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Woher
kommt
das
Wetter?
Wie wird
es
morgen?
Dieses
Thema
beschäftigt
die
Menschheit
genauso
lange
wie
Fragen
der
Fortpflanzung
und der
Nahrungsaufnahme.
Himmlische
Mächte
und auch
irdische
Geschöpfe
müssen
deswegen
seit
Menschengedenken
als
„Prügelknaben“
herhalten.

Vor
allem,
wenn
sich das
Wetter
nicht in
der
gewünschten
Form
präs-entierte:
Der
ehrwürdige
Petrus,
dem bei
der
Siegerehrung
gern die
Schuld
in die
Schuhe
geschoben
wird,
kann
jedoch
ebenso
wenig
dafür,
dass der
Wind
fehlte
wie die
Dame von
der
Wetterkarte
im
Fernsehen.

In
meteorologischen
Kreisen
weiß man
schon
seit
längerem,
dass in
erster
Linie
die
Grenzschicht
zwischen
polarer
Kaltluft
und
subtrop-ischer
Warmluft
die
Tiefs
und
Hochs
verursacht.
Und das
Meiste
unter-liegt
hier dem
Zufallsprinzip.
Dazu
kommt
die
Sonne,
die auch
noch
ihre
Finger
im Spiel
hat
sowie
topografische
Gegebenheiten.
Diese
sind vor
allem am
Bodensee,
der
bekanntlich
von
Bergen
eingerahmt
ist
(Alpen
und
Schwarzwald),
maßgeblich
am
Wettergeschehen
betei-ligt.
Bei
solch
komplexen
Zusammenhängen
wäre
selbst
ein
Heiliger
wie
Petrus
zudem
auch
bald
überfordert.
Globale
Windsysteme
Auf der
Nord-
und
Südhalbkugel
gibt es
jeweils
drei
verschiedene
Windzonen.
Die
Passatzone
mit
subtropischer
Warmluft
sowie
die
polare
Hochdruckzone.
Dazwischen
liegen
die so
genannten
gemäßigten
Breiten.
Hier
bewegt
sich der
Höhenwind,
der auch
als
Jetstream
bekannt
ist, von
West
nach
Ost.
Hochs
und
Tiefs
entstehen
abwechs-elnd,
da
dieser
Wind
nicht
geradlinig,
sondern
in
Wellen
über die
Grenze
von
polarer
Kaltluft
und
subtrop-ischer
Warmluft
fließt.
Dadurch
entstehen
Wirbel
zwischen
den
beiden
Zonen.
Geburtsstätten
zahlreicher
Tiefs.
Hoch
und Tief
Diese
Tiefdrucksysteme
„saugen“
die Luft
nach
oben. In
einem
Hochdruckgebiet
sinkt
sie
wieder
ab. Das
Tief
zieht
von
unten
weitere
Luft
nach.
Sie
strömt
in einem
Winkel
von etwa
30 Grad
zu den
Isobaren,
gegen
den
Uhrzeigersinn
in den
Tiefdruckwirbel.
Aus der
Unterseite
des
Hochdruckwirbels
strömt
sie in
einer
Drehung
im
Uhrzeigersinn
heraus.
Über See
wird der
Wind
nicht so
stark
abgebremst
wie über
Land.
Darum
beträgt
der
Winkel
zu den
Isobaren
etwa 15
Grad.
Durchzug
eines
Tiefs
Die
Zuggeschwindigkeit
eines
Tiefs
beträgt
in der
Regel 15
– 20
Knoten,
in
Ausnahmen
bis zu
50
Knoten.
Unsere
Breiten
werden
von der
äquatorialen
Flanke
der
Zyklone,
also der
südlichen
Seite
mit den
Fronten,
passiert.
An
dieser
Stelle
muss
erwähnt
werden,
dass es
die
„Lehrbuchzyklone“
tatsächlich
fast nur
im
Lehrbuch
gibt,
denn
nach
ihrem
weiten
Weg vom
Atlantik
bis an
den
Bodensee
sieht
diese
schon
etwas
„gerupft“
aus. Das
Aufziehen
einer
idealen
Zyklone,
wie das
Tief von
den
Meteorologen
auch
genannt
wird,
beginnt
mit der
Warmfront
und
lässt
sich am
Wolkenbild
erkennen.

