Halbzeit in Travemünde

26.07.2013 von IBN

Halbzeit zur TW – das heißt auch: neue Klassen stürmen die zehn Regattabahnen der Travemünder Woche.

Wobei stürmen, zumindest am Mittwochmorgen, der falsche Ausdruck war: Der Wind schien nach sechs Tagen Travemünder Woche eine Erholungspause zu brauchen. Startverschiebung wegen absoluter Flaute!
 
Einige Segler der F 16 WM, die auf der Tornado-Wiese direkt neben dem Segler-Village campen, nutzten die Zeit, um sich wieder zu ordnen – drei intensive Regattatage steckten den Segler schon in den Knochen. „Wir haben ein etwas älteres Boot, da ist immer was zu tun“, verrieten die Schweizer Andreas Lutz und Beat Käser. Dann endlich, um 14 Uhr, entspannten sich die Sorgenfalten der Wettfahrtleitung und Regattachef, Walter Mielke, machte die ersehnte Ansage: „Next possible start“ um 15 Uhr! Die Reparaturarbeiten wurden schnell beendet, die Rettungswesten übergeworfen, die letzten Schoten festgezurrt und der Kat geslippt. „Wir wollen so schnell wie möglich segeln“, so Lutz. Dann waren die Schweizer auch schon weg. In der Ergebnisliste spiegelte sich ihr Ehrgeiz im Platz fünf wieder. Auf Goldkurs bleiben die Belgier Henri Demesmaeker / Jeroen Van Leeuwen, Zweite sind die Sach-Brüder, Helge und Christian aus Lübeck, und auf Rang drei die französische Crew Gurvan Bontemps mit Vorschoter David Fanouillere. Die F 16 gehen in den Endspurt des WM-Titelkampfes. Morgen stehen die Sieger fest.
 
Doch der Wind blieb weiterhinein Risikofaktor – schwachwindige Verhältnisse zwischen vier und acht Knoten prägten das Bild der Regattafelder.  Daher kamen die „Wildkatzen“ der Hobie-Familie, die Wild Cat, auch erst mal auf sanften Pfoten daher. Doch im Kampf um das beste Team der Welt, fuhren sie trotzdem ihre Krallen aus: Stärkstes Duo, heute auf der TV-Bahn, sind nach derzeit neun Wettfahrten die Franzosen Emeric Dary / Maxime Blondeau, Zweite sind die Dänen Daniel / Nicolaij Bjornholt und auf Bronzekurs Daniel Paysen / Nico Heinrich aus Hamburg.
 
Die zweite „Raubkatze“ der Hobie-Familie, die gestern einen Ausflug auf die TV-Bahn und auf die Trave machte, war heute wieder auf ihrer angestammten Regattabahn „Delta“ zu finden. Die 16 Teams der Hobie Tiger kämpften in der heutigen Wettfahrt ebenfalls mit viel Biss. Durchsetzen konnte sich im Flautenpoker das australische Team Robbie Lovig / Andy Dinsdale, vor dem südafrikanischen Doppelpack Blaine / Peter Dodds und Allan / Daniel Lawrence. Beste Deutsche sind Hauke Bockelmann / Michel Walther vom Segel-Club Kellenhusen auf  Rang vier.
 
Bei den Hobie 14 und den Dragoon auf Bahn Hotel bahnt sich eine lange Abendschicht an. Mit derzeit einer Wettfahrt liegt bei den Hobie 14 der Franzose Arnaud Thieme vor dem deutschen Oliver Stoltenberg und der Australierin Georgia Warren-Myers. In der Bootsklasse der Hobie Dragoon sind Tom Heinrich / Lea Selin Zisler weiterhin die besten, vor Brandon Wijtenburg / Todd Fisher aus Südafrika und Lukas Vermeulen / Alexander Van Grotenhuis aus Belgien. Beide Klassen wollen noch weitere Wettfahrten starten.
 
Bei der Weltmeisterschaft der ehemaligen olympischen Bootsklasse Tempest hatten sich die bisher Führenden Frank Weigelt / Arne Lanatowitz aus Bayern mit dem 12. Rang zwar einen Ausreißer geleistet, konnten den aber mit einem Streicher gut machen und bleiben in Führung, dahinter die Schweizer Cornelia / Ruedi Christen und Stefan Erlacher / Christian Wöhrer aus Waging am See.   
 
Zur zweiten Halbzeit der TW stiegen  die Segler der Kielzugvögel, der Folkeboote und der J 22 ins Sportgeschehen ein. Die 18 Crews der J 22 ermitteln bis Sonnabend das beste deutsche Team. Die Bugspitze voraus hat momentan Martin Menzner vom Kieler Yacht Club mit seiner Crew, gefolgt von Frank Lammerskitten aus Flensburg und Thomas Kaitschick mit ihren Teams. Im 26-Teams-starken Feld der Folkeboote steht Ulf Kipcke vom Kieler Yacht Club auf Rang eins der Ergebnisliste, dahinter Siegfried Busse aus Kiel und Jürgen Breitenbach aus Schwentinemünde. Jörg Friedlein / Annette Diehl aus Hattingen konnten sich an die Spitze der Kielzugvögel setzen, gefolgt von Manfred Brändle / Joachim Heinz aus Duisburg und Oliver Babik /  Marco Hill aus Hattingen.  
 
Zum sportlichen Final-Wochenende treten noch die A-Cats, die Tornados, die Contender, die 505er, die Int. 14 und die Musto Skiff an.
 
Zur Halbzeit der TW  gab`s an Land das traditionelle Helferfest: Ein kleiner Brunnen mit drei Etagen – oben drüber eine Kugel.