Der Bundesligapokal geht nach Hard

YCH-Kreuz

Hard, 17.09.2019 von IBN

Das Segelbundesligateam des Yacht Club Hard (YCH) hat am vergangenen Woche der Favoritenrolle absolut gerecht werden können und hat erstmals den Meistertitel in den YCH geholt. Ein anspruchsvolles und herausforderndes Wochenende hat dem Team noch einmal alles abverlangt aber am Ende gewinnen Michael und Manuel Quendler, Laurenz Grabher und Hannah Thaler mit sechs Punkten Vorsprung souverän die Österreichische Segelbundesliga 2019.

Was im immer präsenten Fußball zugegebenermaßen für Vorarlberger Teams nahezu unmöglich ist, hat die Segelcrew vom YCH am Wochenende souverän gemeistert. Bereits zum zweiten Mal geht der begehrte Meisterpokal der Österreichischen Segelbundesliga nach Vorarlberg, aber dieses Mal erstmalig zum Yacht Club Hard. Was im letzten Jahr bereits mit einer konstanten Leistung und kleinen Ausrufezeichen begann, fand in dieser Saison seinen Höhepunkt und wurde mit bärenstarken Leistungen bei jedem Event untermauert. Bei insgesamt 27 Wettfahrten fuhr man elf 1. Plätze, acht 2. Plätze, je drei 3. und 4. Plätze und nur zwei 5. Plätze ein. Als Letztes Boot ging man nie über die Ziellinie.

Mit zwei Podestplätzen und zwei vierten Plätzen in vier Events war die Konstanz das Mittel zum Sieg, was auch Steuermann Michael Quendler bestätigt: „Wir haben uns immer aus den Zweikämpfen herausgehalten, sind frei und schnell gesegelt und haben taktisch fast immer die richtigen Entscheidungen getroffen. Unsere Starts waren nahezu immer am Punkt und wir kennen das Boot jetzt auch bereits einige Jahre und wissen es einzuschätzen.“ Der Meistertitel der Österreichischen Segelbundesliga geht damit erstmals nach Hard. Für Insider absolut keine Überraschung, für die anderen die Anerkennung, dass auch im Westen auf Top-Niveau gesegelt wird.

Herausforderndes Wochenende

Dabei begann das Segelwochenende am Freitag alles andere als planmäßig. Sehr leichte und drehende Winde machten der Crew zu schaffen, man blieb aber auch hier immer an den Top-Plätzen dran. Der interne Kampf mit dem SCTWV Achensee aus Tirol wurde bereits am Freitagnachmittag eröffnet, aber die Tiroler griffen ziemlich tief in den Punktetopf und konnten mit der Harder Crew nicht mithalten. Verschnaufpause blieb aber nur eine kurze, denn am Samstag waren die Winde zwar etwas stärker, die Winddreher aber dafür umso extremer. „Wir waren am Samstag immer wieder überrascht, wie sich die Winde verhielten. 90 Grad Dreher waren keine Seltenheit und wir fuhren oftmals richtige Slalomkurse. Hier die Nerven zu behalten war nicht einfach und ist uns auch nicht immer gelungen,“ gibt Taktiker Manuel Quendler zu bedenken. Die Harder Crew blieb aber auch hier ruhig aber griff mit einem vierten und fünften Platz auch ordentlich zu, konnte die Gegner aber in Schach halten.

Höchste Anerkennung

Der Bundesligatitel gilt in der Regattaszene in Österreich als die absolute Krönung. Treten doch die besten Segelclubs in Österreich gegeneinander an und warten oft mit Top-Besetzungen auf. Mehrfache Weltmeister und Olympiateilnehmer nehmen ebenso teil wie Jugendkadersegler des Österreichischen Segelverbands. Die Crew rund um die beiden Quendler-Brüder Michael und Manuel sind in der Österreichischen Segelszene keine Unbekannten, waren sie doch jahrelang Kadermitglieder des Vorarlberger Landes Segel Verbands und kennen den internationalen Regattazirkus sowohl im Optimisten und 420er bestens. Auch Hannah Thaler ist als Seglerkind groß geworden und verbrachte jedes Wochenende an einem Österreichischen See und segelte später mit YCB-Clubkollegin Anne Mähr bei zahlreichen Matchrace Events in die vorderen Ränge. Laurenz Grabher, der derzeit ein Auslandssemester in Rotterdam absolviert und extra für das letzte Regattawochenende eingeflogen ist, stieß später zum Yacht Club Hard, sammelte davor viel Erfahrung auf der internationalen J70 Klasse. Die kontinuierliche Jugendarbeit des YCH in den letzten Jahren machte sich ebenso bezahlt wie das Vertrauen in die Crew der Bundesliga, denn ein Club und seine Mitglieder müssen hinter so einem Projekt stehen. „Eine Bundesligasaison ist in finanzieller Hinsicht eine ordentliche Herausforderung für jeden Club. Kommt dann noch eine Champions League Qualifikation hinzu, wissen wir es umso mehr zu schätzen wie sehr unser Club hinter uns steht und uns unterstützt. Wir sind immer noch sprachlos, dass wir den großen Pokal jetzt mit nach Hause bringen,“ zeigt sich Hannah Thaler überwältigt.

Sonntag wird zur Geduldprobe

Am Sonntag hieß es anfangs lange warten. Der Mattsee war Spiegelglatt und lies am Ende keine weiteren Wettfahrten mehr zu. Um kurz nach drei Uhr am Nachmittag war es dann Gewissheit – der Bundesligasieger und damit der beste Segelclub Österreichs 2019 ist der Yacht Club Hard. In der Gesamtwertung siegt der Yacht Club Hard mit sechs Punkten Vorsprung auf den zweiten Platz und schickt ein deutliches Ausrufezeichen in den Rest Österreichs. Galten die vier Segler in den letzten Jahren zwar immer als gute Segler, traute man ihnen aber im Rest Österreichs den Titelgewinn nicht immer zu. Mit einem so deutlichen Gesamtsieg belehrte man sie nun eines Besseren. Auch zu Hause in Hard freute man sich über den Gewinn, WhatsApp Gruppen schickten dutzende Nachrichten an den Mattsee und während der Autofahrt zurück nach Vorarlberg wurde quasi pausenlos telefoniert. „Wir sind ein kleiner Segelclub und haben keine große Infrastruktur, umso mehr freuen wir uns jetzt, dass wir den Pokal ein Jahr bei uns Clubheim haben werden und in jeder bestaunen kann. Die Unterstützung aller Mitglieder und Freunde ist immens wichtig und gab uns das ganze Jahr ordentlich Motivation. Wir sind sehr glücklich, dass wir jetzt zumindest einen Teil zurückgeben können“, zeigt sich Michael Quendler sichtlich erfreut.

Das zweite Vorarlberger Team vom Yacht Club Bregenz (YCB) hatte auch am Mattsee ordentlich zu kämpfen. Start- und Speedprobleme ließen keine Top-Platzierungen zu. Der YCB hat diese Saison allen Seglern die Möglichkeit gegeben ein Event zu segeln, doch das immens hohe Niveau der Segelbundesliga macht es diesen Teams besonders schwer.