Deuring ist Vize-Weltmeister

Achter WM

Cowes, 05.08.2019 von Volker Göbner

Neuer Weltmeister der 8mR-Yachten ist die Schweizer „Carron II“ von Jaques Fabre vom Genfer See. Die vorjährigen Vize-Weltmeister entthronten den Bregenzer Werner Deuring, dem es nicht gelang, seinen Titel zu verteidigen. 15 Teams waren nach Cowes gekommen. Die Royal Yacht Squadron richtete die Regatta im Solent vor der englischen Südküste aus.

An der Spitze des Feldes kam es zu einem Dreikampf zwischen den drei modernen Achtern „Conquistador“ von Deuring, der Schweizer „Yquem II“ und diesmal auch der erst 2014 gebauten britischen „Miss U“. 

Doch mit sieben Siegen in neun Rennen hatte Jean Fabre die Nase ganz klar vorne. Mit nur neun Punkten gewannen die Schweizer zum zweiten Mal den Weltmeistertitel. 

Deuring segelte mit der „Conquistador“ die beiden übrigen Tagessiege und sechsmal als Zweiter ins Ziel. „Wir haben alles versucht, den Titel aus Langenargen zu verteidigen. Die Schweizer waren ein sehr kompaktes Team und dieses Jahr besser“, so Deuring. „Leider hatten wir im Vorfeld der Weltmeisterschaft zu wenig Trainingszeit im Schiff. Das werden wir im kommenden Jahr für Enkhuizen in Holland ändern“, wird sich der Bregenzer nicht mit dem zweiten Platz dauerhaft zufrieden geben. „Die Royal Yacht Squadron in Cowes als Veranstalter ist ein sehr prestigeträchtiger Club und hat eine tolle Veranstaltung auf hohem Niveau abgehalten“, war Deuring (er segelte mit Alexander Deuring, Markus Sagmeister, Michael Seifarth, Reinhard Brucker und Taktiker Daniel Slater) beeindruckt von den Engländern. 

„Es war gigantisch“, zeigte sich Roel van Merkesteyn von der Veranstaltung begeistert. Der Präsident des Yacht-Club Langenargen war voriges Jahr selbst Ausrichter der Achter-WM und hatte so einen speziellen Blick auf den Event. Mit seiner „Frøya“ (Z 9) segelte er auf Rang elf (Dritter in der Klasse „Sira“). Ein gebrochener Spinnakerbaum sorgte dafür, dass Merkesteyn ein Rennen nicht beenden konnte und beim nächsten Rennen am gleichen Tag nicht starten konnte. Zweimal volle Punktzahl belasteten das Ergebnis. 

Das Segeln im Solent ist gerade für Binnensegler ein tückisches Revier. Denn Strömungen im ganzen Regattakurs erfordern besondere Strategie. Ein paar Meter zu weit in eine Fahrwasserrinne – und schon hat man einen Knoten mehr Strömung gegenan und verliert schnell ein paar Bootslängen auf die anderen Boote.

Einziges Boot unter deutscher Flagge war die „Anne Sophie“ von Hanns Georg Klein (Münchner YC) auf Rang neun. Gaffel-Achter waren in Cowes nicht am Start. Der Rahmen der WM war „very britsh“. Die Mannschaft auf dem Start- und Zielschiff trat geschlossen in weißen Hosen, blauem Jackett und weißer Mütze an. Abends erfolgte frühzeitig der „last call“, dafür konnte man früh um sieben Uhr wieder segeln. Sponsoren hatte die RYS für die WM keine - drei der rund 400 Mitglieder finanzierten den Event. 

Roel van Merkesteyn neuer Präsident

In der jährlichen Mitgliederversammlung der Internationalen Klassenvereinigung der 8mR-Segler (IEMA) wurde das Präsidium neu gewählt. Neuer Präsident ist Roel van Merkesteyn (YC Langenargen). Werner Deuring (YC Bregenz) gehört weiterhin dem Executive Committee an.

Der Schweizer „Grand Seigneur“ der Klasse, Fred Meyer, hatte über einen langen Zeitraum ein Team zusammengestellt, das eine Balance zwischen Nordamerika und Europa, modernen und klassischen Eignern darstellt – und so auch Merkesteyn überzeugt, sich zur Verfügung zu stellen.

Die WM 2020 wird in den Niederlanden durchgeführt. Merkesteyn rechnet da mit mehr als zwei Dutzend Teilnehmern.

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