Bavaria strafft die Modellpalette

Giebelstadt, 18.10.2018 von IBN

In einer Pressemitteilung teilt Bavaria, dass künftig seine Boote wieder zu einhundert Prozent in Deutschland fertige will.

Die bislang in Kroatien produzierte Motoryacht R55 wird im ersten Halbjahr 2019 erstmals am Stammsitz des Unternehmens gebaut. Die Formen und Werkzeuge werden zu diesem Zweck gerade von Kroatien nach Deutschland gebracht und in Giebelstadt installiert.

Geschäftsführer ist Erik Appel, seit Dezember 2017 Chief Operating Officer von Bavaria Yachtbau. Das heutige Portfolio umfasst 26 Modelle – innerhalb der kommenden drei Jahre soll es auf 10 bis 12 am Markt nachgefragte und leistungsstarke Modelle fokussiert werden. 

Die 2018 vorgestellte, aber nicht erfolgreiche BAVARIA C65 wird nicht mehr gebaut, die E-Linie (Elektroantrieb und Hybrid-Yachten) wurde eingestellt. Die Segelyacht C50 wurde aus der Serienproduktion herausgenommen und als Prototyp technisch überarbeitet. 

Nach erfolgreichem Re-Engineering wird die C50 ab November 2018 wieder in die Serienproduktion gehen. Die Erkenntnisse daraus werden nun auf das Flaggschiff BAVARIA C57 und die kleine Schwester BAVARIA C45 übertragen.  Moderate Neuentwicklungen sind ab dem Jahr 2019 geplant. Zwei bis drei neue Vorstellungen pro Jahr seien für die Werft machbar. 

Kai Brandes, Geschäftsführender Gesellschafter von CMP Capital Management-Partners aus Berlin, die den investierenden Eigenkapitalfonds vertreten und beraten, führt aus: „Wir freuen uns über den erfolgreichen Abschluss der Transaktion: Der Kaufvertrag ist unterzeichnet, die Freigabe des Bundeskartellamts liegt vor und das Closing, also die Erfüllung aller vertraglichen Bedingungen, hat gerade stattgefunden. Das bedeutet Sicherheit für die Mitarbeiter, für die Kunden und Händler sowie für die Lieferanten.“

Dr. Ralph Kudla, Partner bei CMP, ist seit einer Woche auch Geschäftsführer von Bavaria Yachtbau und folgt damit auf Insolvenzverwalter Dr. Tobias Brinkmann. Die französische Beteiligung „Bavaria Catamarans“ wird künftig wieder unter ihrem bewährten Markennamen „Nautitech“ auftreten und vermarktet.

Im ersten, verkürzten Geschäftsjahr und auf Grund des Anlaufs der Produktion wird Bavaria einen Verlust realisieren, den CMP als Investor tragen wird. Des Weiteren braucht es im Bootsbau verhältnismäßig lange um Effizienzsteigerungen zu realisieren. Einiges geht schneller und wurde auch schon angegangen, anderes benötigt mehr Zeit, da man in die Struktur der Boote eingreift. Für das nächste volle Geschäftsjahr (1.8.2019 bis 31.7.2020) ist eine schwarze Null geplant. Die wesentlichen Verbesserungen werden in zwei bis drei Jahren erwartet.