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Landschaftsarchitekturpreis für den Überlinger Uferpark

Ɯberlingen, 06.12.2021
IBN

Gut sechs Wochen nach Schließung der Tore erreichte die Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH (LGS) die Nachricht, dass der Uferpark als Hauptbestandteil der Landesgartenschau mit dem Landschaftsarchitektur-Preis 2022, den der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) Baden-Württemberg ausgelobt hatte, ausgezeichnet wurde. Der Uferpark wurde von Marianne Mommsen und Gero Heck vom Berliner Landschaftsarchitekturbüro "relais LA" entworfen und umgesetzt.

Wie die LGS  mitteilt, sei die Landesgartenschau trotz aller Einschränkungen durch die Corona-Pandemie mit 700 000 Besucherinnen und Besuchern ein großer Erfolg gewesen. Oberbürgermeister Jan Zeitler gratulierte Marianne Mommsen: „Es freut mich außerordentlich, dass der Uferpark, den wir schon immer in seiner Qualität als herausragend und in seiner Gestaltung als für den Ort extrem passend empfunden haben, nun auch von der Fachwelt als ausgezeichnet gewürdigt wird“, so das Überlinger Stadtoberhaupt. „Und ich freue mich darauf, wenn im kommenden Jahr die Bürgerschaft den Park in seiner ganzen Vielfalt und vor allem mit den freien Seezugängen und den vielen Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten genießen kann.“

Das Büro relais LA beschrieb in der Einreichung seine Planung wie folgt: Im aktuellen gesellschaftlichen Diskurs sind Klimawandel, Artenvielfalt und die Entwicklung von Ökosystemen bestimmende Themen. Das Konzept für die Gestaltung des Bodenseeufers in Überlingen greift diesen Fokus auf und entwickelt daraus eine kulturlandschaftliche Perspektive. Uferpark und urbane Promenade werden dabei als Gegenpole entwickelt, deren Rahmen die Ufersituation auf einer Strecke von 2,5 km neu definiert. Im Kontrast zur Landschaftsbezogenheit des Parks setzt die Promenade das urbane Leben in Szene. Ihre Gestaltung zielt auf die behutsame Einpassung neuer Akzente, um den historischen und identitätsstiftenden Stadtraum weiter zu tradieren.

Der schmale Zuschnitt des Parks führt dazu, dass der Anspruch auf Freiraumnutzung und ökologische Belange sich hier überlagern und das Konzept auf die Synergien setzt, die sich durch die gestalterische Vermittlung beider Aspekte entwickeln lassen. Damit gelang die Konversion einer ehemals heterogenen Gewerbe- und Campingplatzfläche zu einer bewegten neuen Uferlandschaft. Anstelle der früheren Ufermauer wurde eine strukturreiche Ufertopographie geschaffen, in der steile und flachere Bereiche abwechseln. Die so geschaffene Wechselwasserzone fördert die Dynamik des Austauschs zwischen Wasser und Land und initiiert eine ortsspezifische ökologische Entwicklung.  

LGS-Geschäftsführer Roland Leitner sagte: „Ich sehe durch diesen Preis das Festhalten aller Beteiligten an der Planung von Frau Mommsen belohnt. Kein Verwässern der Planung, um einen nur scheinbar leichten Weg zu wählen, sondern hartnäckiger Einsatz für eine konsequente Gestaltung. Nach der Abstimmung mit den Füßen durch 700 000 Besucher der Landesgartenschau 2021 ist diese Preisvergabe eine weitere Bestätigung." 


Wo früher eine Betonmauer das Ufer begrenzte, ist heute naturnaher Straund zu finden. Foto:relais, Joosten

Die Verbindung von Urbanität und ökologischem Landschaftraum mache Gestaltung aus, so die Erklärung der Landschaftsarchitekten. Foto:LGS, Heppeler