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Emirates Team weist Oracle in die Schranken

San Francisco, 09.09.2013
IBN

Der Auftakt zum 34. America‚Äôs Cup war gekennzeichnet von engen Wettfahrten, Führungswechseln im ersten Rennen und zwei Crews, die beeindruckend und fehlerfrei zu Werke gingen.

Nach drei intensiven Match Races hat sich der Herausforderer Emirates Team New Zealand eine 3:0-Führung über Titelverteidiger ORACLE TEAM USA erarbeitet.
 
Dean Barker, Skipper der Neuseeländer, führte seine Crew bei Winden zwischen 15 und 20 Knoten zu Siegen mit 36 bzw. 52 Sekunden Vorsprung und äußerte sich anschließend zur Ausgeglichenheit beider AC72-Yachten. „Es ist noch viel zu früh, um endgültige Schlüsse zu ziehen, aber meiner Meinung nach haben wir heute zwei Boote erlebt, die in der Performance unglaublich nahe beieinander liegen“, sagte Barker, der seit zehn Jahren Skipper seines Teams ist. „Bei den heutigen Bedingungen gab es kaum einen Unterschied. Ich bin mir sicher: Im Verlauf der Serie, wenn sich die Bedingungen ändern, werden wir mehr wissen. Aber groß werden die Unterschiede auch dann nicht sein.“
 
Der Skipper des ORACLE TEAM USA Jimmy Spithill ging die beiden Vorstart-Phasen aggressiv an und versuchte beide Male mit einem Hook-Manöver eine Strafe zu provozieren. Allerdings brachte er das Manöver im ersten Vorstart nicht zu Ende, beim zweiten Mal kamen sich die Yachten so nahe, dass es sogar einen Kontakt gegeben haben könnte. Die Schiedsrichter sprachen aber keine Strafe aus. Davon unabhängig beschleunigte das Emirates Team New Zealand an der Startline beide Male besser und führte jeweils an der ersten Tonne.
 
„In der ersten Wettfahrt konnten wir nicht so nahe an unseren Gegner heran kommen, wie wir es vorgehabt hatten und sie haben uns auf der ersten kurzen Halbwind-Bahn in Luv überholt“, sagte Spithill, der den America’s Cup 2010 gewonnen hatte. „Im zweiten Vorstart war es dann wesentlich enger, wir haben den Hook angesetzt und dachten, wir hätten die Strafe provoziert. Leider fiel die Entscheidung zu unseren Ungunsten aus. Die Neuseeländer haben das insgesamt sehr gut gemacht und sich kaum einen Fehler erlaubt. Wir hatten fast keine Überholmöglichkeit.“
 
Eine dieser wenigen Gelegenheiten ergab sich im ersten Match Race, und das ORACLE TEAM USA ergriff sine Chance. Die „Kiwis” rundeten das Lee-Tor mit gerade einmal vier Sekunden Vorsprung. Dem ORACLE TEAM USA gelang ein starkes Tonnenmanöver, die Crew versuchte sofort, die Neuseeländer anzuluven. Erneut zeigten die Schiedsrichter die grüne Flagge, doch der Titelverteidiger hatte erreicht, dass das Emirates New Zealand wenden musste.
 
Als sich die Teams das nächste Mal begegneten, hatte das ORACLE TEAM USA Wegerecht und konnte mit einer Bootslänge Vorsprung vor den Neuseeländern kreuzen. Im weiteren Verlauf der Kreuz holten sich Barker und seine Crew die Führung allerdings zurück.
 
„Uns war schon lange klar: Wenn wir die Chance bekommen, um den America’s Cup zu segeln, dann wird kompromissloses Racing gefragt sein“, meinte Barker. „Wir haben sehr großen Respekt vor dem Oracle-Team und wissen, dass es in Wettfahrten hart zu Sache geht – und genau dies war heute der Fall.“
 
Angesichts der unterschiedlichen Design-Ansätze beider Yachten war deren Ausgeglichenheit im ersten Rennen bemerkenswert. Das ORACLE TEAM USA scheint mit seinem flachen Querträger und der im Vergleich zum Emirates Team New Zealand schlankeren Plattform die bessere Aerodynamik zu haben. Die Yacht der „Kiwis“ hat zudem mehr Bug-Volumen.
 
„Es ist wirklich fantastisch, dass es mit zwei Booten, die so unterschiedlicher Design-Ideen und Produktionen entstammen sowie vollkommen unterschiedliche Setups aufweisen, derart enge Rennen gibt“, sagte Emirates Team New Zealands Flügeltrimmer Glenn Ashby. „Ich denke, wir werden noch einige wirklich faszinierende Duelle erleben. Alles ist möglich.“
 


Emirates führt klar. Foto: GILLES MARTIN-RAGET