Regattavereinigung am Bodensee fehlt der Aufwind

ORC Sportboote

31.05.2012 von IBN

Anlässlich der Jahresversammlung begrüsste der Präsident Roel van Merkesteyn neben dem Ehrenkommodore Dr. Günter Overrath rund 15 Mitglieder und Gäste. Im Jahresbericht legte der Präsident das Hauptmerkmal auf die Frage der Zukunftsausrichtung der RVB: Dies insbesondere im Hinblick auf die Feststellung, dass der Rückgang an Teilnehmern auch bei ORC-Regatten nicht Halt machte und mitunter die Durchführung von solchen Regatten für ambitionierte Segler, in naher Zukunft in Frage stellen könnte, sollte sich nicht ein Turnaround einstellen. (JS)

Sicher darf gleichwohl vermerkt werden, so der Präsident, dass die vergangene Segelsaison in der ORC-Klasse recht erfolgreich verlief und mit einem würdigen Höhepunkt, dem Final Race in Bregenz, seinen Ausklang fand. Bei schönsten Wind- und Wetterverhältnissen reisten gegen 80 Seglerinnen und Segler an, um an der Regatta und der anschliessenden Rangverkündigung der Bodenseemeisterschaft teilzunehmen.
Als erfreulich wertet der Präsident die fruchtbare und konstruktive Zusammenarbeit, die neuerdings mit dem Bodensee-Seglerverband aufgebaut werden konnte. Die Verantwortlichen zeigen sich denn auch daran interessiert, dass bei Schwerpunktregatten vermehrt die ORC-Handicap-Formel Anwendung findet, was neben vermessenen Yachten auch für One-Design Schiffe, die keine Klasse mehr zusammenbringen, von Interesse sein dürfte. Es wäre erfreulich, so der Präsident, wenn noch mehr Clubs dazu übergingen, bei bedeutenden und traditionellen Regattaveranstaltungen am Bodensee, auch eine Auswertung nach der ORC-Handicap-Formel anzubieten. Natürlich sollte man dann auch erwarten dürfen, dass ORC vermessene Schiffe in dieser Klasse starten und nicht, aus was für Überlegungen auch immer, gleichwohl unter Yardstick segeln. Nach der Genehmigung der Rechnung, welche einen geringen Überschuss aufwies, verdankt der Präsident van Merkesteyn die Arbeit des zurücktretenden Kassiers Heiko Falch sowie der übrigen Vorstandsmitglieder. Das Amt des Kassiers konnte bis zum Zeitpunkt der Jahresversammlung noch nicht besetzt werden. Anstelle des ebenfalls zurückgetretenen Werner Deuring nimmt Wilhelm Gorbach den Platz als Vertreter von Österreich ein. Zusammenfassend gibt der Präsident seiner Hoffnung Ausdruck, dass die zahlreichen Bemühungen der Regattavereinigung Bodensee, die weltweit stark verbreitete ORC-Szene auch hier zu etablieren, doch noch gelingen werde und schliesst mit den aufmunternden Worten: “Der Pessimist klagt über den Wind, der Optimist hofft, dass der Wind sich dreht und der Realist hisst die Segel um ans Ziel zu gelangen.“

ORC oh je

Mit Ausnahme der Großen Renn-Katamarane sind fast alle schnellen Boote am See nach ORC-Club vermessen. Die nicht vermessenen Boote fahren in der Regel bei Leichtwind Segel mit denen Sie fast jede YST-Regatta gewinnen. Nach ORC würden diese Segel bewertet und fliesen in das Handikap ein. Die Siegchange hängt dann von der Crewleistung ab und sie würden sich sicher öfters von Booten geschlagen, die gut gesegelt werden aber kein Geld für tricki Segel ausgeben.
Bei den vielen anderen Regattaseglern sind die Vorteile von ORC-Club möglicherweise noch nicht bekannt oder sie denken, dieses vermessen und jedes Jahr ein neuer Messbrief sei aufwendig.

