Flautenkrimi

Langenargen, 10.06.2014 von IBN

Hochspannung und Hitze bestimmten das 17. Match Race Germany bis zur letzten Minute. Auch am Finaltag des fünftägigen Duellsegelklassikers vor Langenargen auf dem Bodensee hatte das Sommerhoch Wolfgang Wind und Wetter fest im Griff. Der viermalige Matchrace-Weltmeister Ian Williams und sein Team GAC Pindar meisterten die Bedingungen dennoch fast ideal, verloren im Verlauf der Duellsegelserie von ihren insgesamt 14 Duellen nur ein Match und verteidigten ihren 2013 gewonnenen Titel souverän.

Der Finaltag hatte die besten vier Mannschaften noch einmal mit anspruchsvollen Bedingungen auf die Probe gestellt. Die bereits am Sonntag begonnenen Halbfinalduelle konnten am Pfingstmontag erst nach sechsstündiger Wartezeit und einer hartnäckigen Flaute fortgesetzt werden. Im Duell mit Mathieu Richards französischen LunaJets setzte sich Williams deutlich mit 2:0 durch. Ebenso klar gewann Keith Swintons australisches Team die zweite Halbfinalbegegnung gegen Phil Robertsons neuseeländische Mannschaft mit 2:0. 

Williams und sein Team wurden bei der Siegerehrung mit der britischen Nationalhymne, Champagnerfontänen und dem Siegerscheck über 8000 Euro gefeiert. Der viermalige Matchrace-Weltmeister, der sich seinen Titelrekord bislang mit dem australischen America’s-Cup-Gewinner Peter Gilmour teilt, strebt in dieser Saison seinen fünften WM-Gewinn an und hat die Toursaison 2014 auf diesem Kurs in Deutschland ideal eröffnet. „Für uns war es ein hartes Stück Arbeit und der perfekte Auftakt zur Alpari World Match Racing Tour“, sagte der ehemalige Anwalt und Steuermann aus Lymington, „doch die insgesamt sieben Tour-Regatten sind alle sehr unterschiedlich. Auf dem Weg zum Titel gilt es jedes Mal aufs Neue, den richtigen Schlüssel zum Sieg zu finden. Hier war es die Kunst, das Boot in den extrem leichten Bedingungen immer in Bewegung zu halten. Das ist uns gut gelungen. Geduld und Konzentration waren auch gefragt.“ Ein besonderes Lob sprach Williams Wettfahrtleiter Rudi Magg vom Yacht-Club Langenargen aus, dessen Team die Regatta gemeinsam mit acht internationalen Schiedsrichtern unter oft schwierigen Bedingungen herausragend geleitet habe: „Ich muss Rudi und seinem Team gratulieren. Sie haben das großartig gemacht. Ich bin nicht sicher, ob irgendeine andere Wettfahrtleitung irgendwo auf der Welt diese Regatta so sauber hätte zu Ende bringen können.“

In dem auf ein einziges Duell verkürzten k.O-Finale bezwang Top-Favorit Ian Williams im Anschluss in fünf Knoten Wind Keith Swinton mit 1:0. In der umkämpften Startphase des entscheidenden Duells war Swintons Boot mit dem Startschiff kollidiert und nach dem zu absolvierenden Strafkringel chancenlos. Das kleine Finale gewann Mathieu Richard im Kampf um Platz drei mit 1:0 gegen Phil Robertson. Der Australier sagte: „Eigentlich wollten wir gerne aufs Podium, sind sportlich also nicht ganz zufrieden mit unserer Leistung... Die Lederhosenparty im Match Race Germany ist aber immer noch eine der besten im internationalen Segelsport. Wir werden nächstes Jahr wohl wieder unsere Lederhosen mitbringen.“

Mit vier weiteren Teams war die einzige deutsche Mannschaft bereits nach der Vorrunde ausgeschieden, in der jede Crew einmal auf jede andere traf. 

  Dr. Andi Lochbrunner, Präsident des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) und Schirmherr des Match Race Germany, hatte die Veranstaltung am Pfingstmontag besucht. Der leidenschaftliche Hochseesegler aus Lindau kam von einer Regatta in Flensburg und genoss die spannenden Entscheidungen auf dem Wasser ebenso wie das abwechslungsreiche Landprogramm: „Diese Veranstaltung wird von Jahr zu Jahr besser. Ich bin sehr gerne Schirmherr dieser Regatta und gratuliere den Veranstaltern, ihren Partnern und allen Helfern zum gelungenen Ereignis. Diese Veranstaltung ist nicht nur eine gute Werbung für die Segelregion Bodensee, sondern auch eine für die Segelregion Deutschland!“


GESAMTERGEBNIS MATCH RACE GERMANY 2014
1. Ian Williams, GAC Pindar (GBR)
2. Keith Swinton, Alpari FX (AUS)
3. Phil Robertson, WAKA Racing (NZL)
4. Mathieu Richard, LunaJets (FRA)
5. Björn Hansen, Hansen Sailing Team (SWE)
6. David Gilmour, Team Gilmour (AUS)
7. Taylor Canfield, USone (ISV)
8. Eric Monnin, Team Sailbox (SUI)
9. Francesco Bruni, Luna Rossa (ITA)
10. Karol Jablonski, Jablonski Sailing Team, (POL)
11. Carsten Kemmling, Segelreporter Matchrace Team (Hamburg)
12. Nicolai Sehested, TRE-FOR Matchracing Team (DEN)

IBN testen