Stare vor dem Aus?

03.12.2010

Das Starboot steht möglicherweise vor dem olympischen Aus. Die Hauptversammlung des Weltsegler-Verbandes (ISAF) entschied sich bei der Jahrestagung in Athen in einem vorläufigen Beschluss knapp gegen das Zweimann-Kielboot. Diese und alle weiteren Entscheidungen können mit Blick auf die Disziplinen für die Olympischen Spiele 2016 im Mai des kommenden Jahres jedoch noch geändert werden.



 Das Starboot wurde als älteste aller zehn aktuellen olympischen Segeldisziplinen 1932 eingeführt. 1976 wurde der Star schon einmal zu Gunsten des Tempests aus dem olympischen Segelprogramm gestrichen, schaffte aber vier Jahre später das Comeback. Immer wieder behauptete sich das schlanke 4,70 Meter lange und klassisch anmutende Boot seitdem gegen modernere Klassen. Internationale Segelstars wie Dennis Conner, Torben Grael oder Iain Percy sorgten für sportliche Ausrufezeichen im Starboot und Segelprominenz bei Olympischen Spielen.


 Eine neue Chance dagegen gibt es für den Katamaransport. Ob der Tornado das Comeback schafft oder ein anderes Zweirumpf-Boot nominiert wird, will die ISAF zwar erst im kommenden Jahr nach intensiven Tests entscheiden. Einig waren sich die Deligierten aber darin, dass der attraktive Katamaran wieder olympisch und künftig von gemischten Crews - einer Frau und einem Mann – gesegelt werden soll.

 Weiter entschied die ISAF, dass die Disziplin 470er für Frauen durch eine Skiff-Jolle wie beispielsweise einem 29er für Frauen ersetzt werden soll. Auch in dieser Disziplin will sich der Weltverband vorerst einen Überblick über passende Bootstypen verschaffen, bevor die Entscheidung endgültig fällt.

Sechs der zehn olympischen Segeldisziplinen für 2016 sollen als so genannte Kerndisziplinen möglichst längerfristig olympisch bleiben. Der Weltverband will damit den Aktiven in aller Welt und auch den nationalen Verbänden eine bessere Planbarkeit ermöglichen und verlässliche Wege in die Zukunft aufzeigen. „Diese Politik begrüßen wir ganz ausdrücklich und wünschen uns baldmöglichst klare und langfristige Entscheidungen“, sagte Nadine Stegenwalner.

 

 Folgende Klassen wurden dafür nominiert:

Surfen oder Kitesurfen Männer – Evaluation 
Surfen oder Kitesurfen Frauen – Evaluation 
Einhandjolle Männer – Laser
Einhandjolle Frauen – Laser Radial
Zweihand-Skiff (Hochleistungsjolle) Männer – 49er
Zweihand-Skiff (Hochleistungsjolle) Frauen – Evaluation 

 

 Folgende vier Disziplinen wurden für die Olympischen Spiele 2016 nominiert, sollen aber von einem zum nächsten olympischen Zyklus erneut überprüft werden und künftig flexibler gegen modernere Bootstypen austauschbar bleiben:

Zweite Einhandjolle Männer – Finn Dinghi
Kielboot Frauen – Elliott 6m
Mehrrümpfer mit gemischter Crew (Frau/Mann) – Evaluation 
Zweihandjolle mit gemischter Crew & Spinnaker – 470

 
Ob es aber tatsächlich bei den oben genannten Disziplinen bleibt, entscheidet die ISAF bei ihrer Halbjahresversammlung im Mai 2011 in St. Petersburg. Winterruhe wird in vielen Disziplinen bis dahin nicht herrschen. „Ich schätze, dass in einigen Disziplinen noch viel passieren wird“, sagt Nadine Stegenwalner. Um die aktuellen Beschlüsse zu kippen, werden im kommenden Jahr jedoch pro Entscheidung mindestens 50 Prozent der Stimmen im ISAF-Council benötigt.