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Segel-Bundesliga

Wannsee wirbelt die Tabelle durcheinander

05.10.2022

Das fünfte Event der Segel-Bundesliga Saison 2022 fand vom 30. September bis 02. Oktober auf dem Wannsee statt. Auf dem Hauptstadtrevier kamen die Berliner Vereine am besten mit den schwierigen Bedingungen zurecht, während die bisherigen Spitzenreiter in der Bundeshauptstadt keine Erfolge verbuchen konnten. Mit einem fulminanten Endspurt ist das Team des Württembergischen Yacht-Clubs (WYC) in Berlin auf Rang acht gesegelt. Die Crew hat damit Rang drei in der Tabelle erobert und den Abstand auf den Vizemeister-Rang (derzeit gehalten vom SMC Überlingen) auf zwei Punkte verkürzt.

Ausgezeichnete Revierkenntnisse und viel Erfahrung waren die Erfolgsfaktoren für diesen fünften Spieltag der Ersten Segel-Bundesliga Saison 2022. Der Berliner Wannsee präsentierte sich über drei Tage in verschiedensten Facetten. Nach einem leicht windigen Start am Freitag mit reichlich Sonne mussten die 18 teilnehmenden Teams gestern vor allem mit heftigem Starkregen und plötzlich hereinbrechenden Böen zurechtkommen. Heute, am letzten Wettfahrttag, frischte der Wind noch einmal kräftig auf und forderte von den Seglerinnen und Seglern mit vielen Drehern ein hohes Maß an Konzentration, teilen die Veranstalter mit.

Den Spieltag gewann knapp das Team des Verein Seglerhaus am Wannsee (VSaW), direkt gefolgt von den Lokalrivalen der Seglervereinigung 1903 (SV03) und dem punktgleichen Berliner Yacht-Club (BYC). „Wir haben schon vor dem Spieltag geahnt, dass die Wannsee-Vereine ihren Heimvorteil ausspielen werden“, sagt Liga-Organisator Oliver Schwall. „Aber mit einem so klaren Ergebnis, bei dem die Berliner Vereine die Plätze 1 bis 3 dieses Spieltages belegen, hätten wir nicht gerechnet.“ Das vor allem gute Revierkenntnisse bei diesem Spieltag den Ausschlag gaben, bestätigt auch Elias Rothe, Steuermann des VSaW: „Das war ein echtes Heimevent – die Berliner Trainingsgruppe zahlt sich voll aus.“

Im Gegensatz zu den Berliner Vereinen taten sich die Spitzenreiter der Gesamttabelle der Saison 2022, der Norddeutsche Regatta Verein (NRV), der Segel- und Motorboot Club Überlingen (SMCÜ) und der Mühlenberger Segel-Club (MSC) dieses Liga-Wochenende mit den Bedingungen sehr schwer und konnten mit einem 9. Platz für den NRV, einem 16. für den MSC und einem letzten Platz für das Segelteam vom Bodensee nicht an die bisherigen Erfolge anknüpfen.

„Dieser Spieltag hat die Tabelle noch einmal richtig durcheinandergewirbelt, so dass wir mit Spannung auf das Finale vom 13. bis 15.10. in Friedrichshafen blicken“, sagt Liga-Organisator Oliver Schwall. „Zwar führen NRV und SMCÜ nach wie vor die Tabelle an, doch die Abstände sind kleiner geworden. Dritter ist nun der Württembergische Yacht-Club, während der MSC auf Platz acht zurückgefallen ist.“

Der Berliner Wannsee ist ein schwieriges „Pflaster“, schreibt der WYC in seiner Mitteilung.  Mittelprächtige bis schlechte Platzierungen führten fast ans Ende der Rangliste - bis der Knoten für die WYC-Crew geplatzt ist. Vier Laufsiege in den letzten vier von insgesamt 16 Wettfahrten brachten den Verein wieder ins Mittelfeld. „Wir haben die letzten vier Rennen am Start schon gewonnen. Innerhalb von 30 Sekunden hatten wir die Entscheidungsfreiheit und konnten reagieren, die Dreher so anfahren, wie wir wollten“, blickte Skipper Conrad Rebholz zurück. Auch vorher waren die Starts nicht schlecht – aber oft kam dann auf der Vorwind-Tour frischer Wind von hinten, schob die hinteren Boote in günstigere Positionen. „Manchmal fehlte auch nur das berühmte Quäntchen Glück“, ergänzte Carlo Schnetz. „Am Ende haben diese vier letzten Rennen das Event für uns gerettet. Da haben wir gezeigt, dass wir als Team funktionieren“, resümierte Rebholz.  

Alle Ergebnisse können hier nachgelesen werden


Für den Württembergischen Yacht-Club segelten (v.l.) Justin Venger, Carlo Schnetz, Steuermann Conrad Rebholz und Jakob Gruber beim vorletzten „Spieltag“ der Segel-Bundesliga 2022 in Berlin auf Rang acht. Foto:Adam Burdylo