein neuer Rekord zum TW-Abschluss

Travemünde, 30.07.2012 von IBN

Regen und leichte Winde bestimmten den letzten Regattatag, nachdem Petrus in der gesamten Woche den rund 1600 Startern aus 27 Nationen Champagnersegeln mit Wind und Sonne beschert hatte. Mit über 290 Starts in den 22 Entscheidungen mit einer Weltmeisterschaft und fünf deutschen Titelkämpfen bewältigten die 350 ehrenamtlichen Helfer auf den acht Regattabahnen und in der Trave-Arena sowie an Land ein Mammutprogramm bei der schönsten Regatta der Welt.


 Am Abschlusstag gab es durch den Sieg von Sven-Erik Horsch (Hamburg) mit seiner Crew bei den German Open der Platu25 noch eine Meisterschaftsentscheidung. Zudem wurde der Travemünder-Woche-Rekordsieg weiter nach oben geschraubt. Die Brüder Helge und Christian Sach (Zarnekau) siegten bereits zum 18. Mal - passenderweise im F18. Außerdem kürten noch die Folkeboote, die Tornados, die Musto Skiffs und International14 ihre Travemünder-Woche-Sieger.

Als zweimaliger deutscher Titelträger und Travemünder-Woche-Sieger durfte sich zum Abschluss Sven-Erik Horsch feiern lassen. Nachdem der Hamburger zum Wochenbeginn bereits Deutscher Match-Race-Meister geworden ist, holte er sich nun den German-Open-Titel bei den Platu25. "Der Titelhunger ist nie gestillt", schmunzelte der 33-Jährige. Obwohl die Horsch-Crew die gesamten German Open an der Spitze gestanden hatten, musste sie doch bis zum Abschluss kämpfen. Denn mit einer Frühstart-Disqualifikation hatten sie früh ihr Streichresultat in der Liste, durften sich keinen weiteren Ausrutscher mehr erlauben. Doch ein Sieg und ein zweiter Rang zum Abschluss beseitigten alle Unklarheiten. Dabei agierten sie gegen die Verfolger in klassischer Match-Race-Taktik, die sie ja erwiesenermaßen meisterlich beherrschen. "Eigentlich waren nach der TW keine weiteren Regatten mehr geplant, aber jetzt hat sich im Match Race einiges ergeben, so dass wir wohl in Kroatien und Plön segeln werden", freute sich Horsch auf neue Herausforderungen.
 
Ständig im Regatta-Einsatz sind dagegen die Sach-Brüder. Von der Travemünder Woche reisten sie direkt weiter zur EM der Nacra18. Auch für die Kat-Spezialisten war der Erfolg in der Lübecker Bucht nur scheinbar eine klare Angelegenheit. "Durch eine Frühstart-Disqualifikation durften wir uns nichts mehr erlauben, mussten daher am Start sehr zurückhaltend agieren", sagte Helge Sach. Dadurch mussten sich die Mitglieder des Lübecker Yacht-Clubs immer wieder durch das Feld arbeiten. "Offenbar haben wir dabei weniger taktische Fehler gemacht als die anderen, denn schnell sind die auch."
 
Mit einer blütenweißen Weste schlossen Roland und Nahid Gäbler (Bremen) die Travemünder Woche im Tornado ab. Alle zehn Rennen gewann das Ehepaar, das für 2016 einen Olympiastart anstrebt, ließ sich dabei zum Abschluss auch von einem zerrissenen Gennaker nicht aufhalten. "Wir sind natürlich glücklich, so eine tolle Serie gesegelt zu sein. Das muss man auch erst einmal schaffen. Aber natürlich hätten wir uns stärkeren Druck von der Konkurrenz gewünscht", sagte Gäbler. Auch wenn er mit seiner Frau dem Tornado treu bleiben will, steht demnächst der Wechsel auf den künftig olympischen Nacra 17 an. "Wir wollen uns dieser Herausforderung stellen. Ob das dann das richtige Boot für uns ist, muss sich zeigen."
 
Rundum glücklich mit dem Sieg vor Travemünde war Walther Furthmann (Kiel) mit seiner Crew Hans Christian Mrowka und Gunnar Ceccotti im Folkeboot. "Für mich hat Travemünde immer eine besondere Bedeutung, denn ich bin im Schwartauer Segler-Verein groß geworden und im Alter von elf bis 18 Jahren die Trave auf und ab gesegelt", berichtete Furthmann, für den es nach dem Triumph bei der Kieler Woche bereits der zweite Erfolg bei einem Segel-Großereignis innerhalb weniger Woche ist. "Das war sehr wichtig für uns, denn im August streben wir in Glücksburg den Gewinn der Deutschen Meisterschaft an. Und dafür liegen wir gut auf Kurs."
 