Infos was ORC-Club ist und wie es funktioniert gibt es auf dieser nicht kommerziellen Internetseite unter ORC-Sportboote: sportboot.wordpress.com
Alexander Brombach am 01.06.2012 07:21:03

Yardstick "Eib" nach ORC !

Aus meiner Sicht sollten alle in wesentlichen Eckpunkten modifizierten Schiffe, also alle, die das berühmte "Eib" in der Yardstickliste haben, nur noch im Vergütungssystem ORC starten dürfen.

Begründung:
1. Die Eigner dieser Schiffe haben entweder Serienyachten erheblich modifiziert und den Bedingungen des Bodensees angepasst - oder sich gleich ein Schiff extra für den See bauen lassen. Bei dieser Investition sind die Messbriefkosten für ORC zumeist eine marginale Summe bezogen auf den Gesamtpreis der Um- bzw. Neubauten.

2. Die "Formel" für den Yardstick kann aufgrund ihrer Simplizität die o.g. Umbauten und Modifikationen nicht korrekt erfassen. ORC kann.

Und vielleicht nehmen dann auch wieder mehr Segler an Yardstick-Regatten teil, wenn sie merken, daß sie mit ihren Serienyachten auch wieder eine Chance haben.

Ich sehe hier dringenden Handlungsbedarf seitens des BSVb und der Yardstickkommission.

Ole Hoffmann
Ole Hoffmann am 11.06.2012 15:14:50

Antwort auf Yardstick "Eib" nach ORC !

Das Grundproblem ist doch das Verständnis für die beiden Vergütungssysteme.
YST ist gedacht um auf Clubniveau am Mittwoch, Donnerstag oder der Clubregatta gegeneinander zu segeln.

Bei ORC werden nicht nur Wohnboote, Rennziegen und volle Segellasten berücksichtigt. Durch die 3 Windbereiche finden auch Leichtwindrenner und Schwerwetterboote eine Berücksichtigung. Es wird auch unterschieden ob es sich um eine Up and Down oder um eine Langstrecke handelt. Auch hier haben die Boote bekanntlich unterschiedliches Leistungspotenzial.

ORC-Club sollte eigentlich für jeden der ernsthaft oberhalb des Clubniveaus vergütet reggatieren möchte, das Handicapsystem der Wahl sein.
Tatsächlich befindet sich aber ORC-Club am Bodensee im Abwind und einige warten schon auf das Aus. Grundsätzlich sind da aber auch die Vereine und auch der BSVb gefordert. So lange wie beide Vergütungssysteme miteinander konkurrieren anstelle sich zu ergänzen, ist sicher keine Verbesserung für faires Segeln in Sicht.

Wenn ORC stirbt werden sich auch die gesamten, optimierten Rennziegen auf der YST-Bahn tummeln. Das wird dann sicher für viele „Dampfersegler“ Grund genug sein, der Regattabahn gänzlich fern zu bleiben.

Es sind nicht DIE, welche für diese Entwicklung verantwortlich zeichnen, es sind WIR die etwas ändern können. Wir sollten nur wollen und machen, nicht auf Andere warten.

Sicher könnte auch die IBN mit einem Bericht über „was ORC-Club eigentlich ist und wie das funktioniert“ zu etwas mehr Klarheit über ORC am See verhelfen.

Denn beide Systeme haben ihre Berechtigung und ihren Sinn.
Alex Brombach am 11.06.2012 16:46:48

Antwort auf ORC oh je

Gut segeln reicht in ORC auch nicht mehr, die Überlegenheit der neusten Boote ist offensichtlich, dort wir auch nur mit Wasser gekocht aber der Unterschied zu den Booten auf denen man neben schnell segeln auch noch gemütlich sein Wochenend am See verbringen kann ist schon gravierend. Wird der Raum unter Deck noch als Wohnraum genutzt stellt sich schnell die Frage wohin mit 3 Spis, 2 Gennaker, Focks, Genuas und Code-0. Die RVB sollte schnellst möglich mit einer neuen Einteillung der ORC-Klassen Abhilfe schaffen sonst segeln bald keine "normalen Boote" in ORC1.
Klaus Merwarth am 11.06.2012 12:53:16
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