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Motorbootverband meistert digitale Hauptversammlung souverän

Aufgrund der Pandemie treffen sich die Mitglieder nur virtuell – Verbandsarbeit ruht trotz Corona nicht

17.12.2020
IBN

Das hat es in der annähernd 60-jährigen Geschichte noch nicht gegeben: Am Samstag hat der Internationale Bodensee Motorboot Verband (IBMV) seine erste rein virtuelle Jahreshauptversammlung veranstaltet.

 In der Spitze haben sich fast zwei Dutzend Mitglieder an der Videokonferenz beteiligt. IBMV-Präsident Paul Minz konnte sich über eine beschlussfähige Versammlung freuen. „Technik, die begeistert“, scherzte der Verbands-Chef.

Den Bericht von Minz bestimmte dann auch – wie fast das gesamte Leben 2020 – Corona. Und die damit verbundenen Umstände für den Verband und den Wassersport insgesamt. „Vieles konnte nicht stattfinden, oder nur in sehr reduzierter Form.“ Das galt für eine Reihe von geplanten Aktivitäten, die das Verbandsleben eigentlich ausmachen, wie etwa Skippertreffen oder auch den Seedienst des Verbands, dem Martin Lepple als Leiter vorsteht. In normalen Jahren sorgt dieses ehrenamtliche Engagement von Bootsführern dafür, dass Wassersportlern aus der Klemme geholfen wird oder der Seedienst klärt auf und mahnt auch, sich an die Regeln zu halten. „Das war heuer spürbar reduziert“, berichtete Lepple.

Trotz der besonderen Umstände behielt der IBMV die Interessen der Menschen auf dem Wasser im Blick, wie Paul Minz betonte. So auch die Entwicklungen im Markelfinger Winkel, wo es Bestrebungen gibt, die Uferschutzzonen über das nach Ansicht des Verbands ohnehin schon beträchtliche Maß auszuweiten. Ein Ortstermin mit dem Regierungspräsidium Tübingen in Radolfzell fiel der Pandemie zum Opfer. „Ich gehe davon aus, dass der im Frühjahr nachgeholt wird“, sagte Minz der hofft, dass es keine weiteren Einschränkungen gibt. „Mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf zehn km/h könnten wir vielleicht leben“, sagte er und deutete damit Hoffnung auf einen Kompromiss an.

Ein wenig Sorge bereitet dem Verband auch eine mögliche zusätzliche Trinkwasser-Entnahmestelle in Sipplingen. Sollte sie tatsächlich kommen – was im Augenblick noch nicht vom zuständigen Bodenseekreis zur Genehmigung beantragt ist – würde die Freiheit auf dem Wasser durch eine weitere Sperrzone eingeschränkt, fürchtet der Verband: „Wir beobachten das sehr, sehr genau – und scheuen im Zweifel auch nicht davor zurück, juristische Möglichkeiten auszuschöpfen“, kündigte Minz an. Denn andernorts bestünden Entnahmestellen auch ohne Schutzzonen. Hintergrund ist, dass in Sipplingen eine zusätzliche Entnahmestelle mehr Flexibilität bringen solle. Etwa dass während Wartungsarbeiten einer Anlage, die anderen reibungslos weiterlaufen könnten.

Kaum Gefahr sieht Minz im Augenblick in Sachen Aquakulturen. Die internationale Gewässerschutzkommission (IGKB) habe grundsätzlich eine kritische Haltung dazu eingenommen. Die Fischer seien überwiegend auch dagegen – „ich hoffe, dass sich das Thema im Sande verläuft“, sagte Paul Minz. Eine abschließende Stellungnahme könne der IGKB allerdings erst vornehmen, wenn es einen Antrag auf eine solche Fischzuchtanlage gebe – was im Augenblick aber offiziell noch nicht der Fall sei.

Der Verbandsauftritt auf der Interboot – einmal mehr gemeinsam mit der befreundeten Internationalen Wassersportgemeinschaft Bodensee (IWGB) – in Friedrichshafen habe erwartungsgemäß weniger Besucher gebracht. Minz lobte die Messeorganisation und berichtete von teilweise guten Verkäufen der Aussteller. „Es waren mehr Kauf- als nur Sehleute auf der Messe“, bilanzierte der IBMV-Präsident und der ebenfalls zugeschaltete IWGB-Chef, Edgar Raff, pflichtet ihm bei.

Kassenwart Bruno Müller konnte für das abgelaufene Verbandsjahr ein nahezu fünfstelliges Plus in den Büchern vermelden, allerdings mit einem weinenden Auge. Seien die reduzierten Ausgaben neben dem sparsamen Wirtschaften wiederum der Pandemie geschuldet, die kostenintensive Anlässe unmöglich gemacht hätte. Damit verband sich die Hoffnung mit Blick auf das Jahr 2021, dass die Lage sich normalisieren möge. „Freuen wir uns auf die neue Saison“, sagte Paul Minz und „achten Sie auf Ihre Gesundheit!“.

Der Verband

Der IBMV vertritt als internationaler Verband die Interessen von rund 3600 motorisierten Bootsfahrern am Bodensee in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Knapp 35 Mitgliedsvereine sind im IBMV organisiert. Weitere Informationen unter www.ibmv.com.


Rund zwei Dutzend Mitglieder nahmen zu Spitzenzeiten an der virtuellen Hauptversammlung des IBMV teil. Foto:Screenshot: Lepple