Perfekte Bedingungen

Konstanz, 08.09.2013 von IBN

Traumhafte Segelbedingungen bot der Überlingersee den rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am zweiten Wettfahrttag der Landesjugend- und Jüngstenmeisterschaft. Auf allen Bahnen konnten die vorgesehenen vier Wettfahrten gesegelt werden.

Genau rechtzeitig kam er heute, der Wind vor Konstanz-Wallhausen: Beim Auslaufen um 11.00 Uhr setzte sich ein stabiler Ostwind im Überlingersee durch. Zuerst gab es unter den rund 200 jungen Seglerinnen und Seglern lange Gesichter, als noch bei flachem Wasser und Flaute zum Auslaufen aufgefordert wurde. Doch wie schon am gestrigen ersten Regattatag bewiesen die drei Wettfahrtleiter Jürgen Birkle (Staad), Jürgen Blum (Konstanz) und Edgar Raff (Sipplingen) eine gute Nase für den Wind auf ihrem Heimatrevier. Kaum waren die knapp 160 Boote aus dem Hafen, kam die Windkante um die Landzunge vor dem Südufer und ermöglichte pünktliche Starts auf allen drei Bahnen.

Etwas nervöser als in den ersten vier Wettfahrten am gestrigen Tag zeigten sich dabei die 18 Boote starke Flotte der Skiffklasse 29er: Bereits der erste Startversuch musste mit einem allgemeinen Rückruf abgebrochen werden, der erneute Start unter der „Schwarzen-Flagge“, glückte dann aber. Denn die Seglerinnen und Segler wissen: Bei „Schwarzer Flagge“ hört der Spaß an der Startlinie auf, ein Frühstart bedeutet die direkte Disqualifikation des jeweiligen Bootes. Bei den engen Punkteabständen auf der Ergebnisliste kann und wollte sich dies niemand erlauben.

Im Gegensatz zum Vortag, bewies auch der Wind mehr Willen zur Durchsetzungsfähigkeit. Stabil in der Richtung und gegen Nachmittag zunehmend in der Stärke mit bis zu neun Knoten, bewies er, dass entgegen aller Vorurteile auch der Überlingersee durchaus ein erstzunehmendes Regattarevier sein kann.

Trotz der anhaltenden Hochdruckwetterlage, was am Bodensee eigentlich kaum auf Wind hoffen lässt, zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begeistert von den heutigen Segelbedingungen. „Die Seglerinnen und Segler hatten heute traumhafte Segelbedingungen, da würde man am liebsten sofort selber nochmal ins Boot steigen“, äußerte sich der Leistungssportobmann des Landes-Segler-Verbandes Baden- Württemberg, Hartmut Desiderato. Für Desiderato, der gemeinsam mit Landestrainer Peter Ganzert und Jugendobmann Fabian Bach die Wettfahrten vom Schlauchboot aus verfolgte, ist die LJM ein wichtiger Indikator für den Nachwuchs im Leistungssport Segeln der nächsten Jahre. Für ihn damit selbstverständlich, bei der LJM vor Ort zu sein.

In der kleinsten Laser-Klasse, den Laser 4.7 konnte Enis Hadzic (Überlingen) seiner Favoritenrollen weiter gerecht werden. Mit drei ersten Plätze in vier Läufen konnte er heute seinen Vorsprung weiter ausbauen. Der zweitplatzierte Lenard Barth (Radolfzell), folgt erst mit zehn Punkten Rückstand.
Und auch bei den größeren Laser Radial blieb Julia Kühn (Konstanz) ihrer Favoritenrolle treu. Sie trennt vor dem letzten Tag drei Punkte von ihrem Verfolger Markus Hövel (Laupheim). Für Hövel könnte damit für morgen noch alles drin sein. Kaum noch zu nehmen ist Anica Rimmele (Immenstaad) ihr dritter Landesjugendmeistertitel in der Europe. Mit drei ersten Plätzen und einem zweiten Platz konnte sie ihren Vorsprung vor Niklas Weisenbach (Rastatt) und Paul-Jannik Haufe (Stuttgart) weiter ausbauen.

Auf Bahn Charly, in der Katamaran Klasse Hobie 16 führt weiterhin die Mannschaft Jan und Maren Frohne (Pforzheim) vor Fabian Ortlieb und Robin Schad (ebenfalls Pforzheim). Bei den 29er verspricht der morgige Tag nochmals spannend zu werden: Die führende Mannschaft Christian Wolter/ Niklas Kössel (Breitbrunn) führt nur mit wenigen Punkten Vorsprung vor den zweitplatzierten Johannes Munk/Patrick Ruess (Günzburg/Konstanz). Spannend kann es auch bei den 420er nochmals in den zwei letzten, verbliebenen Wettfahrten werden. Franziska Bäurle/Henrik Schaal (Überlingen) konnten zwar ihre Führung behaupten, jedoch folgt die Mannschaft Konstantin Steidle/Tom Lembcke (Überlingen/Ludwigshafen) dichtauf.