Segelbundesliga in Konstanz

Wer behält die Nerven bis zum Schluss?

PYC

22.05.2019 von Anette Bengelsdorf

Der Bodensee zeigte sich am Wochenende von seiner fiesen Seite: Freitag ganztägig Flaute, Samstag wiederholte Startverschiebungen und Sonntag zwei verschiedene Windsysteme in ein und demselben Trichter. Am Ende des zweiten Spieltags der Segelbundesliga vom 17. bis 19. Mai konnten vor Konstanz nur fünf von 16 Flights gesegelt werden. In der zweiten Liga blieb es sogar bei vier. „So schlimm wie dieses Mal war’s am Bodensee noch nie“, fand die Crew des Potsdamer Segelclubs, ließ aber beim Kartenspielen in der Sonne keine schlechte Stimmung aufkommen.

„Wir hätten uns wie viele andere auch mehr Wind gewünscht, aber manchmal kann man einfach nichts machen, so ist das nun mal im Segelsport“, sagte Steuermann Matthias Steidle vom Bodensee-Yacht-Club Überlingen dazu. Die Bahn der zweiten Liga war von den schwierigen Windverhältnissen am meisten betroffen. Meist war das Windfeld so klein, dass nur die erste Liga darin Platz hatte. Erst am Sonntag bekam Wettfahrtleiter Conrad Rebholz mit seiner zweiten Liga die bessere Position und damit die Möglichkeit zumindest einen vierten Flight fertig zu segeln.  

Eine schwierige Situation nicht nur für Segler, auch für Wettfahrtleitung und Organisatoren, die aber nach Steidles Meinung einen hervorragenden Job gemacht und das Mögliche rausgeholt haben. Sein Team kam mit der Situation gut zurecht. Mit den Plätzen eins, zwei, drei und vier sicherten sie sich den vierten Platz. „Mit unserer Performance sind wir auf jeden Fall zufrieden und freuen uns, dass sich die Vorbereitung und das Training langsam bezahlt macht“, sagte er, sieht aber noch den einen oder anderen Verbesserungsbedarf. Denn für diese Saison haben sie sich nicht weniger als den Aufstieg vorgenommen. 

Auf einem unglücklichen 13. Platz landete der Konstanzer Yacht-Club in seinem Heimatrevier. So eng ging es im Mittelfeld der Zweitligisten zur Sache, dass die Plätze neun bis 14 die gleiche Punktzahl hatten. Trotzdem zeigte sich das Team mit Felix Schrimper an der Pinne sowie Johannes Voight, Albert Gerstmaier und Sebastian Uecker mit seiner Leistung zufrieden.  Vor allem hätten die bei den kurzen Bahnlängen besonders wichtigen Starts gut geklappt, aber bei der Wahl der Seite sei man zu oft danebengelegen. Winddreher und kleine Windstriche haben sich kaum angekündigt und waren schwer zu lesen“, analysierten die Segler.  

Unschlagbar und mit konstanter Leistung meisterte der Norddeutsche Regatta-Verein diese Situation und knüpfte mit einem ersten Platz in der ersten Liga wieder an seine Leistung als Tabellenführer an. Mit zwei ersten Plätzen schien ihm der Württembergische Yacht-Club am Samstagmorgen zunächst die Schau zu stehlen. Doch nach einem langen Flautenloch, das mit Fußballspielen und einem Standup-Paddel-Wettbewerb gestopft wurde, hatte Max Rieger, Felix Diesch, Marvin Frisch und Moritz Rieger offenbar das Glück verlassen. „Wichtig ist, das Boot ruhig laufen zu lassen und sich nicht in Wegerechtskonflikte verstricken zu lassen“, kommentierte Kader-Mitglied Dennis Mehlig als Außenbord-Reporter das Geschehen auf der Regattabahn. Doch letzteres sollte beim letzten Lauf des Tages, der erst um 19.30 Uhr angepfiffen wurde, nicht sein. Nach zwei Strafkringeln, den ersten nach einem Wendeduell mit dem NRV kurz vor der Luvtonne und den zweiten aufgrund einer Wegerechtsverletzung gleich danach, wurde aus einem möglichen zweiten ein letzter Platz. Dass die Entscheidung der Schiedsrichter höchst umstritten war, half dem Team aus Friedrichshafen nicht weiter. Das Trostpflaster sollte erst am Sonntag im letzten Flight kommen. Mit einem Zweiten zeigten sie nochmal was in ihnen steckt und belegten so den fünften Platz.

„Bei nur fünf Wettfahrten ist es extrem schwer einen schlechten Lauf auszugleichen", fasste auch Jan Fritze vom Segel- und Motorboot-Club Überlingen den Spieltag zusammen. Mit Steuermann Michael Zittlau, Niko Mittelmeier und Frederik Schaal wollte es nach einem zweiten Platz zum Auftakt überhaupt nicht mehr laufen und das Team kam nach der langen Pause nicht mehr in den Flow.  Im Ende reichte es nur für einen 15. Platz. Michael Zittlau: „Mehr Rennen wären auf jeden Fall besser für uns gewesen, schade, dass wir keine Chance mehr bekommen haben. Wir hatten uns mit großem Einsatz vorbereitet und wollten viel segeln“. Ein Gefühl, mit dem er sicher nicht alleine war.

Der nächste Spieltag findet vom 20. bis 22. Juli in Travemünde im Rahmen der Travemünder Woche statt.

Resultate

1. Bundesliga

1. Norddeutscher Regatta Verein (9)

2. Wassersport-Verein Hemelingen (11)

3. Bayerischer Yacht-Club (11)

5. Württembergischer Yacht-Club (15)

15. Segel- und Motorboot-Club Überlingen (21)

2. Bundesliga

1. Onekiel (7)

2. Lübecker Yacht-Club (9)

3. Bocholter Yacht-Club (9)

4. Bodensee-Yacht-Club Überlingen (10)

13. Konstanzer Yacht-Club (15)

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