Wartung und Pflege von Rettungsmitteln

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An neun von zehn Segeltagen verschwenden wir nicht einen Gedanken an sie. Doch im Ernstfall retten sie unser Leben. Deshalb ist eine regelmäßige Wartung und Pflege von Rettungsmitteln unerlässlich. Grundsätzlich ist eine gute Pflege von Rettungswesten und Rettungsinseln nur möglich, wenn die Wartungsintervalle eingehalten werden.

Die Wartungsintervalle sind dabei von den Herstellern vorgegeben und liegen je nach Produkt zwischen einem und vier Jahren. Ab einem gewissen Alter empfehlen sich kurze Intervalle.In Deutschland besteht jedoch keine Pflicht, die Wartungsintervalle einzuhalten. Es bleibt jedem selbst über lassen, für seine Sicherheit und die seiner Crew zu sorgen.

Rettungsinseln können aus verschiedenen Materialien hergestellt sein. Zum einen mit einer plastomeren Beschichtung (PVC). Bei Verwendung dieses Materials gehen die Hersteller von einer Lebensdauer von 10, maximal 12 Jahren aus. Danach darf eine solche Rettungsinsel nicht mehr gewartet werden. Zum anderen die Beschichtung des Trägergewebes mit Naturkautschuk. Hier gehen die Hersteller von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 18 bis 20 Jahren aus, wobei sie in Ausnahmefällen auch höher sein kann. Bei der Verpackung der Rettungsinsel bieten sich Container oder Packtasche an. Im Container ist die Rettungsinsel rundum geschützt und wird hauptsächlich auf Deck gefahren. Dabei sollte der Skipper darauf achten, dass die Insel mit der Reißleine gesichert ist und diese auch an Bord belegt ist.

Rettungsinseln in Packtaschen dagegen werden meist auf dem Unterdeck oder in Backskisten gestaut. Problematisch bei dieser Art der Lagerung ist, dass sie im Notfall durch ihr schweres Gewicht manchesmal nicht an Deck geschafft werden kann oder nicht mehr erreichbar ist. Aber auch hier hat die Industrie Fortschritte gemacht, es werden heute schon kleinere und leichtere Rettungsinseln angeboten. Gedanklich sollte jeder Skipper den hoffentlich nie eintretenden Fall des Einsatzes der Rettungsinsel durchspielen. Wichtig ist auf alle Fälle, dass die Reißleine der Rettungsinsel, bevor die Insel über Bord geht, an Deck belegt wird. Selbst die bestausgestattete Rettungsinsel nützt nicht viel, wenn sie vom Boot abtreibt und ohne Reißleine auch nicht ausgelöst werden kann.

Sodann ist der Auslösemechanismus zu aktivieren. Dies geschieht, indem die Reißleine, je nach Hersteller mit einer Länge von sieben bis elf Metern, vollständig rausgezogen wird. Im Freizeitbereich gibt es noch keinen Wasserauslöser wie bei den Rettungswesten. Durch die unweigerliche Bildung von Kondenswasser könnte sich ansonsten die Rettungsinsel ungewollt selbstständig aufblasen. Nachdem sich die Rettungsinsel aufgeblasen hat, sollte sie, wenn möglich, an das Boot herangezogen werden, damit die Crew möglichst trocken in die Rettungsinsel einsteigen kann. Ist der Notpack nicht in der Rettungsinsel integriert, sollte er in irgendeiner Weise mit der Insel verbunden sein, da er ansonsten im Notfall häufig vergessen wird. Sind alle Personen und sonstigen wichtigen Dinge an Bord der Rettungsinsel, kann nun die Reißleine mit dem auf jeder Insel befindlichen Messer gekappt werden. Zwar ist jede Reißleine vom Hersteller mit einer Sollbruchstelle ausgestattet, so dass die untergehende Yacht die Rettungsinsel nicht mit in die Tiefe ziehen kann. Jedoch, sicher ist sicher.

Wichtigste Punkte bei der Wartung einer Rettungsinsel sind die Überprüfung der Dichtigkeit des Schlauchsystems, der Funktionstüchtigkeit des Auslösemechanismus sowie die Füllmenge in der Gaspatrone. Auch die Bestückung der Insel wird auf Verfalldatum kontrolliert und gegebenenfalls ausgetauscht. Je nach Fahrtgebiet und Crew-Größe ist die Ausstattung einer Rettungsinsel unterschiedlich. So wird jemand, der auch in kühleren Gewässern unterwegs ist, auf eine Rettungsinsel mit Isolierboden zurückgreifen. Bei Schulz & Fischer kann der Kunde auf Wunsch beim Öffnen des Behältnisses dabei sein. Dann sieht er auch gleich, in welchem Zustand sich die Rettungsinsel befindet. Meist liegt die Rettungsinsel feucht, Schimmel und Stockflecken führen zu Materialermüdung. Auslösemechanismus und Druckflasche können stark korrodiert sein.Wichtig beim Wartungscheck ist, dass die Rettungsinsel unter Druck gesetzt wird. Dadurch kann sich das Material entspannen, denn eng gelagert, häufig hohen Temperaturschwankungen ausgesetzt, sind nicht gerade die förderlichsten Bedingungen für das Material.

