Bestes Ergebnis bei einem World-Cup

Kiel, 21.06.2012 von Volker Göbner

Auf Rang vier beendeten Julian und Philipp Autenrieth (Bayerischer Yacht-Club) die Kieler Woche in der olympischen 470er-Jolle. David Bargehr (1989) und Lukas Mähr vom YC Bregenz wurden Sechste.

Mit einemfünften Platz im finalen Medal Race der besten zehn Mannschaften konnten sie
sich nach guten Ergebnissen in den Qualifikationswettfahrten noch einmal
verbessern. Insgesamt waren im 470er bei den Herren 44 Teams aus 12 Nationen
am Start. Den Sieg holte sich das deutsche Olympia-Team Ferdinand Gerz und
Patrick Follmann vom DTYC Tutzing.

Zum ersten Mal hatten die Augsburger aus dem IMMAC-Sailing-Team bei einer
World-Cup-Regatta den Sprung ins Medal Race geschafft – schon das war das
beste Ergebnis in ihrer bisherigen Laufbahn im 470er. Dass sie in dieser
doppelt gewerteten Wettfahrt als Fünfte ins Ziel kommen und aufgrund der
vorher engen Punktabstände noch einmal um drei Plätze nach vorne rutschen,
hätten sie vorher nicht unbedingt erwartet. „Das war das Maximum, was wir
rausholen konnten. Rang vier in Kiel ist super“, freute sich Steuermann
Julian Autenrieth. Auch in der Weltrangliste (bisher auf Platz 88) werden
die Augsburger damit einen Sprung nach vorne machen.

Leichte bis starke, aber meist drehende Windverhältnisse sorgten an den
ersten Tagen für schwierige Verhältnisse auf der Kieler Förde. Schon zum
Auftakt am Samstag legten die Autenrieths den Grundstock für das gute
Gesamtergebnis. Bei leichter Brise drehte der Wind mit jeder Wolke, ähnlich
wie auf dem Heimatrevier der Brüder, dem Starnberger See. „Aber das liegt
uns ja“, kommentierte Vorschoter Philipp Autenrieth die anspruchsvollen
Bedingungen. Dreimal kamen sie unter den Top-ten ins Ziel, mit den Plätzen
10, 5 und 7 lagen sie im ersten Zwischenklassement sogar auf Rang zwei, da
alle Top-Teams wenigstens einmal gepatzt hatten.

Nicht weniger schwierig, aber mit stärkerem Wind warteten die Bedingungen am
zweiten Wettkampftag auf. Diesmal hatten die Autenrieths nach einem
Spitzenstart ein Pechsträhne. „Da ging alles schief, was schief gehen kann“,
fasste Philipp Autenrieth taktische Fehler und Manöverprobleme zusammen.
Aber in beiden Läufen des Tages gaben sie nicht auf und verbesserten sich
jeweils wieder um einige Plätze. Dennoch war ein 13. Platz ihr Streicher und
mit einem sechsten Platz konnten sie zufrieden sein.

Gewittrig war das Wetter schließlich am dritten Tag. Vormittags kamen sie
als Zehnte ins Ziel. Das Gewitter selbst warteten die Segler an Land ab, ehe
es nachmittags zur insgesamt siebten Wettfahrt wieder auf die Ostsee ging.
Ein böiger starker Südwestwind stand nun gegen die noch nachlaufende Dünung
aus Nordost. Eine extrem schwierige Welle baute sich auf. Die Startkreuz war
nicht gerade ein Glanzstück, aber auf der Vorwindstrecke gingen die
Autenrieths diesmal auf Nummer sicher. „Vor uns hat sich einer nach dem
anderen durch Kenterungen verabschiedet“, schilderte Philipp – und bis zum
Ziel waren sie wieder auf Rang acht. Damit waren sie in sieben Rennen sechs
Mal in den Top-ten gelandet. Der vierte Tag war von Flaute dominiert, so
dass es keine weiteren Rennen in der Qualifikation gab. Als Siebte insgesamt
gingen sie in das „Medal Race“ der besten zehn Crews. „Wir haben unser Ziel
erreicht, das Medal Race ist die Zugabe“, waren die beiden entspannt in ihr
erstes Finalrennen bei einem World-Cup gegangen.