Matchrace: Monnin kommt nach Auftakt-Wackler in Fahrt

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Langenargen, 07.06.2019 von IBN

Will Boulden und sein australisches Alpha Sailing Team haben ihre Premiere beim deutschen Duellsegel-Klassiker Match Race Germany fast ideal eröffnet. Die Nummer neun der Weltrangliste und seine Crew gewannen zum Auftakt auf dem Bodensee vor Langenargen fünf ihrer sechs Segelduelle, mussten sich lediglich dem polnischen HRM Racing Team von Lukasz Wosinski einmal geschlagen geben und führen das Klassement nach 11 von 15 sogenannten Flights in der Vorrunde an.

Auf Platz zwei liegt mit ebenfalls fünf Siegen, aber auch drei Niederlagen, das Hamburger Team Vmax Yachting um Steuermann Max Gurgel. Die Hanseaten sind als einzige deutsche Mannschaft beim Grand Prix auf dem Schwäbischen Meer am Start und eröffneten ihren Kampf um einen Podiumsplatz am Donnerstag in frischen Winden um 14 Knoten mit einem Auftakt-Sieg gegen Top-Favorit Eric Monnin. „Das war ein guter Einstieg“, sagte Physiker und „Boote-Schnellmacher“ Max Gurgel, der sich einen Platz im Halbfinale zum Minimalziel gesetzt hatte.

Die Schweizer Titelverteidiger kamen mit der Niederlage gegen Gurgels Quintett in optimalen Segelbedingungen etwas holprig in die Rennen. Steuermann Monnin machte „unser schlechtes Timing“ für die 2:2-Bilanz nach seinen ersten vier Matches verantwortlich, konnte aber mit seinem Capvis Swiss Match Race Team anschließend noch zweimal punkten und liegt nach dem ersten Regattatag mit einem sattem Segelprogramm von insgesamt neun Stunden nur noch einen Punkt hinter den beiden führenden Mannschaften. „Die zwei Niederlagen heute waren nicht optimal. Wir müssen morgen besser segeln, dann haben wir es selbst in der Hand. Als Vierte nach elf Flights sind wir aber in guter Lauerposition."

Deutschlands bekanntester Grand Prix der besten Duellsegler hatte am Donnerstagmorgen mit der Qualifikationsrunde im Modus „Round Robin“ (jedes Team segelt einmal gegen jedes andere) mit zehn Mannschaften aus sieben Ländern begonnen. Die weiteste Anreise hatten die Teams aus Australien und Neuseeland. Nur über den See kommen mussten Steuermann Max Trippolt und sein Team Segelmanufactur aus Bregenz. Mit vier Siegen aber auch schon drei Niederlagen müssen die sympathischen Österreicher am Freitag um den Einzug ins Viertelfinale kämpfen.

Eher enttäuschend verlief der Auftakt für den erfahrenen slowenischen Skipper Dejan Presen. Sein Lumba Match Race Team konnte nur zwei Siege einfahren und steht vor den letzten drei Duellen der Crew bei vier Niederlagen schon mit dem Rücken zur Wand. Dejan Presen erklärte: „Das Segeln ist hier hochanspruchsvoll. Man muss für die großen Boote viel Gefühl haben. Und es ist auf dem See sehr schwer, den Wind richtig zu sehen. Wir haben heute morgen gleich die ersten drei Starts in Folge gewonnen, dabei aber ein Rennen abgegeben.“ Zwei weitere Niederlagen ließen das Quintett zunächst auf Platz acht abrutschen. Die „Rote Laterne“ des Schlusslichts hing am ersten Abend im Heck des polnischen Jablkowski Sailing Teams, das bei vier Niederlagen nur einen Sieg einfahren konnte.

„Für uns als Veranstalter war das heute ein Auftakt nach Maß mit tollen Segelbedingungen auf dem Bodensee, einem vollem Segelprogramm und packenden Duellen auf sehr hohem Niveau“, sagte Sportdirektor Eberhard Magg.“Die Leistungen der Segler waren ein Versprechen für die kommenden Tage. Wir erwarten am Wochenende zu den Viertel- und Halbfinalläufen sowie dem Großen Finale am Pfingstmontag ein volles Haus. Die Zuschauer dürfen sich also auf ein klasse Sportspektakel freuen.“

1.     Will Boulden, Alpha Racing Team, Australien, 5 Siege / 1 Niederlage

2.     Max Gurgel, VmaxYachting, Hamburg (Hamburger SC), 5 Siege / 3 Niederlagen

3.     Nick Egnot Johnson, Knots Racing (Neuseeland), 4 Siege / 1 Niederlage

4.     Eric Monnin, Capvis Swiss Match Race Team, Schweiz, 4 Siege / 2 Niederlagen

5.     Lukasz Wosinski, HRM Racing Team, Polen, 4 Siege / 4 Niederlagen

6.     Max Trippolt, Team Segelmanufactur, Österreich, 4 Siege / 4 Niederlagen

7.     Emil Kjaer, Downhill Sailing Team, Dänemark, 3 Siege / 5 Niederlagen

8.     Dejan Presen, Lumba Match Race Team, Slowenien, 2 Siege / 4 Niederlagen

9.     Patryk Zbroja, KS Dobra Marina Szczecin, Polen, 1 Sieg / 5 Niederlagen

10.  Szymon Jablkowski, Jablkowski Sailing Team, Polen, 1 Sieg / 4 Niederlagen

Die Qualifikationsrunde wird am Freitag fortgesetzt. Das 22. Match Race Germany endet nach Viertel- und Halbfinalläufen am Pfingstmontag mit dem Petit Final, dem Grand Final und der Siegerehrung mit abschließender öffentlicher Pressekonferenz im Langenargener Gondelhafen.