Europapokal der 45er Kreuzer auf dem Bodensee

45er

Friedrichshafen, 20.08.2018 von IBN

Erstmals wird der Württembergische YC (WYC) den neu ins Leben gerufenen Europapokal der 45 qm Nationalen Kreuzer vom 24. bis 26. August auf dem Bodensee vor Friedrichshafen austragen.

19 Yachten sind gemeldet, die jeweils von einer fünfköpfigen Mannschaft gesegelt werden. Die „45er Kreuzer“ gibt es seit 1912. Wie schon aus dem Namen hervorgeht, ist die Segelfläche das wesentliche Kriterium, aber auch andere Maße des Rumpfes sind über Klassenvorschriften fixiert (maximal 10,5 Meter lang und 2,5 Meter breit). „Damals wurde ein gewisser Wohnkomfort mit mindestens zwei Kojen in den Klassenvorschriften festgelegt“, erklärt Christian Severens, in der Klassenvereinigung für technische Fragen zuständig.

Alte wie neue Boote können gut miteinander konkurrieren, wie erst im Frühjahr die Int. Bodenseewoche gezeigt hat. Drei Epochen sind im Bau der 45er wichtig: Viele Boote stammen noch aus der ersten Phase bis etwa Ende der 1920er Jahre, dann erlebten die 45er Kreuzer eine Renaissance durch den Radolfzeller Bootsbauer Josef Martin in den 1990er Jahren. Seit einigen Jahren werden die 45er auch in der Werft von Markus Glas am Starnberger See gebaut, der mit dem neuesten 45er, der „Naseweis“, beim Europapokal selbst am Start ist. „Jedes Jahr kommt etwa ein 45er neu dazu“, so Severens. „Wir wissen, dass noch etwa 80 Yachten von diesem Typ existieren, davon sind 30 Neubauten“, zählt er die 45er Kreuzer zusammen. „Die Tendenz geht nach oben. Und dass wir für den Europapokal 19 Meldungen erhalten, hätten wir nicht gedacht. Das ist fast schon spektakulär“, sagt Severens, der auch Sportwart des gastgebenden WYC ist.

Das älteste Boot beim Europapokal ist die „Gaudeamus“ von 1912, die Frank Palm (Konstanzer YC) steuert. Neben Glas gehören Silvio Schobinger (WYC) mit dem neu renovierten „Schuft V“ und auch die im Frühjahr mit einem neuen Rigg versehene „May“, diesmal gesteuert von Klaus Diesch (WYC), zu den Favoriten. Aber auch die „Gitta“ aus Starnberg, die von der Starnberger Teenagerin Maria Houdek (Bayerischer YC, mit Vater Rudi Houdek und auch Bundesliga-Seglern in der Crew) gesteuert wird, gehört zum Kreis der Medaillenanwärter.

Neun Wettfahrten sind insgesamt vorgesehen: acht „Up-and-Down“-Kurse und eine Mittelstreckenwettfahrt bis Seemoos und zurück von etwa eineinhalb Stunden Dauer. Der erste Start soll am Freitag (24. August) um elf Uhr sein, Wettfahrtleiter ist Markus Finckh.

Der niedrige Pegelstand des Bodensees (aktuell 310 Zentimeter) bereitet diesen Kielbooten kein Problem: Die Nationalen Kreuzer sind Langkieler, die mit maximal 1,20 Meter einen unkritischen Tiefgang haben. Sie haben sowohl im Hafen wie auch in der Einfahrt noch etwas mehr als eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.