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Pokal geht nach Berlin

Ossi Münzer vom WVF auf Platz zwei

Fischbach, 10.06.2015
Kerstin Hahn

Das war echtes Kaiserwetter für die Segler der 20qm Jollenkreuzer die aus ganz Deutschland und der Schweiz zum Wassersportverein nach Fischbach kamen um am Fronleichnam - Wochenende den Bodenseecup ihrer Klasse auszusegeln.

„Bei den Temperaturen kam es mir vor, als würde ich eine karibische Regatta organisieren, aber vor allem war ich mit den Windverhältnissen rundrum zufrieden“, strahlte Wettfahrtleiterin Claudia Bucher kurz vor der Siegerehrung über’s ganze Gesicht. Wie alle Regattateilnehmer bekam sie am Wochenende eine schöne bronzene Hautfarbe gratis zum perfekten Segelfeeling dazu. Drei Wettfahrten bei 6-8kn Wind ergaben schon am ersten Regattatag eine abrechenbare Leistung, weshalb sich am Freitag als der Wind partout nicht mitspielen wollte, niemand Sorgen um die Ergebnisse machte. Ein gemütlicher Badetag am Bodensee und zwischendurch vom Kuchenbüffet der Seglerjugend des WVF ein süßes Stückchen, ein Radler, oder eine Wurst im Brötchen, sind schließlich auch nicht zu verachten. Am Samstag mit der Morgenthermik konnten zwei weitere Wettfahrten absolviert werden, die den versprochenen Streicher des schlechtesten Ergebnisses gewährleisteten und eine „Bilderbuchveranstaltung“ war „gegessen“. Sogar die Sache mit den favorisierten Mannschaften von Friedrich Göing mit Daniel Bauer und Christian Friedrich am Steuer, und dem Team von Rainer Winkelmann aus Berlin lief fast planmäßig ab. Aber eben nur fast! Denn das Daumendrücken der Fischbacher für ihre WVF Crew – das Team Münzer/ Bercher / Kuttler hat geholfen. Sie konnten sich in der Gesamtwertung zwischen die beiden „berüchtigten 20ziger Duellsegler“ schieben und während der Klassenpokal mal wieder in den Händen von Christian Friedrich landete, eroberten sie den zweiten Platz und verwiesen die Crew von Rainer Winkelmann auf Platz drei. Ob mit- oder ohne Streicher, die Reigenfolge in der Ergebnisliste wäre dieselbe gewesen, freuten sich Steuermann Ossi Münzer und seine Crew von der KAA. Als einer der aktivsten Regattasegler im Club war er dagegen weniger erfreut über die Tatsache, dass kein einziger Segler aus Österreich zur Regatta kam. Münzer selbst hatte, wie 12 andere deutsche Segler der Klasse, sein Boot vor zwei Wochen mit viel Aufwand zum Traunsee gezogen um an der dort stattfindenden österreichischen Meisterschaft teilzunehmen. Wegen der termingleichen Klassenveranstaltung war extra die Regatta, die beim WVF alljährlich üblicherweise am Himmelfahrtswochenende gemeinsam mit den 15er Jollenkreuzern stattfindet, verlegt worden. Natürlich erwartete man im Gegenzug auch die Segler mit dem ‚A‘ im Segel in Fischbach. „Da braucht es eigentlich keine Worte, für mich gehört das, auch unausgesprochen, einfach zur Segelkameradschaft dazu“, so Münzer. Jörg Rabach, Klassenobmann Baden Württemberg der 20er JK, ist etwas nachsichtiger mit den Seglern aus dem Nachbarland. „Der Aufwand mit den Bootstransporten von See zu See ist in jede Richtung gleichweit aber im Mai /Juni sind die Terminkalender alle voll und man will ja auch mal ein Wochenende frei haben.“ So richtig sportlich- fair findet jedoch auch er das Verhalten nicht. Noch diplomatischer ist Wettfahrtleiterin Claudia Bucher, die mit dem Satz „die Österreicher wissen gar nicht was für traumhafte Regatta sie verpasst haben“ im Anschluss an die Siegerehrung einfach schon mal die Werbezettel für den Europacup der Klasse im Mai 2016 verteilt, und alle zu einem Wiedersehen beim Club Bordée de Tribord nach La Neuveville einlädt.

Komplette Ergebnisliste unter www.wvfischbach.de


Pokal geht nach Berlin Foto:Kerstin Hahn