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Radolfzeller Vereine suchen nach einer Lösung

Radolfzell, 06.04.2020
Michael Häßler

Nachdem das Radolfzeller Rathaus letzte Woche die Häfen zur Belegung frei gegeben hat, suchen die Vereine seither nach einer praktikablen Lösung.

Das Problem dabei ist, dass nicht nur die Bedürfnisse des Wassersports und der Gewerbebetriebe befriedigt werden müssen, sondern auch die gesellschaftliche und juristische Verantwortung wahrgenommen werden muss. Insbesondere wurde den Vereinen die Verantwortung für die Einhaltung der Rechtsverordnung übertragen.

Gerade für den Yachtclub Radolfzell, dessen Hafen bislang noch geschlossen ist, bringt das Probleme mit sich. Dessen Kran stellt, neben denen in Moos und der Bootswerft Martin, eine von nur drei Krananlagen am deutschen Unterseeufer dar. Diese steht nicht nur den eigenen Mitgliedern zur Verfügung, sondern wird auch von vielen externen Booten genutzt. Entsprechend ist dort das Personen- und Verkehrsaufkommen.

Die Erklärung der Stadt Radolfzell vom 3. April im Wortlaut: 

Unter Abwägung epidemiologischer Gesichtspunkte – und mit Einhaltung der geltenden Regeln der Corona-Verordnung – insbesondere des § 3 – können Hafen- und Steganlagen betreten werden. Segelschulen fallen unter Bildungseinrichtungen im Sinne des § 4 Abs. 1 Nr. 2 Corona-Verordnung und sind daher zu schließen.Für die Nutzung der Hafenanlagen als „Parkfläche für Boote" bedeutet dies:

  • Der Aufenthalt ist auf Stegen und in Bojenfeldern nur alleine oder mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.
  • Zu anderen Personen ist wo immer möglich, ein Abstand von 2 Metern, aber mindestens 1,5 Metern einzuhalten.
  • Die Gemeinschaftsräume, wie Vereins-, Veranstaltungs-, Aufenthaltsräume und Duschen sind geschlossen zu halten.
  • Die allgemeinen Hygieneempfehlungen (z.B. Niesen und Husten in die Armbeuge oder Taschentuch, regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife, bei Grippesymptomen zu Hause bleiben) sind umzusetzen.
  • Auch das Verlassen des Hafengeländes mit dem Boot ist unter Berücksichtigung dieser Vorschriften möglich. Die Verhaltensregeln zur Versammlung von Personen gelten auf den Wasserflächen ebenso wie an Land. Insofern sind die Nutzung und der Aufenthalt auf dem Wasser durchaus möglich. Das beliebte „Päckchenlegen" von zwei oder mehr Booten ist dagegen eine unzulässige Versammlung und damit untersagt. 


In den Hafen- und Steganlagen sowie Bojenfeldern ist der Betreiber dafür verantwortlich, dass es zu keiner der Rechtsverordnung widersprechenden Ansammlung von Menschen kommt. Zudem ist er verpflichtet durch Hinweisschilder und über andere Informationskanäle die Bootsbesitzer entsprechend über die allgemeinen Verhaltensregelungen aufzuklären.


Der Kran des YC Radolfzell wird von vielen externen Booten am Untersee genutzt. Foto:M. Häßler