Zahl der tödlichen Unfälle und Schiffsunfälle gesunken

16.02.2018

Dies ergab die Auswertung der Unfallstatistik des Jahres 2017 durch die Leiter der See- und Wasserschutzpolizeien aus Lindau, Vorarlberg, St. Gallen, Thurgau, Schaffhausen und Baden-Württemberg (Konstanz, Überlingen und Friedrichshafen), die am 25. Januar in Lindau tagten.

Großen Einfluss auf das Unfallgeschehen hatte das Wetter, insbesondere mehrere starke Stürme. Der Frühling 2017 war der drittwärmste Frühling seit Aufzeichnung der Wetterdaten im Jahr 1864. Allerdings war er auch gezeichnet von einem starken Kälteeinbruch Ende April mit Schnee und Spätfrost, welche die Einwasserung der Wasserfahrzeuge teilweise verzögerte. In den Folgemonaten Mai, Juni und Juli stellte sich dann sommerliche Witterung ein. Bei Temperaturen über 30°C war der Sommer 2017 ebenfalls der drittwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Anfang August waren dann teilweise in Gewitternähe erhebliche Starkregenfälle zu verzeichnen. Auch der Herbst wartete mit ungewöhnlich milden Temperaturen auf, welche eine Verlängerung der Wassersportsaison ermöglichte.

2017 war gegenüber 2016 ein windstärkeres Jahr. Einzelne Gewitter mit Windgeschwindigkeiten bis zu 10 Beaufort verursachten zum Teil erhebliche Schäden an Wasserfahrzeugen. So ist der Anstieg der Unfallzahlen insgesamt darauf zurückzuführen, dass bei einem Sturmereignis am 21. Juli im Hafen Ludwigshafen insgesamt 72 Motor- und Segelboote beschädigt worden sind.

Die Gesamttrefferrate bei den Starkwind- und Sturmwarnungen konnte erneut auf hohem Niveau gehalten werden, bei gleichzeitig niedriger Falschalarmrate. 

Pegel Konstanz – Verlauf 2017

Der durchschnittliche Seespiegel lag mit 3,48 Meter fünf Zentimeter über dem normalen Mittelwert der Jahre 2008 bis 2016. Der tiefste Stand wurde Anfang Januar mit 2,78 Meter und der höchste Wert mit 4,15 Meter Anfang September registriert. 

Unfallentwicklung

Auf der 536 km² großen Seefläche und dem 21 Kilometer langen Hochrheinabschnitt bis Schaffhausen ereigneten sich insgesamt 229 Unfälle. 50 mehr als im Vorjahr (+27%) Als Unfälle erfasst wurden Schiffsunfälle, Badeunfälle, Tauchunfälle sowie sonstige Unfälle. Der Anteil der Schiffsunfälle – 130 – an der Gesamtunfallzahl – 229 – liegt leicht unter dem Vorjahresniveau.

Tote/Verletzte/Vermisste

Im Berichtszeitraum verloren 9 Personen (Vorjahr 14) auf dem Bodensee sowie auf der Hochrheinstrecke ihr Leben, 38 wurden verletzt (Vorjahr 39).

Insgesamt ereigneten sich 10 Badeunfälle (- 1). Dabei verunglückten 2 Personen tödlich (- 4), 8 Schwimmer wurden verletzt geborgen (- 1).

Im zurückliegenden Jahr wurden 4 Tauchunfälle (Vorjahr: fünf) bearbeitet. Alle Tauchunfälle ereigneten sich im Überlinger See. 1 Taucher verlor dabei sein Leben, 3 erlitten Verletzungen und mussten ärztlich behandelt werden.

Bei 85* sonstigen Unfällen (Vorjahr zehn) wurden 5 Tote und 6 Verletzte registriert. Dabei handelte es sich überwiegend um Unfälle durch Stürze auf Booten und in den Hafenanlagen. Der Luftfahrtunfall am 08.08.2017 wurde hier ebenfalls erfasst.

Die Gesamtschadenssumme belief sich im Jahr 2017 auf ca. 975.030 Euro, im Vorjahr waren es ca. 1.308.000 Euro.

Die Schifffahrt war mit 130 Unfällen (57 %), an der Gesamtzahl der Unfälle beteiligt.

Dabei wurden 21 Personen verletzt, eine Person kam ums Leben.

Die Schadenssumme der Schiffsunfälle belief sich auf rund 274.910 Euro (Vorjahr: 1,3 Mio Euro).

Von den insgesamt 130 registrierten Schiffsunfällen ereigneten sich 51 Unfälle in den Häfen und an Steganlagen, gefolgt von 37 Unfällen in der 300-Meter-Uferzone. Auf dem offenen See waren 35 und auf den Fließgewässern 7 Unfälle zu verzeichnen.

Die Zahl der Kollisionen sank im Vergleich zum Vorjahr von 49 auf 30.

Hingegen stieg die Zahl der Festfahrungen von im Vorjahr 14 Fällen auf 20 Fälle. Insgesamt gingen aufgrund von Leckagen 23 (Vorjahr 32) Wasserfahrzeuge unter. Kenterungen ereigneten sich 14 (Vorjahr zehn).

Bordunfälle mussten 6 (Vorjahr neun), Brand/Explosion eine (Vorjahr sechs) und „Sonstige Unfälle“ 36 (Vorjahr 30) erfasst werden.

An den Schiffsunfällen waren 67 Motorboote, 75 Segelboote, drei Ruderboote, 8 gewerbliche Schiffe und 1 Surfer beteiligt.

Als Unfallursachen wurden festgestellt: 58 Unfälle aufgrund mangelnder Sorgfalt der Schiffsführer, 30 Unfälle aufgrund Sturm/Seegang, 19 Unfälle aufgrund technischer Mängel/Ausrüstung, 14 Unfälle sonstiger Art, 9 Unfälle aufgrund Nichtbeachtung der Fahrregeln

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