Die
Warmluft
gleitet
auf die
am Boden
liegende
Kaltluft
keilförmig
auf und
kühlt
ab. Der
enthaltene
Wasserdampf
kondensiert
und wird
als
Zirrus-Bewölkung
sichtbar.
Dies
sind
streifenförmige,
fasrige
Eiswolken,
die an
ihrem
östlichen
Ende zu
einem
Haken
ausgebildet
sind.
Die
Zirren
befinden
sich in
großen
Höhen
zwischen
9000 und
12 000
Metern.
Mit dem
Heranziehen
des
Tiefs
verdichtet
sich die
Bewölkung
zu einer
geschlossenen
Stratusschicht.
Der
untere
Rand der
Wolken
wird
immer
niedriger
(keilförmig).
Es fängt
an zu
regnen.
Vereinzelt
treten
auch
Gewitter
auf. Im
weiteren
Verlauf
lockert
die
Bewölkung
im
Warmluftsektor
manchmal
auf, der
Wind ist
gleichmäßig.
Die
Kaltfront
kündigt
sich
durch
dichte
Quellbewölkung
an.
Sie ist
in ihrer
horizontalen
Ausdehnung
nur etwa
ein
Drittel
so groß
wie die
Warmfront,
so dass
das
Geschehen
schneller
und
heftiger
abläuft.
Der Wind
ist
stark
böig.
Auch
können
Gewitter
auftreten.
Bei
einem
älteren
Tief,
wenn die
Kaltfront
die
Warmfront
schon
eingeholt
hat,
spricht
man von
Okklusion.
Je
nachdem,
ob die
Luft der
Okklusion
wärmer
oder
kälter
als die
davor
liegende
ist,
kommt es
zu
Aufgleit-vorgängen
mit
Warmfrontcharakter
oder zu
Einbrüchen
wie bei
einer
Kaltfront.
Gewitter
Hier
unterscheidet
man
zwischen
Frontgewitter
und
Wärmegewitter.
Frontgewitter
entstehen,
in dem
sich
Kaltluft
unter
Warmluft
schiebt
und
diese
schnell
nach
oben
hebt.
Wärmegewitter
entstehen,
wenn
feucht-warme
Luft,
durch
Sonnenstrahlung
über dem
Land
erwärmt,
nach
oben
steigt.

In einer
gewissen
Höhe
kondensiert
das
Wasser,
wodurch
Energie
abgegeben
wird.
Die Luft
erwärmt
sich
dadurch
noch
stärker,
steigt
höher
und
kondensiert
weiter,
bis
diese an
der
Tropopause,
der
Grenzschicht
zur
Stratosphäre,
anstößt.
Die Luft
verteilt
sich an
dieser
kaum
durchdringbaren
Schicht,
wo eine
Tempe-ratur
von – 60
bis – 70
Grad
Celsius
herrscht.
Der
markante
Amboss
aus
Eiskristallen
entsteht.
In dem
Wolkenturm
findet
eine
permanente
Auf- und
Abwärtsbewegung
von
Luft,
Wasser
und Eis
statt.
Die
Wassertropfen
und
Eiskristalle
stoßen
gegeneinander,
verbinden
sich und
werden
größer
und
schwerer.
Nach
einiger
Zeit
kann
deren
Schwerkraft
nicht
mehr von
der
Energie
des
Aufwinds
überwunden
werden.
Dadurch
fallen
die
gewaltigen
Wasser-
und
Eismassen
zur Erde
und
„reißen
die Luft
mit“.

Diese
kalte
Luft
klatscht
aus
großer
Höhe auf
die Erde
und
verteilt
sich in
alle
Richtungen.
Dadurch
ent-stehen
die
heftigen
Böen.
Kurze
Zeit
später
zieht
der
Bereich
der
Niederschläge
durch.
Bei
einem
Wärme-gewitter
ist der
Spuk
nach
relativ
kurzer
Zeit
vorbei
und das
ganze
System
bricht
in sich
zusammen.
Die
elektrische
Energie
für
Blitz
und
Donner
entsteht
durch
Ionisierung
der
Luft.