In der ersten halben Stunde steht die Luftkammer unter erhöhtem Luftdruck. Unter normalem Betriebsdruck geht der Drucktest im Minimum nochmals eine Stunde pro Schlauchkammer. Auch wird die Reißleine auf Beschädigung kontrolliert. Normalerweise sollte die Reißleine – je nach Verpackungsart – beschichtet oder wenigstens mit einem Schutzschlauch versehen sein. Ist diese Schutzschicht in irgendeiner Weise beschädigt, zieht die Insel – wie ein Docht – Wasser in die Insel. Die Überprüfung einer Rettungsinsel ist nicht schnell mal so nebenher gemacht. Um unnötige Wartezeiten vor Saisonbeginn zu vermeiden, sollte die Rettungsinsel frühzeitig zur Wartung gegeben werden.

Aufblasbare Rettungswesten lassen sich grob in zwei Arten unterscheiden, einmal die mit Handauslösung, dann die vollautomatische, welche alternativ auch über eine Handauslösung verfügt. Vor dem Kauf einer Rettungsweste sollte der Kunde sich im Klaren sein, welchen Auftrieb er benötigt. Dieser richtet sich nach dem persönlichen Gewicht und den Einsatzbedingungen. Die Tabelle auf dieser Seite gibt eine Entscheidungshilfe. Was ist bei der Pflege zu beachten? Auf alle Fälle nicht in Plastiktüten lagern. Durch Kondenswasserbildung entsteht Feuchtigkeit, was zu Stockflecken und bei vollautomatischen Rettungswesten zum ungewollten Auslösen derselben führen kann. Verschmutzungen lassen sich mit einer leichten Seifenlauge entfernen.

Beim Lagern sollte die Rettungsweste von scharfen Gegenständen fern gehalten werden. Es fördert die Lebensdauer der Rettungsweste, diese an einem gut belüfteten Ort möglichst lichtgeschützt aufzuhängen. Der Träger sollte sich auch durchaus nicht scheuen, die Rettungsweste mal auszuprobieren. Nach der Aktivierung kann er die Rettungsweste mit ein bisschen Geschicklichkeit wieder selbst zusammenlegen. Die Rettungsweste ist jedoch nur im betriebsbereiten Zustand wegzustauen. Ein Reserveset sollte für jede Rettungsweste an Bord sein.

Ansonsten bleibt nämlich in einer weiteren Notsituation nur übrig, sie über das MundAls Wartungsintervall werden von den meisten Herstellern zwei Jahre empfohlen. Zur Wartung gehört, dass sich die Schwimmblase einem rund 16-stündigen Drucktest unterzieht. Dabei darf nur ein bestimmter Prozentsatz an Luft entweichen, ansonsten wird die Weste aus dem Verkehr gezogen. Bei den jetzt auf den Markt gebrachten Doppelkammerwesten ist in der Schwimmblase eine Trennwand eingebaut. Ist die automatisch gefüllte Kammer defekt, kann diese zweite Kammer über das angebrachte Mundblasventil aufgeblasen werden. Bei der Wartung werden beide Kammern geprüft. Aufblasventil selbst aufzublasen, dies ist etwas mühsam und dauert einige Zeit.

Auch wird die Auslösemechanik auf ihre Funktionsfähigkeit und Dichtigkeit überprüft. Ist diese undicht wegen Schlagstellen oder stimmt der Druckpunkt nicht (Gasdruck kann das Rückschlagventil nicht überwinden), kann es sein, dass das ausströmende Gas gar nicht in die Schwimmblase gelangt. Der Auslösering wird bei jeder Wartung ausgewechselt. Auch wird das Gurtsystem überprüft. Die erfolgreiche Wartung wird auf dem Auftriebskörper durch eine TÜV-Plakette dokumentiert. Die Hersteller garantieren bei Einhaltung der Pflege- und Wartungsvorschriften eine Haltbarkeit von 10 Jahren. In dieser Zeit dürfen die Servicestationen die Wartung durchführen. Darüber hinaus ist, für gut erhaltene Westen, bei jährlicher Wartung durch den Hersteller eine Verlängerung der Lebensdauer bis zum 15. Jahr möglich.