Sicherheitsauflagen überprüfen

Konstanz, 16.08.2016 von IBN

Am Freitag, den 12. August ca. 17 30 kam es auf dem freien See zu einer folgenschweren Kollision bei klarer Sicht und gutem Wetter, bei der der Katamaran „Constance“ in voller Fahrt eine Segelyacht Faurby 330 überfuhr.

Diese brach auseinander und versank sofort. Die Betroffenen, Fahrgäste und Reederei können nur von Glück reden, dass ausser einem hohen Sachschaden nichts schlimmeres passiert ist.

Der Bodensee-Segler-Verband ist über diesen Unfall tief besorgt. Ohne den Ermittlungen der Wasserschutzpolizei vorgreifen zu wollen, seien, viele Fragen offen sind, so z. B. wieso der Schiffsführer der Reederei das betroffene Fahrzeug übersehen konnte. Es ist das passiert, wovor Wassersportler und Fischer immer wieder gewarnt haben. Leider wurden jedoch deren Bedenken und Warnungen als übertrieben abgetan. Die Sicherheitsvorkehrungen seien riesig und auch in der wasserrechtlichen Konzession so geregelt worden. 

Das Fahren der Schnellfähren über Stunden ist für die Schiffsführer eine hoch anspruchsvolle Aufgabe, die über die gesamte Dienstzeit hohe Aufmerksamkeit und Konzentration erfordert. Im Hinblick auf die Sicherheit der Wassersportler, aber auch der Fahrgäste und im Interesse der Kapitäne, fordert der BSVb bis die Ursachen des Unglücks vollständig aufgeklärt sind, dass per Einstweiliger Verfügung der ursprüngliche Sicherheitsstandard mit einem zweiten Mann mit entsprechender nautischer Qualifikation auf der Brücke wieder hergestellt wird. 

Sobald bei der untersuchenden Wasserschutzpolizei gesicherte Erkenntnisse über die Ursachen des Vorfalls vorliegen, sind ohne Zeitverzug Massnahmen zu ergreifen, um weitere Vorfälle zu vermeiden. Die Wassersportler würden es als fahrlässig werten, solche Massnahmen bis zur Veröffentlichung des Untersuchungsberichts oder sogar bis zum Vorliegen eines Gerichtsurteils hinauszuschieben. Der Verband fordert zudem, dass die ursprünglich in der 1. wasserrechtlichen Erlaubnis auferlegten und in der Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis dann auf Drängen der Reederei zurückgenommenen Sicherheitsauflagen wieder hergestellt und deren Umsetzung kontrolliert wird.

Dies gilt insbesondere für die Radarbeobachtung und den Voice Recorder. Letzterer wäre jetzt ein probates Mittel, schnell eine Klärung des Unfallhergangs zu erhalten.

Der Verband fordert zudem erneut, den Grünen Ball für die Schnellfähren wegen der hohen Geschwindigkeit ausserhalb des Pendelfährverkehrs zwischen Konstanz und Friedrichshafen zu streichen.

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