Allerdings
kommt
ein
einzelnes,
für den
Wassersportler
einschätzbares
Gewitter,
selten
vor.
Meist
haben
sich um
eine
Gewitterzelle
mehrere
„Tochterzellen“
gebildet.
Die
einzelne
Zelle
durchläuft
verschiedene
Stadien,
in
welchen
sie
Energie
speichert
und an
die
Nebenzellen
weitergibt.
Dann
löst sie
sich
auf. So
entsteht
unter
Umständen
ein
riesiger
Gewitterkomplex.
Dieser
zieht,
mit
einer
typischen
Geschwindigkeit
von etwa
35 km /
h, mit
den
Höhenwinden
üblicherweise
in
nordöstliche
Richtung.
Deren
Richtung
kann an
den
Wolken
in sehr
großen
Höhen
erkannt
werden.
Allerdings
spielen
auch
topographische
Verhältnisse
eine
Rolle,
so dass
man eine
lange
Zeit der
Übung
und
Beobachtung
braucht,
um das
lokale
Wetter
richtig
einschätzen
zu
können.

Eine
seltene,
jedoch
äußerst
bedrohliche
Ausnahme
stellen
die
Ostgewitter
am
Bodensee
dar.
Eine
Gewitterzelle,
meist
über dem
Allgäu,
wird
aufgrund
von
bestimmten
Winden
nach
Westen
über den
See
getrieben.
Dies ist
für alle
Wassersportler
das
Signal,
schnellstens
zu
verschwinden.
Erfahrungsgemäß
gehören
diese
Gewitter
immer zu
den
heftigsten,
die in
unserer
Region
zuschlagen.
Woran
erkenne
ich ein
Gewitter?
Zunächst
an der
Höhe der
Wolke.
Der
britische
„Wetterguru“,
Alan
Watts,
hat eine
Faustregel
formuliert,
die
besagt,
dass
eine
Kumuluswolke,
die
höher
als ihr
Abstand
zur Erde
ist,
grundsätzlich
als
verdächtig
gilt.
Gewitterwolken
im
reifen
Stadium
haben
die
typische
Ambossform.
Das
energiereichste
Stadium
ist kurz
bevor
sich der
Amboss
bildet.
Gewitterfronten
besitzen
eine
große
horizontale
Ausdehnung.
Dadurch
ist es
kaum
möglich,
dem
Wetter
auszuweichen.
So
richtig
heftig
wird das
Ganze,
wenn
diese
Frontgewitter
am
Nachmittag
durch
feuchtwarmes
Wetter
noch
zusätzlich
„angeheizt“
werden.
Thermik
Morgens
wird das
Land von
der
Sonne
erwärmt,
wodurch
Luft
aufsteigt
und von
kühlerer
Seeluft
ersetzt
wird,
die sich
dann
über
Land
wiederum
erwärmt
und
aufsteigt.
Abends
geschieht
das
Ganze in
der
umge-kehrten
Reihenfolge.
Das Land
kühlt
sich ab,
während
der See
die
gespeicherte
Wärme
abgibt.
Dieser
Effekt
ist um
so
stärker,
je
weiter
man sich
unter
Land
befindet.
Während
an den
Küsten
und vor
allem
auf
einigen
Alpenseen
durch
Thermik
und
Berg-Tal-Winde
beachtliche
Windgeschwindigkeiten
verursacht
werden,
spielt
sich die
Sache am
Bodensee
eher
bescheiden
ab.
Aufmerksame
Segler
können
diese
thermischen
Vorgänge
nicht
nur bei
Regatten
geschickt
für sich
nutzen.
In den
Zeiten,
als es
noch
keine
Motoren
auf dem
See gab,
wurde
dieser
Wind als
„Heimschieber“
von den
Seglern
erwartet.
Föhn
Der
markante
Alpenwind
kommt
nicht
nur am
Bodensee
vor,
sondern
überall,
wo Luft
über
eine
quer
stehende
Gebirgskette
geschoben
wird.
Ein
Tief,
nördlich
der
Alpen,
saugt
die Luft
vom
Mittelmeerraum
an.
Diese
wird
über die
Alpen
geschoben.
Dort
wird die
Luft,
wie in
einer
Düse,
beschleunigt,
da diese
nicht
unbegrenzt
nach
oben
ausweichen
kann,
sondern
an der
Tropopause
„ansteht“.
Beim
Aufstieg
wird
feuchte
Luft um
ein
halbes
Grad
Celsius
pro 100
Meter
abgekühlt.
Die
Feuchtigkeit
kondensiert.
Am
Gipfel
erscheint
kalte
trockene
Luft.
Diese
erwärmt
sich,
aufgrund
der
abgegebenen
Feuchtigkeit,
nicht um
ein
halbes
Grad pro
100
Meter
Höhenunterschied,
sondern
doppelt
so hoch,
um ein
Grad.
Durch
Düseneffekte
in den
Tälern
wird die
extrem
trockene
und
warme
Luft
zusätzlich
noch
beschleunigt.
Über dem
offenen
See
verlangsamt
sich die
Windgeschwindigkeit
jedoch
rasch
wieder.

