Luna Rossa und ORACLE TEAM USA heißen die Sieger in Neapel

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Neapel, 22.04.2013 von IBN

Steuermann Francesco Bruni und seine Luna Rossa Swordfish Crew haben sich heute den Gesamtsieg bei der America’s Cup World Series Neapel gesichert.


Ein Überholmanöver auf dem letzten Vorwindgang des packenden Fleetracing-Finales bescherte Bruni diesen Erfolg. Insgesamt hatte die Führung in der entscheidenden Wettfahrt dreimal gewechselt.
 
Mit diesem Sieg entschädigte sich der emotionale italienische Steuermann für das zuvor gegen ORACLE TEAM USA SLINGSBY verlorene Matchracing-Finale. Bruni sah seine Leistung im Match Race, in dem er zunächst geführt hatte, sehr kritisch.
 
„Der Fleetracing-Triumph war die einzige Möglichkeit, den Ärger über unseren Fehler im Matchracing zu vergessen“, sagte Bruni, der beim Louis Vuitton Cup (4. Juli bis 30. August) als Taktiker für Luna Rossa Challenge fungieren wird.
 
„Der Titel bedeutet mir sehr viel. Wir hatten sogar die Chance auf einen Doppelsieg, aber den haben wir knapp verpasst. Ich kann meiner Crew nicht genug danken. Paul Campbell-James, Max Sirena, Xabi Fernandez und Manuel Modena waren heute großartig.“
 
Slingsby indes hielt sein Versprechen, die Saisonwertung 2012/2013 der America’s Cup World Series für das ORACLE TEAM USA – den Titelverteidiger im 34. America’s Cup (7. bis 21. September) – unter Dach und Fach zu bringen. Dieser Titel war ihm bereits gestern nicht mehr zu nehmen gewesen, heute kam der Triumph in der Matchracing Championship dazu.
 
„Ich bin sehr stolz, dass ich den Pokal der America’s Cup World Series für das ORACLE TEAM USA holen durfte“, meinte Slingsby. Das ORACLE TEAM USA verteidigte damit diesen Titel aus dem Vorjahr. „Jimmy Spithill und sein Team haben die Grundlagen gelegt. Wir mussten nur hierher kommen und unser Bestes geben. Zum Glück haben sie und einen ausreichend großen Vorsprung mit auf den Weg gegeben.“
 
Die zweite Regatta der America’s Cup World Series in Neapel besuchten noch einmal mehr Zuschauer als das Event im vergangenen Jahr. Die lokalen Veranstalter gehen von mehr als einer Million Besucher aus, die während der einwöchigen Regatta in das America’s Cup Village und an die Küste kamen. Bereits das – außer Konkurrenz gesegelte – Coastal Race hatten am vergangenen Sonntag rund 100.000 Menschen besucht.
 
Slingsby gewann den Matchracing-Titel mit einem Überholmanöver auf der zweiten Kreuz. Am Leetor hatte er noch 22 Sekunden Rückstand auf Bruni gehabt. Doch dann zeigte Slingsby, warum er den Spitznamen „Windflüsterer“ bekommen hat.
 
„Der Wind war so variabel, dass ich mich sicher war, dass wir eine Chance bekommen könnten“, meinte Slingsby. „Ich wusste: Wenn wir es schaffen, die Dreher auszusegeln und den Gegner dazu bringen, dies nicht zu tun, dann können wir sehr viel Boden gutmachen. Wir haben uns gesagt: ‚Wir könnten sie schnappen‘. Und zum Glück haben wir das auch getan.“
 
Slingsby ging an Bruni vorbei, als dieser nicht abdeckte. Bis dahin hatte der Italiener ein brillantes Match gesegelt. Im Vorstart bewies er viel Geduld und blockierte geschickt den Zugang zum Regattakurs.
 
„Bis zu dem einen, entscheidenden Moment haben wir alles perfekt umgesetzt“, meinte Bruni. „Doch auf der abschließenden Kreuz haben wir leider ein paar große Fehler gemacht. Der Wind drehte sehr stark – und wir haben ein paar Mal sehr schlecht gewendet. So schlecht, dass wir fast vollständig an Fahrt verloren haben.“
 
Den zweiten Platz in der Saisonwertung der America’s Cup World Series sicherten sich Chris Draper und Luna Rossa Piranha. Das Team, das im vergangenen Jahr die America’s Cup World Series Neapel gewonnen hatte, belegte diesmal den vierten Rang.
 
„Kurz vor der Regatta waren wir sehr gut in Form. Vielleicht hatten wir deshalb zu große Erwartungen und haben uns überschätzt“, sagte Draper, der den AC72 von Luna Rossa steuern wird. „Trotzdem: Mit Platz zwei in der Saisonwertung sind wir sehr zufrieden, schließlich sind hier einige richtig gute Teams dabei.“
 
Mit der America’s Cup World Series Neapel ging die Saison 2012/13 der America’s Cup World Series zu Ende. Nun rückt der „Summer of Racing“ in San Francisco in den Mittelpunkt, der im Juli mit der America’s-Cup-Herausfordererserie um den Louis Vuitton Cup beginnt und im September mit dem America’s-Cup-Finale endet.
 
America’s Cup World Series Neapel – Endstand
1. Luna Rossa Swordfish (Francesco Bruni) – 80 Punkte
2. ORACLE TEAM USA (Tom Slingsby) – 80
3. Emirates Team New Zealand (Dean Barker) – 71
4. Luna Rossa Piranha (Chris Draper) – 70
5. J.P. Morgan BAR (Ben Ainslie) – 65
6. Energy Team (Yann Guichard) – 58
7. Artemis Racing White (Charlie Ekberg) – 40
8. HS Racing (R. Hagara/H.S. Steinacher) – 36
9. China Team (Mitch Booth) – 30
 
America’s Cup World Series Neapel – Matchracing Championship
1. ORACLE TEAM USA SLINGSBY, 2. Luna Rossa Swordfish, 3. J.P. Morgan BAR, 4. Luna Rossa Piranha, 5. Emirates Team New Zealand, 6. Artemis Racing White, 7. Energy Team, 8. HS Racing, 9. China Team
 
America's Cup World Series 2012/13 – Saisonwertung
1. ORACLE TEAM USA SPITHILL/SLINGSBY – 245 Punkte
2. Luna Rossa Piranha – 191
3. J.P. Morgan BAR – 181
4. Emirates Team New Zealand – 171
5. Energy Team – 160
6. Artemis Racing White – 160
7. Luna Rossa Swordfish – 151
8. Team Korea – 105
9. ORACLE TEAM USA COUTTS – 98
10. Artemis Racing Red – 90
11. China Team – 73
12. HS Racing – 36
 
America’s Cup World Series Matchracing Championship 2012/13 – Saisonwertung
1. ORACLE TEAM USA SPITHILL/SLINGSBY 29 Punkte, 2. Emirates Team New Zealand – 22, 3. Artemis Racing White – 21, 4. ORACLE TEAM USA COUTTS – 16, 5. J.P. Morgan BAR – 15, 6. Energy Team – 15, 7. Luna Rossa Swordfish – 14, 8. Luna Rossa Piranha – 13, 9. Artemis Racing Red – 8, 10. China Team – 5, 11. Team Korea – 5, 12. HS Racing – 3

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