Zurück in die Erfolgsspur hat Musto-Skiff-Pilot Iver Ahlmann gefunden. Bei der WM war der Büdelsdorfer mit Platz 42 noch unzufrieden, jetzt revanchierte er sich mit dem Sieg vor Travemünde. Mit dem Niederländer Paul Dijkstra hatte er sich ein fortwährendes Duell geliefert, das erst im letzten Rennen entschieden wurde, als Dijkstra eine Frühstart-Disqualifikation kassierte. "Ich bin völlig überrascht, dass ich die TW gewonnen habe", freute sich Ahlmann. Die Travemünder Woche ist laut Ahlmann eine der beliebtesten Regatten der Klasse. "Die Krönung in diesem Jahr war der Auftritt in der Trave-Arena direkt vor dem Publikum", so Ahlmann. Bei starker Strömung im Fluss lieferten die Mustos den Zuschauern ein ganz besonderes Spektakel, als sie sich minutenlang kaum von der Stelle bewegten. "Das war wie in einer Gegenstrom-Anlage. So etwas habe ich noch nicht erlebt."
 
Als dominierende deutsche Mannschaft bei den 14-Fuß-Skiffs Int. 14 erwiesen sich einmal mehr Georg Borkenstein und Eike Dietrich vom Wittensee. Die Sieger der deutschen Bestenermittlung 2011 holten sich auch den TW-Sieg.
 
Ergebnisse vom achten Wettfahrttag der 123. Travemünder Woche
Sonntag, 29. Juli 2012
 
Meisterschaften
 
German Open Platu25 Endstand nach 12 Wettfahrten:
1. Sven-Erik Horsch (Hamburg) 22 Punkte; 2. Ingo Lochmann (Berlin) 41; 3. Suzanne Willim (Schleswig) 47; 4. Gordon Nickel (Stade) 52; 5. André Teutenberg (Dortmund) 59; 6. Jens Ahlgrimm (Niederstotzingen) 61;
 
Nationale und Internationale Klassen:
 
F 18 Endstand nach 12 Wettfahrten:
1. Helge Sach/Christian Sach (Zarnekau) 13 Punkte; 2. Jörg Gosche/Hannes Pegel (Bremen) 34; 3. Martin Friedrichsen/Finn Heeg (Flensburg) 69; 4. Christoph Bock/Nikolas Aleksik (Bad Schwartau) 71; 5. Andreas Behem/Philip Boll (Hamburg) 75; 6. Robert Schütz/Merle Baars (Krefeld) 83.
 
Tornado Endstand nach 10 Wettfahrten:
1. Roland Gaebler/Nahid Gaebler (Bremen) 9 Punkte; 2. Markus Betz/Nikolas Betz (Überlingen) 18; 3. Stefan Lippert/Thomas Grassl (Preissenberg) 46; 4. Arndt Meyer/Celine-Patricia Meyer (Neustadt a. Rbge) 49; 5. Peter Gührs/Axel Keil (Berlin) 53; 6. Bernhard Boltzen/Theo Boltzen (Elmshorn) 57
 
Folkeboote Endstand nach 8 Wettfahrten:
1. Furthmann/Mrowka/Ceccotti (Kiel) 13 Punkte; 2. Schaarschmidt/Lewin/Dehn (Kiel) 24; 3. Rohrbeck/Rathjen/Rosteck (Mönkeberg) 24; 4. Breitenbach/Rakow/Pape (Kiel) 27; 5. Mahrt/Bastian/Hompesch (Tarp) 27; 6. Hasselmann/Bobbert/Paulsen (Essen) 40
 
Musto Skiff Endstand nach 10 Wettfahrten:
1. Iver Ahlmann (Büdelsdorf) 15 Punkte; 2. Paul Dijkstra (Hol) 35; 3. Markus Mühlbauer (Uffing) 35; 4. Thomas Kübler (Weil am Rhein) 49; 5. Till-Jonas Gerngroß (Rendsburg) 50; 6. Erik Loeff (Net) 51
 
Int. 14 Endstand nach 4 Wettfahrten:
1. Georg Borkenstein/Eike Dietrich (Krummwisch) 6 Punkte; 2. Oliver Voss/Jens Holscher (Mielkendorf) 8; 3. Carmen Bernitt/Oliver Holste (Flensburg) 15; 4. Jens Kuhlenkampff/ (xxx) 20; 5. Anke Meyer/Peer Hartmann (Hamburg) 26; 6. Eike Ehrig/Jan-Martin Lührs (Schwarzenbek) 3.