Dem
Segler,
der mit
seinem
Boot
gegen
den
Föhnsturm
ankämpft,
ist die
Physik
vermutlich
ziemlich
wurst.
Er hat
andere
Sorgen.
Was sind
denn nun
die
Vorzeichen?
Außer
dem
eingangs
beschriebenen
Tiefdruckgebiet,
das im
Wetterbericht
gemeldet
wird,
herrscht
außergewöhnlich
klare
Sicht.
Die
Landschaft
scheint
zusammenzurücken.
Durch
den
fehlenden
Dunst
beherrschen
klare
kräftige
Farben
das
Bild.
Über den
Bergkämmen
sind
linsenförmige
Wolken,
die so
genannten
Föhnfische
sowie
die
Öffnung
dazwischen,
das
Föhnfenster,
sichtbar.
Ob und
wann ein
Sturm
losbricht,
kann vom
See aus
nicht
vorhergesagt
werden.
Dies
kann
ziemlich
plötzlich
passieren.

Westlich
von
Romanshorn
tritt
praktisch
kein
Föhn
mehr
auf.
Dies
heißt
aber
nicht,
dass
dies
ausge-schlossen
wäre.
Vor
einigen
Jahren
war
Föhnluft
sogar
von der
Wetterstation
in
Sipplingen
gemessen
worden.
Die
Häufigkeit
ist im
Sommer
geringer
als im
Frühjahr
und
Herbst.
Es kommt
hier
jedoch
auch
vor,
dass der
warme
Föhn in
einiger
Höhe
über die
auf dem
Wasser
liegende
Kaltluftschicht
hinwegrast,
ohne die
Oberfläche
zu
berühren.
Wettervorhersage
Wie kann
man als
Wassersportler
auf dem
Bodensee
dafür
sorgen,
dass das
Wetter
keine
große
Unbekannte
bleibt?
Der
wissenschaftliche
Leiter
der
Wetterwarte
Stuttgart,
Klaus
Sturm,
empfiehlt,
sich ein
solides
Wissen
über
Meteorologie
anzueignen.
Neben
den
Grundlagenkenntnissen
über
Wetterkunde,
wozu es
hervorragende
Literatur
auch für
Laien
gibt,
ist vor
allem
ein
häufiges
Überprüfen
der
eigenen
Einschätzungen
wichtig.
Nur so
wird man
Sicherheit
erlangen.
Einen
Wetterbericht
zu
hören,
gehört
zur
Vorbereitung
eines
Segeltages.
Wenn man
weiß,
nach
welchen
Wettersituationen
man
Ausschau
halten
muss,
erleichtert
dies die
Sache
erheblich.

Einige
erfahrene
Bodenseeskipper
wissen
nach
einem
Blick
aus dem
Fenster,
mit
welchem
Wetter
sie
rechnen
können.
Diese
brauchen
sicher
keine
Sturmwarnung.
Der
Sturmwarndienst
möchte
jedoch
allen
Anderen
Entscheidungshilfen
anbieten.
Was der
Schiffsführer
im
konkreten
Fall
unternimmt,
bleibt
jedoch
allein
seine
Sache
(zumindest
bis zur
Novellierung
der
Bodensee-Schifffahrtsordnung
2002).
Die
Stark-wind-
oder
Sturmwarnung
wird
ausgelöst,
wenn bis
zum
Eintreffen
von
Spitzenböen
über 25
bzw. 33
Knoten
Windgeschwindigkeit
noch
etwa
eine
Stunde
Zeit
bleibt.
Speziell
bei
Gewittern
ist ein
solches
Zeitfenster
jedoch
oft
nicht
realisierbar.
Um eine
Fehlmeldung
zu
vermeiden,
wird
erst
gewarnt,
wenn
einigermaßen
feststeht,
dass die
Böen
auch
tatsächlich
über den
See
hinweg
ziehen.
Klaus
Sturm
gibt zu
bedenken,
dass
auch
eine
professionell
erstellte
Wetterprognose
immer
einer
gewissen
Wahrscheinlichkeit
unterliegt
und
niemals
absolut
sein
kann. mh |