Motorbootverband wählt neues Vorstandsmitglied

Der Schweizer Bruno Müller übernimmt die Aufgaben des scheidenden Ruedi Gantenbein – Verband mahnt zu Wachsamkeit, um weiteren Beschränkungen auf dem See vorzubeugen

IBMV-Vorstand

Güttingen, 21.10.2019

Er sei ein Mann mit Ecken und Kanten – aber dafür einer, der sich nicht scheue, Wahrheiten auszusprechen, auch wenn diese bisweilen unbequem seien: Mit diesen Worten würdigte IBMV-Präsident Paul Minz (Internationaler Bodensee Motorbootverband) den scheidenden Schatzmeister Ruedi Gantenbein, der 15 Jahre lang als Vorstandsmitglied die Verantwortung für die Kasse getragen hat. Apropos Kasse: In seinem allerletzten Bericht konnte Gantenbein vor mehr als 40 Mitgliedern gute Zahlen verkünden. Mit einem Überschuss von rund 4.500 Euro (etwa 5000 Schweizer Franken) hinterlässt er die Finanzen in gesundem Zustand und bestätigt seinen Vorstandskollegen sparsames Wirtschaften. Seine Rolle übernimmt der Schweizer Bruno Müller, den die Versammlung einstimmig wählte.

Zuvor hatte Paul Minz von einem Vereinsjahr berichtet, das geprägt gewesen sei von gutem Miteinander, was sich nicht nur am Skippertreffen in Wallhausen gezeigt habe. Mit 20 Booten und fast 100 Teilnehmern erfreute sich diese wiederbelebte Tradition wachsender Beliebtheit, sodass auch 2020 zu Pfingsten daran in Bregenz angeknüpft werden soll. Mit den Worten: „Je ruhiger es um ein Thema wird, umso wachsamer müssen wir sein“, berichtete Minz von den Entwicklungen im Markelfinger Winkel. Dort gibt es Bestrebungen, weite Teile als Naturschutzgebiete auszuweisen und die Freiheit auf dem Wasser weiter einzuschränken. „Inzwischen haben Gutachter ihre Untersuchungen abgeschlossen. Das Regierungspräsidium Freiburg ist nach eigener Auskunft dabei, diese jetzt zu analysieren.“ Minz hat die Gutachten kürzlich angefordert. Man dürfe gespannt sein auf die Ergebnisse – und müsse darauf gefasst sein, sich im Zweifel „mit aller Kraft“ gegen weitere Beschränkungen zu stellen. 

Ähnlich bewertet Minz die Bestrebungen, Aquakulturen im Bodensee einzurichten und forderte die Versammlung auf, ihn von jeder Entwicklung in Kenntnis zu setzen, um frühzeitig reagieren zu können. Ein mulmiges Gefühl habe Minz auch, wenn er an Konstanz denke – die Stadt hat den Klimanotstand ausgerufen. „Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht früher oder später auch uns als Motorbootfahrer betrifft.“ Auch darauf wolle man im Zweifel gut vorbereitet sein.

Dass die Bemühungen des Verbands und seiner Mitglieder nicht gering sind, zeigte die Bilanz von Seedienstleiter Martin Lepple. Die Clubs des IBMV waren in der abgelaufenen Saison fast 3500 Stunden als freiwilliger und ehrenamtlicher Seedienst mit ihren Booten unterwegs und haben dabei 234 Einsätze geleistet – von der allgemeinen Aufklärung über die richtigen Abstände zum Ufer über die Beseitigung von Unrat und Treibholz bis hin zur Nothilfe bei Motorschaden oder dem Kentern von Segelbooten. Damit leiste der IBMV einen wertvollen Beitrag ganz nach dem Verbandsmotto „Ordnung in Freiheit“, wie Lepple verbunden mit dem Dank an alle Helfer betonte.

Optionen

Bilder (2)

Weitere Infos

Der IBMV vertritt als internationaler Verband die Interessen von rund 3600 motorisierten Bootsfahrern am Bodensee in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Knapp 35 Mitgliedsvereine sind im IBMV organisiert. Weitere Informationen unter www.ibmv.com.