Finns und O-Jollen küren Sieger/

Travemünde, 24.07.2013 von IBN

„Es war eine sehr hohe Leistungsdichte hier am Start. Von den ersten zehn Seglern hätte theoretisch jeder gewinnen können“, sagte der Sieger der Finn Dinghy, Ralf Behrens vom Wolfsburger Yacht Club Allertal.

 „Der stärkere Wind heute ist mir letztendlich zugutegekommen, sodass ich Karl-Heinz, der mir auf die Pelle gerückt war, noch in die Schranken verweisen konnte“. Karl-Heinz ist Karl-Heinz Erich aus Freudenberg, der im Endergebnis auf Platz drei liegt. Der Vorjahressieger Martin Hofmann vom Kanu-Segel-Club Hermer wurde Zweiter.

Auch die O-Jollen hatten heute ihren letzten Tag auf der TW und sind bei besten Windbedingungen ihre Wettfahrten gesegelt. Der erste Vorsitzende der Klassenvereinigung, Roland Franzmann von der Seglerkameradschaft Scheppen, konnte seine Führung von gestern halten und gewann vor Harry Voss aus Auhagen und Herman Blum vom Düsseldorfer Segelclub.

Die Hobie Tiger und Hobie Wild Cats sind heute in den Titelkampf eingestiegen. Bei den Tiger führen die Australier Robbie Lovig und Andy Dinsdale und die besten Wild Cat-Segler sind zurzeit Emeric Dary und Maxime Blondeau aus Frankreich.

Geburtstagskind Tom Heinrich (14) konnte in der Hobie Dragoon-Klasse mit Vorschoterin Lea Selin Zisler vom Yachtclub Scharbeutz/Ostsee seine makellose Serie von gestern fortsetzen und hat sich damit wohl selbst das schönste Geschenk gemacht.  Auf dem Konto stehen heute wieder nur erste Plätze und damit weiterhin die Gesamtführung. „In Deutschland gibt es außer uns nur zwei andere Boote. Deshalb segeln wir auf den meisten Regatten zu dritt. Hier ist die Konkurrenz dagegen sehr stark“, sagte der Nachwuchssegler, der ansonsten auch schon mal im Hobie Wild Cat mit WM-Teilnehmer Thomas Neudahl unterwegs ist. Einer der Konkurrenten bei der Dragoon WM ist Bruder Ben, der als Vorschoter von Stella Maria Zisler (Schwester von Lea Selin) segelt. Diese Kombination ist kein Zufall: „Wir haben uns das so ausgedacht, weil es praktisch ist, da dann nur ein Elternteil beide Segelduos zu den Regatten fahren muss“, lachte Tom. Der Europameister von 2011, Oliver Stoltenberg, führt die  Hobie 14 Konkurrenz beim Kampf um den Weltmeistertitel an.

Die Tempest haben den zweiten Tag ihrer Weltmeisterschaft hinter sich. An der Spitze gab es einen Führungswechsel. Die Schweizer Cornelia und Ruedi Christen wurden von Frank Weigelt und Arne Lanatowitz vom Deutschen Touring Yacht-Club an der Spitze abgelöst.

Dass die Brüder Helge und Christian Sach vom Lübecker Yacht-Club mit den heutigen Windbedingungen wesentlich besser zurecht kamen, als mit dem gestrigen Leichtwinden, lässt sich unschwer an den Tagesergebnissen der F16-Klasse ablesen. Sie konnten sich insgesamt auf Platz vier vorschieben und gehören nun mit zu den Angreifern, die morgen versuchen werden, Henri Demedmaeker und Jeroen van Leeuwen aus Belgien von Platz eins zu verdrängen. Dabei werden die Wind- und Wellenbedingungen wieder eine wichtige Rolle spielen, denn es ist nicht nur ein Wettbewerb der Teams mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen in der F16-Klasse, sondern auch ein Wettbewerb der verschiedenen Bootsbauer, deren Konstruktionen für unterschiedliche Bedingungen ausgelegt sind. Erstmalig bei einem Event sind auf der TW 2013 alle F16-Konstrukteure vertreten, weshalb es auch eine Konstrukteurs-Wertung – ähnlich wie in der Formel 1 – geben wird. Die rasanten Katamarane konnten heute auf dem SAP Media Race Course bestaunt werden.

Das Startsignal zu einer Regatta der etwas anderen Art ertönt morgen um 12 Uhr: Lübecks Bürgermeister, Bernd Saxe, und Kiels Oberbürgermeistern, Susanne Gaschke, werden gegeneinander Boot gegen Boot – Crew gegen Crew um den Sieg beim traditionsreichen „Rotspon Cup“ kämpfen. Bernd Saxe will nach seiner Neiderlage im vergangenen Jahr, das Duell wieder für sich entscheiden und ist bereit dafür. Von Live-Kommentaren begleitet, werden die Politiker in traditionellen Zwölfern, das sind Americas Cupper, auf der Trave an die Startlinie gehen. Bei dieser 124. Travemünder Woche wird der Cup erstmalig durch die Volksbank Raiffeisenbanken Schleswig-Holstein kommentiert.