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Motorbootverband macht sich trotz Corona weiter für Freiheit auf dem Wasser stark

01.05.2021

Bei der ersten digitalen Delegiertenversammlung des IBMV mahnt Präsident Paul Minz, trotz und gerade wegen der Pandemie in Bezug auf Beschränkungen wachsam zu bleiben

30 Delegierte des Internationalen Bodensee-Motorbootverbands (IBMV) haben sich in ihrer Frühjahrsversammlung über verschiedene Themen abgestimmt, zu denen sie eine einhellige Meinung vertreten: „Die ,Ordnung in Freiheit’ muss weiter oberstes Ziel der Wassersportler sein“, wie Präsident Paul Minz in der rein digitalen Videokonferenz betonte. Er ging dabei vor allem auf den Sachstand im Markelfinger Winkel ein, wo Naturschützer seit längerem daran arbeiteten, die Freiheit von Bootsführern weiter einzuschränken. Zwar habe der Verband in der Sache bereits Gespräche mit dem Regierungspräsidium Freiburg geführt, und auch im Schriftverkehr konstruktive Vorschläge für ein rücksichtsvolles Miteinander von Wassersportlern und Wasserfauna unterbreitet. Coronabedingt hätten aber bereits anberaumte persönliche Gespräche nicht stattfinden können. „Wir gehen aber davon aus, dass wir gemeinsam mit dem Regierungspräsidium zu einem tragfähigen Kompromiss kommen werden“, betonte Minz.

Beim Thema Aquakulturen im Bereich Wallhausen glaubt der IBMV-Präsident inzwischen, dass solche Fischzuchtanlagen wohl nicht genehmigungsfähig sind. „Wir halten dieses Ansinnen mit der enormen Belastung durch Fäkalien oder Antibiotika für nicht hinnehmbar.“ Der Bodensee als Trinkwasserreservoir müsse in besonderer Weise vor solch wirtschaftlichen Interessen geschützt werden. Die Internationale Gewässerschutzkommision sei dazu zwar noch nicht angehört worden, positioniere sich aber ebenfalls klar gegen solche Fischgehege. „Wir bleiben jedenfalls auch da dran“, versprach Paul Minz – auch in Bezug auf das „Projekt Zukunftsquelle“ der Bodenseewasserversorgung Sipplingen. Dort sollen weitere Wasserentnahmestellen entstehen, um bei Wartungen oder Störungen – etwa durch die aggressive Quagga-Muschel – die Wasserversorgung trotzdem sicherzustellen. „Die in diesem Zusammenhang geplanten Sperrzonen für Wassersportler sind aber deutlich überdimensioniert“, betonte Minz. Und auch wenn mit der Realisierung nicht vor 2026 zu rechnen sei, wolle man im Interesse aller Wassersportler um vernünftige Lösungen ringen – ähnlich wie in der Vergangenheit an anderen Stellen im Bodensee.

Jürgen Wick vom LVMBW (Landesverband Motorbootsport Baden-Württemberg) schaffte in seinem Vortrag ein Bewusstsein für die Umweltbelastungen, die von herkömmlichen Antifouling-Beschichtungen der Boote ausgehen könnten. Er warb für eine aus seiner Sicht umweltfreundlichere Beschichtung des Lackexperten iTCoating, das weder Biozide, Kupfer oder Silikone enthalte. „Ein Liter genügt für ein 9-Meter-Boot. Die Beschichtung hält zwei bis drei Jahre und kostet 140 Euro pro Liter“, sagte Wick und berichtete von seinen eigenen positiven Erfahrungen, wonach harte wie weiche Ablagerungen vermieden würden und Restschmutz mühelos entfernt werden könne. Um die neuartige Beschichtung aufzubringen, müssten allerdings vorhandene Antifoulings restlos entfernt werden, aber der Aufwand lohne sich.

Im Anschluss nahm IBMV-Vorstandsmitglied und Seedienstleiter Martin Lepple die Gelegenheit wahr, auf die historischen Anfänge und die Bedeutung des Seedienstes zu blicken. „Gegründet hat ihn Gebhard Brander 1974“, erklärte Lepple. Sinn und Zweck war und sei die Selbstkontrolle und das Auffallen durch positive Taten, „um eine Negativstimmung gegenüber Motorbootfahrern zu vermeiden“. Ein Aspekt, der heute im Zeitalter der Kritik an Verbrennungsmotoren wichtiger denn je sei. Der Seedienst des IBMV hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als wichtige Ordnungseinrichtung einen Namen gemacht. Er hilft bei Notfällen, sammelt Müll ein und ermahnt partnerschaftlich alle Wassersportler, sich an die Regeln zu halten. Mit der Idee einer Handy-App will Martin Lepple den Seedienst noch effizienter machen. „Mit dieser Technik wird es möglich sein, für in Not Geratene ein Seedienstboot zu lokalisieren und zu rufen.“ Außerdem könnten sich Seedienstgruppen mithilfe der App besser organisieren und abstimmen.

IBMV-Präsident Paul Minz betonte in seinem Schlusswort, wie wichtig es für den Verband und seine Mitglieder sei, mit dem Seedienst aktive Eigenverantwortung zu zeigen. „Für die Freiheit auf dem Wasser – genießen Sie sie!“


Motorbootverband macht sich trotz Corona weiter für Freiheit auf dem Wasser stark Foto:IBMV