Überlinger Segeljugend Spanische Vizemeister im 420er

Altea

11.11.2019

Vor Altea, einem Städtchen von der Größe Überlingens an der spanischen Mittelmeerküste, knappe 50 km nordöstlich von Alicante gelegen, trug die spanische Weltelite vom ersten bis zum dritten November die spanische Meisterschaft der 420er aus.

Immerhin belegt Spanien in dieser Klasse zehn der ersten zwanzig Plätze in der Weltmeisterschaftsliste. Zwei Überlinger Segler, Jonathan Steidle und Leonardo Honold, beide noch keine 18 Jahre alt, wollten es wissen und nutzten ihre Herbstferien, sich nach nur einer Woche Training im Revier den harten Bedingungen der Meisterschaft zu stellen. 

Ein fast wie bei einer Weltmeisterschaft besetztes Feld von 94 konkurrierenden Booten in einem schwierigen Revier, das auch die Beherrschung vieler seglerischer Tricks erfordert, stellte eine echte Herausforderung für die beiden deutschen Segler dar. Hinzu kamen die Tücken des Wetters: Das Mittelmeer erfüllt im November keineswegs immer die Erwartungen, die vor allem der Tourismus für andere Zeiten des Jahres weckt. 

So machte der erste Regattatag mit wenig Wind und großen Änderungen der Windrichtung das Segeln schwierig, es konnte aber eine Wettfahrt gesegelt werden. Am zweiten Tag gelangen bei Wind um die zehn Knoten drei Wettfahrten. Mit den Plätzen 16, drei, zwei und sechs lag das Überlinger Boot in der Spitzengruppe. Als im Feld am letzten Tag zwischen Silber und Gold (“silver fleet” und “gold fleet”) geschieden wurde und bei sechs Beaufort Wind und vier Meter Welle alle bis auf die Goldflotte aus guten Gründen im Hafen bleiben mußten, fühlte die Überlinger Mannschaft ihre Zeit gekommen. Sie kam mit den Böen, die das halbe Feld zum Kentern brachten, gut zurecht, glitt auf Halb- und Vorwindkursen die Wellen herunter, setzte den Winddruck in Vortrieb um und segelte den spanischen Verfolgern einfach davon. So wurde sie Erste und stand am Ende des Tages auf dem Siegerpodest. In der Gesamtwertung mußte sie sich nur den U17-Weltmeistern von 2018, Jacobo Garcia und Antoni Ripoll, geschlagen geben, für die aus ihrer beider galizischen Heimat solche Wellen wohl nichts Ungewöhnliches sind.