„Neutrogena“ als Vierte durch NZL

neutra

22.02.2011 von IBN

Boris Herrmann und Ryan Breymaier haben sich auf den vierten Platz der zwölf Teams vorgeschoben, die über 25.000 Seemeilen (46.300 Kilometer) nonstop von Barcelona nach Barcelona segeln.

Das ist die beste Zwischenplatzierung seit der Straße von Gibraltar Anfang Januar. Die Crew der „Neutrogena“ passierte mit Neuseelands Hauptstadt Wellington auch zwei vor ihr liegende Yachten, die dort am Vortag zu Reparaturstopps eingelaufen waren und laut Reglement deswegen zwei Tage Zwangspause einlegen müssen.

Der nächste Gegner auf Rang drei heißt „Renault“ mit Pachi Rivero und Antonio Piris aus Spanien, der 15 Stunden später (Dienstagvormittag in Deutschland) allerdings fast 200 Seemeilen voraus segelte. Die in der Vorwoche überholte „Mirabaud“ des Schweizers Dominique Wavre und seiner französischen Frau Michèle Paret lag 65,2 Seemeilen zurück auf dem fünften Platz. Die Yachten haben im Südpazifik Kurs auf das legendäre Kap Hoorn im Süden Südamerikas genommen, das in etwa zwei Wochen erreicht werden könnte. An der Spitze des Felds ist ein spannender Zweikampf entbrannt. Nachdem die führenden Jean-Pierre Dick und Loïck Peyron mit der „Virbac-Paprec 3“ ebenfalls in Wellington gestoppt hatten, sind die spanischen Verfolger Iker Martinéz und Xabi Fernández mit der „Mapfre“ auf 73,4 Seemeilen herangerückt. Bis ins Ziel, wo die Boote ab Anfang April erwartet werden, sind allerdings noch mehr als 10.000 Seemeilen zurückzulegen.

Von dem schweren Erdbeben der Stärke 6,3 auf der Richter-Skala in Christchurch auf der Südinsel, bei dem Dienstagmittag Ortszeit, also mitten in deutscher Nacht, mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen sein sollen, spürten die Segler auf hoher See nichts. „Wir waren geschockt, als wir die Nachricht am Morgen beim Radiointerview mit NDR 90,3 am Iridiumtelefon hörten“, sagte Boris Herrmann. Dabei lag das Epizentrum südwestlich der Großstadt im Pazifik nur rund 250 km Luftlinie entfernt. Später hatte die „Neutrogena“ mit einer neuerlichen Zwischenflaute südlich der Chatham-Inseln zu kämpfen, bei der sie etliche der zuvor herausgeholten Seemeilen gegen die nächsten Konkurrenten wieder verlor. Erst mit der Abenddämmerung setzte erneut eine bessere Brise ein und brachte das Boot mit zehn bis elf Knoten Fahrt zurück auf Kurs, während die „Mirabaud“ ihrerseits in totaler Flaute lag.

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