German Sailing Team startet am Mittwoch in die Kieler Woche

Die Segel-Nationalmannschaft kämpft um Titel und WM-Startplätze

Kiel, 19.06.2018 von IBN

Am Mittwoch startet das German Sailing Team in der zweiten Hälfte der Kieler Woche durch. Mehr als 50 Seglerinnen und Segler der deutschen Segel-Nationalmannschaft haben Kieler-Woche-Titel, gute Platzierungen und ihre Qualifikation für die Weltmeisterschaft aller zehn olympischen Disziplinen Anfang August in Aarhus im Visier. DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner sagt: „Für das German Sailing Team bringt der Einsatz bei der Kieler Woche eine letzte gute Standortbestimmung auf Kurs Weltmeisterschaft. Für uns ist es einerseits der Abschluss der WM-Qualifikation, andererseits der Auftritt im eigenen Revier, der immer mit besonderen Erwartungen und viel Unterstützung von außen verbunden ist. Für die WM stehen uns glücklicherweise viele Plätze zur Verfügung. Wir werden entsprechend gut aufgestellt sein.“


National und international ist die 124. Kieler Woche so stark besetzt wie lange nicht mehr. Dennoch ist es das erklärte Ziel der deutschen Seglerinnen und Segler, die Titelausbeute aus dem vergangenen Jahr zu überbieten. 2017 hatte mit den 470er-Seglerinnen Frederike Loewe und Anna Markfort (Verein Seglerhaus am Wannsee/Joersfelder Segler-Verein) nur eine DSV-Crew die Regatta in der olympischen Hälfte gewinnen können. Laser-Vizeweltmeister Philipp Buhl, der erst vor zwei Wochen das Weltcup-Finale vor Marseille mit einem fulminanten Schlussspurt für sich entscheiden konnte, will in diesem Jahr seinen fünften Kieler-Woche-Titel jagen. „Unser Feld ist das wohl stärkste bei der Kieler Woche seit mindestens fünf Jahren. Ich freue mich sehr aufs Heimspiel in Kiel. Das ist immer etwas ganz Besonderes“, so Buhl.

Nachdem für eine Weile vor allem das Vorantreiben des Studiums im Mittelpunkt stand, steigen die Rio-Bronzemedaillen-Gewinner Erik Heil und Thomas Plößel (Norddeutscher Regatta Verein) im 49er pünktlich zur Kieler Woche wieder voll ins Wettkampfgeschehen ein und wollen zeigen, dass sie von ihrer Kunst nichts verlernt haben. Das gilt ebenso für 49er-Europameister Justus Schmidt (Kieler Yacht-Club), der allerdings noch auf seinen Vorschoter Max Boehme verzichten muss, den sein Physikum im Medizinstudium und ein wichtiger Prüfungstermin vom Start bei der Kieler Woche abhalten. Schmidt startet stattdessen mit dem Brasilianer Thomas Lowbeer und möchte das Heimspiel auch ohne Boehme zum Intensiv-Einsatz und zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft nutzen. Schmidt, der gerade seine Bachelor-Arbeit im VWL-Studium beendet hat, erklärt: „Egal, welche Regatten auf der Welt man schon gesehen und bestritten hat – Kiel bleibt das größte Event weltweit. Wie hier der Segelsport in die Öffentlichkeit getragen wird, das ist weltweit einmalig. Dazu ist es für uns vom German Sailing Team das Heimspiel auf unserem Trainingsrevier. Ein gutes Gefühl!“

Beide führenden deutschen 49er-Crews gehören dem Olympiakader des German Sailing Teams an. Dazu starten mit Nils Carstensen/Jan Frigge (Flensburger Segel-Club), Tim Fischer/Fabian Graf (Norddeutscher Regatta Verein/Verein Seglerhaus am Wannsee) und Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger (Bayerischer Yacht-Club) drei 49er-Crews aus dem Perspektivkader in die Regatten der Kieler Woche.

Mit Titelhunger bereiten sich auch die 49erFX-Teams Victoria Jurczok/Anika Lorenz (Verein Seglerhaus am Wannsee) sowie Tina Lutz/Susann Beucke (Chiemsee Yacht Club/Hannoverscher Yacht-Club) auf den Wettkampf im eigenen Trainingsrevier und die anschließende WM vor. Im Nacra17 kämpfen Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer (Kieler Yacht-Club) sowie Johannes Polgar/Carolina Werner (Norddeutscher Regatta Verein/Kieler Yacht-Club) um einen Platz in den Top Ten der rasanten foilenden Mixed-Katamaran-Klasse. Insgesamt sind in den zehn olympischen Disziplinen bei der Kieler Woche mehr als vier Dutzend Seglerinnen und Segler aus dem Olympia-, Perspektiv- und Nachwuchskader des German Sailing Teams am Start.

 
VON KIEL NACH AARHUS: QUALIFIKATIONSFINALE FÜR DIE WELTMEISTERSCHAFT

Mit Blick auf die Weltmeisterschaft in Aarhus (30. Juli bis 12. August 2018) gilt für die Nominierung ein einfaches Procedere: Gewertet werden die Ergebnisse aller Bewerberinnen und Bewerber beim bereits absolvierten spanischen Frühjahrs-Klassiker Trofeo Princesa Sofía und bei der nun beginnenden Kieler Woche. Gezählt wird im sogenannten „Low-Point-System“: Gewinnt ein WM-Kandidat eine Regatta, gibt es dafür einen Punkt. In die Wertung fließen Platzierungen bis Rang 60 ein. Für alle dahinter liegenden Plätze gibt es 61 Punkte. Nicht-Teilnahmen gehen mit 62 Zählern in die Wertung ein. Anhand dieser addierten Ergebnisse bei beiden Regatten wird für jede Disziplin eine DSV-Rangliste erstellt. Vorgesehen ist die Meldung für die maximal mögliche Anzahl an deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmern entsprechend der zur Verfügung stehenden Startplätze und der Rangliste. Bei Punktgleichheit gibt das Kieler-Woche-Ergebnis den Ausschlag. Hiervon abweichend kann der Olympia-Segelausschuss des DSV einen Teilnehmer pro Disziplin unter Außerachtlassung der DSV-Rangliste melden, sofern Sportdirektorin Nadine Stegenwalner gemeinsam mit dem zuständigen Bundestrainer einen anderen Teilnehmer oder eine andere Teilnehmerin vorschlagen, weil diese nach ihrer fachlichen Einschätzung eine bessere Perspektive für die Olympischen Spiele 2020 hat.